Fehldiagnosen bei Brustkrebspatientinnen am Klinikum Bremen-Mitte: CDU fordert lückenlose Aufklärung

34 Brustkrebspatientinnen wurden falsch behandelt — mit Antikörpertherapien und Chemotherapien, die sie nicht gebraucht hätten. Mit gravierenden gesundheitlichen Folgen. Die GeNo spricht von individuellen Fehlinterpretationen. Ich frage: War das wirklich nur eine Ärztin? Oder stecken strukturelle Probleme dahinter?

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Folgenschwere Fehldiagnosen bei Brustkrebspatientinnen in Bremen – wie arbeitet die Pathologie am kommunalen Klinikum Bremen-Mitte?

Am Institut für Pathologie des Klinikums Bremen-Mitte wurden in den Jahren 2024 und 2025 bei 34 Brustkrebspatientinnen Tumormarker in Gewebeproben falsch interpretiert. Die Folge: unnötige Chemotherapien und Antikörperbehandlungen — mit teils gravierenden gesundheitlichen Konsequenzen für die betroffenen Frauen.

Die Geschäftsführung der Gesundheit Nord erklärt den Skandal mit individuellen Fehlern einer Ärztin. Doch die Hinweise deuten auf mehr hin: ein ausgesetztes Vier-Augen-Prinzip bei der Befundabsicherung, Kosten- und Zeitdruck, fragwürdige Personalpolitik — und eine Ärztin, die gleichzeitig an der Universität Göttingen tätig war und offenbar per Ferndiagnostik Befunde erstellt hat.

Die CDU-Fraktion hat mit dieser Großen Anfrage 17 konkrete Fragen an den Senat gestellt: Wann wusste die Gesundheitssenatorin von den Fehldiagnosen? Wann wurde das Vier-Augen-Prinzip ausgesetzt — und warum? Welche wirtschaftlichen Vorgaben wurden an die Pathologie gestellt? Und welche Konsequenzen zieht die GeNo-Geschäftsführung?

Betroffene Patientinnen haben ein Recht auf Antworten. Und Bremen hat ein Recht darauf zu wissen, ob der kommunale Klinikverbund seine Qualitätssicherung ernst nimmt.