Bildung in Bremen: CDU-Positionspapier für Verantwortung, Leistung und Zukunft

Bremen belegt seit Jahren regelmäßig den letzten Platz im bundesweiten IQB-Bildungstrend. Der Anteil von Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss ist hoch, der Bildungserfolg hängt nirgends so stark vom Elternhaus ab wie hier. Trotz Bildungskonsens. Trotz parteiübergreifender Bekenntnisse. CDU-Fraktion und CDU-Landesverband haben deshalb auf ihrer Klausurtagung in Berlin am 24. Januar 2026 ein Positionspapier mit neun bildungspolitischen Schwerpunkten beschlossen — vom Schulbau über Basiskompetenzen bis zum souveränen Umgang mit KI im Unterricht.

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Vom letzten Platz nach vorn: Neun Schwerpunkte für eine verlässliche Bildungspolitik

Bildung ist Standort- und Zukunftsfaktor. Sie entscheidet über Lebenschancen, über Fachkräftesicherung, über sozialen Zusammenhalt. In Bremen zeigt sich aber, was passiert, wenn strukturelle Defizite über Jahre verwaltet, statt behoben werden: Bremen liegt im IQB-Bildungstrend wiederholt am Ende. Der Anteil junger Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, ist hoch. Und in keinem anderen Bundesland hängt der Bildungserfolg so stark vom sozialen Hintergrund ab. Die Schulinfrastruktur gefährdet inzwischen die Funktionsfähigkeit des Schulwesens insgesamt — über 60 Schulstandorte in der Stadtgemeinde Bremen werden dauerhaft mit Containeranlagen betrieben, davon 46 zur Miete, mit monatlichen Mietkosten von über 1,1 Millionen Euro. Pausenhöfe werden zu Containerdörfern. Das ist Ausdruck jahrelangen Planungsversagens.

Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 wächst der Druck zusätzlich. Bremen muss jetzt liefern — quantitativ und qualitativ. Das Positionspapier formuliert dafür neun Schwerpunkte:

1. Schulbau- und Personalsteuerung: Beschleunigter Neubau, Sanierung statt Provisorien, Öffnung für Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP), klare Verantwortung der bestehenden Schulbaugesellschaft.

2. Basiskompetenzen in den Mittelpunkt: Klarer Fokus auf Lesen, Schreiben, Rechnen. Eine zusätzliche Deutschstunde in der Grundschule. Förderprogramme ausbauen. Ziel: kein Jugendlicher verlässt die Schule ohne Abschluss.

3. Frühkindliche Sprachförderung: Verbindliche Sprachtests ab dem 4. Lebensjahr — auch für Nicht-Kita-Kinder. Mehr Sprachförderkräfte. Ein „Basiskompetenzjahr” nach Hamburger Vorbild für nicht schulreife Kinder. Verbindliche Elternarbeit.

4. Übergang Grundschule → Sekundarstufe I: Verbindliche Schullaufbahnempfehlung, engere Kooperation zwischen Grundschulen und weiterführenden Schulen, Auffangprogramme in den Klassen 5 und 6.

5. Qualitätssicherung mit Konsequenzen: Ausweitung der Lernausgangslagen-Erhebung (LALE) auf alle Schulen, verbindliche Vergleichstests in den Klassen 5, 7 und 9 — mit transparenten Ergebnissen, Best-Practice-Sichtbarkeit und tatsächlichen Konsequenzen, wenn Mängel über Jahre nicht behoben werden.

6. Ganztag verlässlich gestalten: Den Rechtsanspruch ab 2026/27 wirklich einlösen. Ganztag als pädagogischer Mehrwert, nicht als bloße Aufbewahrung. Verbindliche Standards, stabile Personalschlüssel, Schulen als Quartiersknotenpunkte mit Sport, Kultur und Jugendhilfe.

7. Digitalisierung mit Augenmaß: Pädagogik vor Technik. Digitale Mündigkeit statt grenzenloser Nutzung. Klarer Schutz der psychischen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern, restriktive Regelungen für Social Media im schulischen Kontext, altersgerechte und reflektierte KI-Bildung mit verbindlichen Fortbildungen für Lehrkräfte.

8. Schulen in freier Trägerschaft stärken: Faire Finanzierung, zügige Anpassung des Privatschulgesetzes, gleichberechtigte Teilhabe an Bundesprogrammen, Erleichterung von Neugründungen.

9. Bildungskonsens fortentwickeln: Vorbehaltlich der wissenschaftlichen Evaluation grundsätzliche Bereitschaft, den 2008 geschlossenen und 2018 bis 2028 verlängerten Bildungskonsens auch über 2028 hinaus zu erneuern — sachlich, evidenzbasiert, überparteilich.

Bildungspolitik braucht den Mut zur ehrlichen Bestandsaufnahme — und den Willen, daraus echte Konsequenzen zu ziehen. Die CDU Bremen will keinen weiteren Bildungsgipfel ohne Folgen, sondern einen verbindlichen Orientierungsrahmen, der Verantwortung übernimmt, Leistung ermöglicht und Zukunft sichert. Das ist nicht weniger als ein gemeinsamer, überparteilicher Kraftakt — und genau das, was Bremens Kinder verdient haben.