LLM Roland: CDU fordert eigenes Sprachmodell und KI-Offensive für Bremens Verwaltung

Hamburg pilotiert „LLMoin", Baden-Württemberg setzt mit „F13" auf den eigenen „Vermerkomat" — andere Bundesländer machen Bremen vor, wie sich Sprachmodelle gezielt in der Verwaltung einsetzen lassen. Bremen muss nachziehen. Mit diesem Antrag fordern wir den Senat auf, mit dem Pilotprojekt „LLM Roland" eine eigene KI-Offensive zu starten — fachlich passgenau, datenschutzkonform und mit klarem Plan zur Skalierung.

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Andere Bundesländer setzen längst eigene Sprachmodelle ein. Bremen muss aufholen.

Mit ChatGPT ist Künstliche Intelligenz in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Die Basis dieser Anwendungen sind Large Language Models — große Sprachmodelle, die Texte verstehen, zusammenfassen, recherchieren und generieren können. Für die öffentliche Verwaltung bedeutet das ein erhebliches Potenzial: Chatbots können Bürgerinnen und Bürgern bei einfachen Fragen Orientierung geben. Beschäftigte können von wiederkehrenden Aufgaben entlastet werden. Mehrsprachige Angebote, barrierefreie Kommunikation für blinde und hörgeschädigte Menschen, kürzere Wartezeiten und 24/7-Verfügbarkeit werden realistisch. Im Klartext: KI ist keine Spielerei — sie ist eine notwendige Antwort auf den Fachkräftemangel und die wachsende Belastung der Verwaltung.

Allgemein trainierte Modelle wie GPT-3.5 oder GPT-4 sind dafür aber nicht geeignet. Sie haben datenschutzrechtliche Schwachstellen, ihnen fehlen verwaltungsspezifische Daten, und sie sind nicht auf die Anforderungen des öffentlichen Sektors zugeschnitten. Sprachmodelle für Bremens Verwaltung müssen passgenau trainiert, technisch und organisatorisch vorbereitet und auf konkrete Anwendungsfelder zugeschnitten werden. Andere Bundesländer haben das längst erkannt: Hamburg pilotiert mit „LLMoin” ein in Deutschland entwickeltes Modell mit Funktionen wie Zusammenfassung, Recherche-Assistent, Textgenerierung und Expertenmodus. Baden-Württemberg prüft mit „F13″ Funktionen wie Kabinettsvorlage-Vermerk und Fließtextgenerierung („Vermerkomat”). Bremen darf hier nicht den Anschluss verlieren.

Der Antrag fordert den Senat in sechs Punkten auf:

  1. Pilotprojekt initiieren — mit Test-Usern aus verschiedenen Bereichen der bremischen Verwaltung, um Einsatzszenarien sowie technische und organisatorische Voraussetzungen zu prüfen.
  2. Eigenes KI-Modell entwickeln — möglichst mit neutraler externer Expertise von Fraunhofer-Institut oder DFKI, zugeschnitten auf die Erfordernisse der bremischen Verwaltung.
  3. Klarer Zeitplan: Pilot bis Ende 2024 evaluieren, ab 2025 sukzessive allen Beschäftigten zur Verfügung stellen — beginnend mit den bürgernahen Bereichen.
  4. Rechtlichen Rahmen schaffen — mit klaren Leitlinien für den KI-Einsatz, überarbeiteten Vergaberichtlinien, Lockerung des Besserstellungsverbots und Experimentierklauseln für die öffentliche Hand.
  5. Information, Aus- und Weiterbildung — eine breit angelegte Kampagne, die Beschäftigten und Bürgerinnen und Bürgern Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI vermittelt sowie Grundfertigkeiten im Umgang mit ihr.
  6. Transparente Berichterstattung — halbjährlich an den Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz, Informationsfreiheit und Digitalisierung sowie die Deputation für Inneres.

KI in der Verwaltung ist keine Frage, ob, sondern wie. Wer den Einsatz nicht aktiv steuert, überlässt das Feld entweder dem Stillstand oder allgemeinen Werkzeugen ohne klaren rechtlichen Rahmen. „LLM Roland” wäre für Bremen die Chance, mit einem fachlich passgenauen, datenschutzkonformen und nachnutzbaren Modell in der ersten Reihe der Verwaltungsmodernisierung zu stehen — statt anderen Bundesländern hinterherzulaufen.