Bremen verliert Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt

Lufthansa streicht. Der Senat schreibt LinkedIn-Posts. Reicht das?

Ab 1. Juli 2026 streicht Lufthansa die Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt. 35 Abflüge pro Woche, mehr als 5.000 Passagiere…

Portrait Simon Zeimke

Simon Zeimke

Mitglied der Bremischen Bürgerschaft

Bremen verliert Lufthansa-Verbindung nach Frankfurt

Ab 1. Juli 2026 streicht Lufthansa die Verbindung zwischen Bremen und Frankfurt. 35 Abflüge pro Woche, mehr als 5.000 Passagiere — weg. Das ist keine Airline-Entscheidung. Das ist eine Standortentscheidung.

Flughafen Bremen: Was der Wegfall der Lufthansa-Verbindung für Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus bedeutet

Frankfurt ist nicht irgendein Ziel. Es ist Deutschlands wichtigstes Luftdrehkreuz — der direkte Einstieg in Interkontinentalverbindungen nach New York, Tokio, São Paulo und in den gesamten Mittleren Osten.

Das trifft Bremen an mehreren Stellen gleichzeitig:

  • Wirtschaft: Unternehmen, die international operieren, brauchen schnelle, verlässliche Verbindungen zu globalen Drehkreuzen. Wer künftig aus Bremen nach Frankfurt muss, fährt Zug — vier Stunden. Das ist kein Argument für den Standort Bremen.
  • Wissenschaft: Die Universität Bremen und ihre Forschungspartner sind international vernetzt. Kongresse, Kooperationstreffen, Gastprofessuren — internationale Erreichbarkeit ist kein Komfort, sondern Voraussetzung für Exzellenz.
  • Tourismus: Wer internationale Gäste nach Bremen holen will, braucht eine funktionierende Zubringerroute. Mit dem Wegfall der Frankfurt-Verbindung wird Bremen für Reisende aus Übersee schwerer erreichbar.

CDU-Antrag 2024: Wie der Flughafen Bremen zukunftsfest werden sollte

Die CDU-Fraktion hat dieses Problem nicht erst seit gestern auf dem Radar. Bereits im April 2024 haben wir einen konkreten Antrag in der Stadtbürgerschaft eingebracht (Drs. 21/166 S) — mit 13 Maßnahmen, um den Flughafen Bremen zukunftsfest aufzustellen:

Stärkere Anreize für neue Fluggesellschaften und Destinationen in der Entgeltordnung
Gezieltes Standort- und Tourismusmarketing für mehr Verbindungen
Gewinnung eines privaten Minderheitsgesellschafters — wie es Hamburg, Hannover und Düsseldorf seit Jahren erfolgreich praktizieren
Unterstützung der notwendigen Investitionen durch die Stadt als Gesellschafterin

30.000 Arbeitsplätze, eine Bruttowertschöpfung von 2,3 Milliarden Euro und ein Steueraufkommen von knapp 600 Millionen Euro hängen am Bremer Flughafen. Das ist kein Randthema.
Der Senat hat den Antrag abgelehnt.

Senat und Koalition: Reaktionen auf die Streichung der Strecke Bremen–Frankfurt

Bürgermeister Bovenschulte kritisiert die Entscheidung von Lufthansa — per LinkedIn-Post. Und verweist auf den Bundesverkehrsminister. Dabei ist der Senat selbst Alleingesellschafter des Flughafens. Er hätte früher handeln können. Er hätte Gespräche führen, Rahmenbedingungen gestalten, Anreize setzen können.
Stattdessen: Schweigen vor der Entscheidung. Statement danach.
Und die Koalitionspartner? Der Fraktionsvorsitzende der Linken kommentiert den Verlust von 5.000 wöchentlichen Passagieren mit den Worten: „Fahrt halt Zug. Inlandsflüge gehören ohnehin verboten.” Die Grünen haben 2022 ernsthaft das Ende aller Passagierflüge ab Bremen erwogen.
Das ist keine Überraschung. Das ist politische Grundhaltung — auf Kosten des Wirtschaftsstandorts Bremen.

Was der Bremer Senat jetzt erklären muss

Bremen braucht Antworten. Wann wusste der Senat von der drohenden Streichung? Was hat er unternommen? Und welche Strategie verfolgt er jetzt, um die Erreichbarkeit des Standorts langfristig zu sichern? Diese Fragen stellen sich nicht nur uns — sie stellen sich jedem Unternehmen, jeder Wissenschaftseinrichtung und jedem Tourismus-Betrieb in Bremen.
Bremen braucht keine Koalition, die Erreichbarkeit als ideologisches Problem betrachtet. Bremen braucht eine Standortpolitik, die Unternehmen, Wissenschaft und Tourismus ernst nimmt.

´

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Bremen