Kreativ durch die Corona-Krise

von | 2. Apr 2020 | Bremen, Deputation Gesundheit, Digitalisierung, Oberneuland, Persönlich, Politik | 0 Kommentare

Seit zwei Wochen gelten nun also schon die Beschränkungen auf Grund der Corona-Pandemie. Ganz besonders spüre ich das an meinem Terminkalender: Ist sonst fast jeder Nachmittag und Abend mit einer Veranstaltung, Sitzung oder Besprechung geblockt, ist der Kalender nun fast leer. Die erste Woche war das sogar noch ganz angenehm. Mal etwas anderes. Aber so langsam darf auch wieder etwas mehr los sein.

Tosamen für den Einzelhandel

tosamen.org

In der letzten Woche kamen meine Frau Steffi und ich auf eine Idee, die uns zumindest ein wenig Beschäftigung verschaffen soll. Geschäfte und Restaurants haben derzeit bekanntlich geschlossen. Das ist auch gut so. Aber für die Inhaber ist das ein hartes Los. Und wie wir so darüber reden, dass Geschäfte jetzt telefonische Bestellung oder Lieferservices anbieten, kommt meiner Frau die Frage in den Sinn: „Wie finden die Kunden eigentlich die Angebote?“. Für den normalen Einzelhandel war „online“ ja immer weit weg, da man ja seine Kunden hatte. Als alter Digitalo war mir diese Sichtweise nie ganz geheuer. Jetzt kam plötzlich das Problem auf: Es gibt ein Angebot, aber es fehlt die Online Community, um dies auch bekannt zu machen. Und deshalb haben Steffi und ich uns „Zusammen“ – ähm – „Tosamen“ ausgedacht. Unter Tosamen.org ist in der letzten Woche ein kleiner Marktplatz für Angebote während der Corona Beschränkungen in Bremen entstanden.

Mittlerweile haben viele Unternehmen und Kunden die besonderen Angebote eingetragen. Restaurants, Dienstleister, Buchläden – für jeden ist was dabei. Also schaut gerne mal rein! Und. support your locals

Politik geht weiter, aber anders

Einen großen Platz im Kalender nimmt normalerweise die Politik ein. Doch jetzt gibt es kaum Sitzungen. Beirat und Ausschusssitzungen können nicht stattfinden. Und trotzdem geht die Arbeit weiter. Meistens per Mail mit Umlaufbeschlüssen. Der Betriebsausschuss der Werkstätten tagt derzeit per Telefonkonferenz. Deputationssitzungen finden nicht statt oder im äußersten Notfall nur im engsten Kreis der Sprecher. Das funktioniert, weil sich Regierung und Opposition auf Fairness verständigt haben. Fehlt jemand in der Regierung, wird auch die Opposition mit einem Mandatsträger weniger zur Sitzung kommen. Damit die Mehrheitsverhältnisse gewahrt bleiben. In der Krise müssen wir alle tosamen halten.

Und Parteiarbeit? Tja, da greift man jetzt vermehrt auf Videokonferenzen per Skype oder Zoom zurück. Parteitage sind weitestgehend abgesagt beziehungsweise verschoben. Was absolut verständlich ist. Dennoch muss eine Partei handlungsfähig bleiben – daher die Videokonferenzen. Kreativ wird es auch noch: so arbeiten wir grade noch an ein paar Ideen für Livestreams und Webinaren. Dazu später sicher noch mehr!

Und die Arbeit?

Ich arbeite ja bekanntlich in einem Software-Unternehmen. Bei dbh konnten wir recht zügig umstellen: Die Mehrheit der Kollegen arbeitet von zu Hause. Nur wenige verirren sich ins Büro, sitzen da aber allein. Es ist schon ein kleiner Kraftakt knapp 200 Mitarbeiter im Home Office zu koordinieren. Aber auch hier geht die Arbeit dank Skype VIdeocalls und neuer Telefonanlage (fast) reibungslos weiter. Und der Hund freut sich, dass Herrchen immer zu Hause ist. Irgendwas Gutes muss das Ganze ja haben.

Meine Hoffnung: Digitalisierung wird mehr

In jeder Krise gibt es auch gute Entwicklungen. Krisen sind quasi Katalysatoren für Innovtionen. Das sehen wir auch jetzt: War Digitialisierung im Bildungsbereich eher ein Stiefkind, so sieht man jetzt wie sehr sie fehlt. Es gibt hier und da Plattformen, aber so richtig genutzt wurden sie bislang nicht. Unterricht per Videokonferenz? In vielen anderen Bereichen sieht es ähnlich aus, wie oben schon zum Einzelhandel geschrieben. Ich habe die leise Hoffnung, dass die Digitalisierung nach der Krise fester Bestandteil und nicht mehr belächelt wird.

In diesem Sinne: Stay home, stay safe!

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