Oberneuland | 19. Februar 2026

Metroexpresslinie Hauptbahnhof – Oberneuland: Direkt. Schnell. Zukunftsfähig.

Die CDU Oberneuland hat einen Antrag in den Beirat Oberneuland gestellt. Dieser Antrag wird von…

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Buslinie 31 in Oberneuland

Die CDU Oberneuland hat einen Antrag in den Beirat Oberneuland gestellt. Dieser Antrag wird von allen Fraktionen unterstützt und daher als Beiratsantrag behandelt: Bremen braucht eine direkte Metroexpresslinie zwischen dem Hauptbahnhof und Oberneuland.

Mit diesem Antrag wird die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung aufgefordert, gemeinsam mit der BSAG die Voraussetzungen für eine Umsetzung im Rahmen des Öffentlichen Dienstleistungsauftrags zu schaffen. Ziel ist eine umsteigefreie, schnelle und verlässliche Verbindung zwischen Innenstadt und Stadtteil.

Der vollständige Beiratsbeschluss ist hier abrufbar.

Warum eine Metroexpresslinie notwendig ist

Oberneuland steht vor einem erheblichen Wachstumsschub. Mit dem geplanten Wohnpark Oberneuland entsteht bis 2030 das größte Neubaugebiet Bremens. Bis zu 750 neue Wohneinheiten sind vorgesehen – ergänzt durch bestehende und geplante Wohn- und Bürostrukturen im Umfeld. Das bedeutet ein Bevölkerungswachstum von rund 20 Prozent.

Gleichzeitig gelten in Bremen sehr restriktive Stellplatzschlüssel – insbesondere im geförderten Wohnungsbau und bei Mehrfamilienhäusern. Das heißt konkret: Viele zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner werden kein eigenes Auto besitzen.

Wenn diese Menschen verlässlich mobil sein sollen, braucht es ein leistungsfähiges ÖPNV-Angebot – und zwar von Anfang an.

Ohne eine deutliche Angebotsverbesserung droht das Mobilitätskonzept des Wohnparks zu scheitern. Wer Wohnungsbau politisch durchsetzt, muss auch für funktionierende Anbindung sorgen.

Direkte Verbindung statt Umwege

Die geplante Metroexpresslinie soll folgende Haltestellen bedienen:

Hauptbahnhof Bremen – St. Joseph-Stift – Kirchbachstraße – Berliner Freiheit – Wohn- und Büropark Oberneuland – Lür-Kropp-Hof / Tobias Schule – Kirche Oberneuland.

Damit entsteht erstmals eine direkte, umsteigefreie Verbindung zwischen Oberneuland, dem Büropark, der Berliner Freiheit und der Innenstadt.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Linienführung, sondern das Angebotskonzept: In den Hauptverkehrszeiten ist ein 15-Minuten-Takt vorgesehen, in den Randzeiten sowie an Sonn- und Feiertagen ein durchgängiger 30-Minuten-Takt.

Ein klarer, merkfähiger Takt ist die Voraussetzung für Akzeptanz und Verlässlichkeit – genau das fordert auch der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) 2025.

Die Schwäche der heutigen Anbindung

Der Büropark sowie das Nedderland werden derzeit im Wesentlichen über die Linie 31 erschlossen. Die Realität sieht jedoch so aus: lange Fahrzeiten, unattraktive Taktung, geringe Planbarkeit.

Buslinie 31 in Oberneuland

Für viele Bürgerinnen und Bürger ist das keine echte Alternative zum eigenen Pkw. Wer schnell und zuverlässig in die Innenstadt oder zum Hauptbahnhof gelangen will, entscheidet sich zwangsläufig gegen den ÖPNV.

Die Metroexpresslinie setzt genau hier an: weniger Haltestellen, kürzere Reisezeiten, höhere Zuverlässigkeit. Sie ist keine bloße Verlängerung einer bestehenden Linie, sondern eine qualitative Aufwertung des Angebots.

Mobilitätshaus und Park-and-Ride: Konzept endlich konsequent denken

Im Büropark Oberneuland wurde ein Mobilitätshaus mit Park-and-Ride-Funktion errichtet. Die Idee dahinter ist richtig: Pendlerinnen und Pendler sollen vom Auto auf den ÖPNV umsteigen können.

Doch dieses Konzept funktioniert nur, wenn das Anschlussangebot attraktiv ist. Ohne schnelle, direkte Innenstadtverbindung bleibt das Mobilitätshaus hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Die Metroexpresslinie ist damit kein Luxusprojekt, sondern die logische Ergänzung einer bereits vorhandenen Infrastruktur.

Beitrag zur Verkehrswende – mit Realismus

Der Verkehrsentwicklungsplan 2025 stellt nüchtern fest, dass der ÖPNV-Modal-Split stagniert und Reisezeit, Taktung sowie fehlende Direktverbindungen zentrale Hemmnisse darstellen.

Wenn Bremen ernsthaft Verkehr verlagern will, braucht es Angebotsverbesserungen – nicht Appelle.

Die Metroexpresslinie ist ein konkreter, umsetzbarer Baustein. Sie verbessert die Attraktivität für Pendlerinnen und Pendler, für Familien ohne eigenes Auto, für Seniorinnen und Senioren sowie für Beschäftigte im Büropark. Gleichzeitig stärkt sie die Wettbewerbsfähigkeit des neuen Wohngebiets.

Pilotprojekt mit Augenmaß

Der Beirat schlägt vor, die Metroexpresslinie ab 2027 pilotweise einzuführen. Denkbar sind zunächst flexible Fahrzeugkonzepte wie Express- oder Taxibusse. Die Nachfrage soll regelmäßig evaluiert und bei positiver Entwicklung dauerhaft in das ÖPNV-Angebot integriert werden.

Dieses Vorgehen verbindet Innovation mit Verantwortung. Es minimiert Risiken und ermöglicht zugleich eine echte Angebotsverbesserung.

Metrobuslinie: Direkt. Schnell. Verlässlich.

Wer in Oberneuland tausende neue Einwohnerinnen und Einwohner ansiedelt, darf die Verkehrsfrage nicht vertagen.

Die Metroexpresslinie ist keine Wunschvorstellung, sondern eine notwendige infrastrukturelle Konsequenz aus bestehenden politischen Entscheidungen.

Direkt. Schnell. Verlässlich.

So muss moderne Mobilität aussehen – wenn wir Stadtentwicklung ernst nehmen.

Simon Zeimke

Simon Zeimke ist Mitglied der Bremischen Bürgerschaft für die CDU Bremen. Er ist Sprecher für Medien, Digitalisierung, Datenschutz und Informationsfreiheit.

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