Die Ausweitung von Tempo 30 auf der Oberneulander Landstraße ist eine richtige Entscheidung. Der Beirat Oberneuland fordert diesen Schritt seit Jahren – ebenso wie wir als CDU. Dass die Maßnahme nun endlich umgesetzt wird, ist überfällig und grundsätzlich zu begrüßen.
Aber: Tempo 30 allein löst das eigentliche Problem nicht.
Sicherheit braucht mehr als ein Verkehrsschild
Die Oberneulander Landstraße befindet sich seit Langem in einem baulich schlechten Zustand. Beschädigte Fahrbahndecken, Schlaglöcher und punktuelle Ausbesserungen prägen das Bild. Wer regelmäßig dort unterwegs ist – ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß – weiß, dass es nicht allein um Geschwindigkeit geht, sondern um die Substanz der Straße.

Ein neues Tempolimit kann die Verkehrssituation beruhigen. Es kann aber keine strukturelle Instandsetzung ersetzen. Schlaglöcher verschwinden nicht durch ein Schild. Unebene Fahrbahnen werden nicht sicherer, nur weil langsamer gefahren wird.
Wenn Verkehrssicherheit ernst gemeint ist, dann braucht es:
- eine belastbare Zustandsanalyse,
- einen klar priorisierten Sanierungsplan,
- und eine transparente Finanzierung.
Bislang bleibt der Senat hier Antworten schuldig.
Symbolpolitik statt Gesamtkonzept?
Was irritiert, ist weniger die Entscheidung für Tempo 30 als deren politische Inszenierung. Nach monatelanger Ankündigung wird die formale Ausweisung öffentlichkeitswirksam gefeiert – als wäre damit die zentrale Aufgabe erledigt.
Doch nachhaltige Verkehrspolitik besteht nicht aus Einzelmaßnahmen, sondern aus einem Gesamtkonzept. Dazu gehören neben Geschwindigkeitsregelungen auch:
- eine funktionierende Infrastruktur,
- sichere Querungsmöglichkeiten,
- intakte Radwege,
- und eine vorausschauende Erhaltungsplanung.
Gerade in einem gewachsenen Stadtteil wie Oberneuland erwarten die Bürgerinnen und Bürger zu Recht mehr als punktuelle Maßnahmen.
Verantwortung wahrnehmen – nicht verwalten
Die Diskussion um die Oberneulander Landstraße steht exemplarisch für ein größeres Problem: In Bremen werden Maßnahmen oft isoliert umgesetzt, ohne die strukturellen Ursachen anzugehen.
Dabei ist klar: Der Sanierungsstau im Straßenbereich ist kein Naturereignis, sondern Ergebnis politischer Prioritätensetzung. Wer Infrastruktur vernachlässigt, zahlt später doppelt – finanziell und in Form sinkender Verkehrssicherheit.
Als CDU setzen wir uns für eine ehrliche Priorisierung im Haushalt ein. Erhalt vor Neubau, Substanz vor Symbolik. Straßen müssen planbar und systematisch instandgesetzt werden – nicht erst dann, wenn der Druck vor Ort zu groß wird.
Tempo 30 ist nur der erste Schritt
Tempo 30 auf der Oberneulander Landstraße ist richtig. Aber es ist nur ein erster Schritt.
Wer Sicherheit und Lebensqualität im Stadtteil wirklich verbessern will, darf sich nicht mit einem Verkehrsschild zufriedengeben. Bremen braucht eine verlässliche Infrastrukturpolitik, die Probleme nachhaltig löst – statt sie kommunikativ zu überdecken.
Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass aus einem symbolischen Schritt endlich ein tragfähiges Sanierungskonzept wird.
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