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Kinderbetreuung: Bremen verliert einen Standortfaktor

In Bremen wurde in den letzten Monaten häufig über die Gebühren für Kindergärten diskutiert. Sozialer wollte der Senat die Gebühren gestalten. Die Eltern waren nicht begeistert und protestierten gegen die Neuordnung der Gebühren. Sie sprachen von hohen Mehrbelastungen. Dabei ist grade die Kinderbetreuung von 0 – 3 Jahren und von 3 – 6 Jahren immens wichtig, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. Es wäre also ein wichtiger Standortfaktor, wenn in Bremen günstige oder kostenlose KiTa-Plätze vorhanden wären.

Niedersachsen macht es vor: Kostenlose Kindergärten

Während also der Bremer Senat weiter an der Gebührenschraube dreht, macht sich Niedersachsen auf den Weg zum kostenfreien Kindergarten. Ab August 2018 ist die Betreuung in den Kindergärten in Niedersachsen beitragsfrei. So hat es die Große Koalition in Niedersachsen in einem Nachtragshaushalt beschlossen. Das ist für Niedersachsen ein gutes Signal. Für Bremen absolut nicht!

Die Kinderbetreuung ist ein nicht zu vernachlässigender Standortfaktor. Junge Familien werden es sich ganz genau überlegen, ob sie nicht vielleicht in den Speckgürtel ziehen. Die Umlandgemeinden investieren viel in die Infrastruktur, stellen Bauplätze zur Verfügung. Selbst die Anbindung an Bremen über den ÖPNV ist gut. Warum soll man also neben den recht hohen Mieten oder Investitionskosten in Eigentum nicht lieber ins Umland ziehen? So spart man allein schon durch die Kinderbetreuung einige hundert Euro.

Kinderbetreuung: Gebühren nicht Bremens einziges Problem

Die Gebühren sind dabei nicht das einzige Problem der Kinderbetreuung. In Bremen fehlt es an Kindergartenplätzen – das weiß man nicht erst seit gestern, aber der Bremer Senat ist geübt im „Probleme ignorieren“. Um dennoch der Nachfrage gerecht zu werden, hat man in 2017 einfach die maximale Gruppengröße auf 21 Kinder erhöht. Mehr Kinder bei gleicher Anzahl Betreuungskräfte bedeutet natürlich ein Verschlechterung bei der Qualität. Es ist deshalb auch kein Wunder, wenn Eltern gegen diese Aufstockung protestieren. Dabei ist es heutzutage umso wichtiger, wohnortnahe Kindergartenplätze bereitzustellen.

Bremen verliert einen wichtigen Standortfaktor. Es wird Zeit, dass auch hier die Kinderbetreuung beitragfrei wird!

Wohnortnahe Kinderbetreuung

Wohnortnahe Kinderbetreuung sichern!

Laut Sozialressort gibt es in Bremen ausreichend Plätze in Kindergärten, um den Bedarf zu decken. Doch das ist nur Schönrederei, denn das gilt nur, wenn man Bremen als Ganzes betrachtet. Schaut man sich die wohnortnahe Versorgung an, dann tun sich Lücken auf. Nicht alle Wünsche der Eltern können derzeit erfüllt werden.

Kindergärten: Keine wohnortnahe Versorgung

Wohnortnahe KinderbetreuungVor allem in Bremen-Gröpelingen, Blumenthal, Findorff und Osterholz gibt es zu wenig Kindergartenplätze für die drei- bis sechsjährigen. Dort fehlen insgesamt 125 Plätze. In der Östlichen Vorstadt, in Burglesum oder Obervieland hingegen gibt es freie Plätze. Doch grade für Eltern von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren ist es wohl keine echte Option jeden morgen bis zu 30 Minuten zum Kindergarten zu fahren. Das Sozialressort beteuert zwar, eine Lösung zusammen mit den Eltern finden zu wollen, doch kommt dies wohl etwas spät. Schließlich dürften die Bedarfzahlen bereits länger bekannt gewesen sein – die Kinder wurden ja nicht erst gestern geboren.

Auch Hortplätze bereiten Probleme

Ein weiteren Mangel gibt es bei der Betreuung von Hortkindern. Hier übersteigen laut Sozialressort die Anmeldungen die zur Verfügung stehenden Plätze. Als Alternative prüft das Ressort, die Betreuung von Hortkindern in Ganztagsschulen. Sicher keine adäquate Alternative für die Eltern und die Kinder gleichermaßen. Deutlich wird, dass das Sozialressort bei seinen Planungen gepennt hat.

Wohnortnahe Kinderbetreuung sicherstellen

Klar ist, dass bei der Kinderbetreuung massiver Nachholbedarf besteht. Das Argument von Sozialsenatorin Stahmann, dass in Bremen insgesamt genügend Kindergartenplätze vorhanden seien, ist scheinheilig. Getreu dem Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ muss der Senat für eine wohnortnahe Versorgung mit Kindergartenplätzen sorgen. Das Bedeutet, dass flexibel auf Anmeldezahlen reagiert werden muss. Der rot-grüne Senat hat hier mal wieder geschlafen. Zum Leidwesen der Eltern!