Digitale Ersthelfer-Apps für Bremen: CDU fordert systematische Stärkung der Rettungskette

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Wer in den ersten Minuten nach dem Notruf reanimiert wird, hat deutlich höhere Überlebenschancen — oft entscheiden qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in der Nachbarschaft über Leben und Tod. Genau hier setzen digitale Rettungs- und Ersthelfer-Apps an. Bremerhaven nutzt solche Systeme bereits, Bremen hängt hinterher.

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Bremerhaven macht es vor: Warum Bremen eine landesweite Ersthelfer-App-Strategie braucht

Eine schnelle und gut koordinierte Notfallversorgung kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. Digitale Rettungs- und Ersthelfer-Apps bieten die Chance, qualifizierte Helferinnen und Helfer schon in den ersten Minuten zu alarmieren — bevor Rettungswagen vor Ort sind. In hochverdichteten städtischen Räumen, bei Großveranstaltungen, in stark frequentierten Verkehrsbereichen und in besonderen Einsatzlagen können solche Systeme einen wertvollen Beitrag zur Gefahrenabwehr leisten und die Rettungskette insgesamt widerstandsfähiger machen.

Bremerhaven hat in diesem Bereich bereits praktische Erfahrungen gesammelt. Bremen sollte diese Erfahrungen nutzen, statt parallel eigene Wege zu suchen. Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz solcher Apps ist allerdings mehr als nur die Software: Es braucht einen verlässlichen rechtlichen Rahmen, eine tragfähige technische Infrastruktur, eine enge Anbindung an die Leitstellen — und eine landesweit abgestimmte Strategie. Genau die fehlt bisher.

Der Antrag fordert den Senat in acht Punkten auf:

  1. Landesweite Strategie entwickeln — für Einführung, Vernetzung und Weiterentwicklung digitaler Rettungs- und Ersthelfer-Apps. Dabei prüfen, ob sich Bremen bestehenden, in Bremerhaven bereits genutzten Systemen anschließen kann oder diese zum Vorbild für eine landesweite Lösung nimmt.
  2. Technische Anbindung der Apps an bestehende Notruf- und Leitstellensysteme sicherstellen, damit sie zuverlässig und praxistauglich in die Rettungskette eingebettet sind.
  3. Zusammenarbeit mit Feuerwehren, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen ausbauen — qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer digital erfassen, qualifizieren und im Notfall schnell und lagegerecht alarmieren.
  4. Rechtssicherheit schaffen — insbesondere im Rettungsdienstrecht — und einen verantwortungsvollen Umgang mit Standort- und Gesundheitsdaten gewährleisten.
  5. Finanzierung sichern — sowohl für die technische Anbindung an Leitstellen als auch für die digitale Ausstattung der Einsatzkräfte. Auf Bundesebene für Förderprogramme und Anschubfinanzierung einsetzen.
  6. Pilot- und Modellprojekte in besonders sensiblen Bereichen — Großveranstaltungen, stark frequentierte Verkehrsbereiche, hafenbezogene Einsatzlagen — wissenschaftlich begleitet evaluieren.
  7. Öffentlichkeitsarbeit verstärken, um Bekanntheit und Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und die Bereitschaft zur Mitwirkung qualifizierter Ersthelferinnen und Ersthelfer zu stärken.
  8. Bundesweite Standards mit Bund und Ländern abstimmen — technisch, qualitativ und datenschutzrechtlich — damit digitale Rettungs- und Ersthelfer-Apps deutschlandweit kompatibel und verlässlich eingesetzt werden können.

Digitalisierung ist im Rettungswesen kein Selbstzweck. Sie ist eine konkrete Chance, schneller Hilfe zu organisieren — durch Menschen, die ohnehin bereit sind, im Ernstfall zu helfen, und die mit der richtigen App im richtigen Moment am richtigen Ort sein können. Dass Bremerhaven hier bereits Vorarbeit geleistet hat, ist ein Glücksfall. Diesen Vorsprung sollte das Land Bremen nutzen, statt ihn liegen zu lassen.