Der digitale Start ins Unternehmertum

Für kaum einen Bereich birgt die Digitalisierung so viele Chancen, wie für eine moderne Wirtschaftspolitik: Im Bereich der Unternehmensdienstleistungen sind mittlerweile die An-, Um- oder Abmeldung eines Gewerbes, die steuerliche Anmeldung sowie die Beantragung einer Gewerbeauskunft in Bremen vollständig digital möglich.

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Insgesamt sind die Bedingungen für Gründungswillige jedoch noch immer unzulänglich. Bis auf die o.g. Dienstleistungen funktioniert die Gründung auch in Bremen noch immer analog, mit ausgedruckten Formularen und Behördenterminen, die teils persönlich wahrgenommen werden müssen. Oft fehlt in der Verwaltung das Verständnis für die wirtschaftlichen Bedingungen, in denen sich Start-ups befinden. Es gibt jedoch auch hier Lichtblicke: Im Rahmen eines vom Bund geförderten „Digitalisierungslabors“ haben die Länder Bremen und Nordrhein-Westfalen einen Prototyp für einen „Gründungsassistenten“ entwickelt, der auch anderen Ländern zur Nachnutzung angeboten wird. Seit Dezember 2020 können Gründungswillige aus dem Handwerk in der Stadt Bremen einen Betrieb vollständig online gründen. Dieses Angebot muss nun zügig auf alle Geschäftsgründungen ausgedehnt werden.

Unternehmen haben im Schnitt rund 200 Behördenkontakte im Jahr. Vor diesem Hintergrund haben sich Länder und Kommunen im Zuge des Onlinezugangsgesetzes verpflichtet, für Unternehmen ein Servicekonto zur sicheren Abwicklung von E-Government-Prozessen einzuführen. Die Länder Bremen und Bayern entwickeln dafür das bundeseinheitliche Unternehmenskonto, das derzeit auf Basis der ELSTER-ID eine rechtsgültige Identifizierung erlaubt und mit eingeschränkten Funktionen als Pilotprojekt läuft. Dessen Funktionsumfang muss nun zügig vervollständigt werden, um dem Ziel eines „One-Stop-Shops“, endlich näherzukommen. Mit XUnternehmen wurde im April 2021 ein verbindlicher Bund-Länder-Standard geschaffen, der den Weg für die vollständig digitale Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung ebnet. Dieser muss nun zügig für sämtliche Digitalisierungsvorhaben im Bereich Wirtschaft nutzbar gemacht werden.

Auch die öffentliche Beschaffung – einschließlich der sogenannten Pro- und Postaward-Prozesse – muss vollständig digitalisiert werden. 

"Der digitale Start ins Unternehmertum" in Kürze

  • „Gründungsassistenten“ auf alle Geschäftsgründungen ausweiten
  • Digitalen „One-Stop-Shop“ für die Kommunikation zwischen Unternehmen und Behörden endlich umsetzen
  • Öffentliche Beschaffung vollständig digitalisieren

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