Digitale Bildung in Bremen

Bremen und die Bildung – eine unendliche Geschichte. Sie beginnt bei dem letzten Patz in den PISA Schulvergleichen und zieht sich über den massiven Stundenausfall in den Bremer Schulen. Und auch inhaltlich sind die Schulen in Bremen nicht gut aufgestellt. Die Digitalisierung findet auch im Jahr 2015 kaum statt. An diesem Punkt ist Bremen nicht alleine. In kaum einem Bundesland wird dieses Thema bearbeitet.

Schüler auf das Leben vorbereiten

visual-fb-schule2025Schule soll Inhalte vermitteln und die Schüler auf das Leben vorbereiten. Die Welt heute ist geprägt von Bits und Bytes, von Software und Applikationen, von Datenbanken und Algorithmen. Ohne Computer und Internet bewegt sich kaum noch was. Doch der digitale Wandel schlägt sich nicht im Schulunterricht wider.

Wir müssen bei der Bildung umdenken. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen. In der Wirtschaft, der Gesellschaft und natürlich auch in der Schulbildung. Andere Länder machen es vor: In England gibt es seit diesem Jahr das Schulfach „Computing“. Verpflichtend. Den Kindern sollen Grundlagen vermittelt werden, damit sie das Neuland nicht nur nutzen sondern auch verstehen.

England ist Vorreiter

England ist Vorreiter in Sachen Digitale Bildung und hat die Lehrpläne angepasst. Der Begriff „Computer- und Informationstechnologie“ wurde aus dem „national Curriculum“ – so etwas wie ein nationaler Lehrplan – gestrichen. Stattdessen wurden drei neue Begriffe eingesetzt:

  • Computer Science setzt sich vor allem mit Computern und IT im Allgemeinen auseinander: Die Architektur von Rechnern, Struktur von Daten, Algorithmen und Programmiersprachen.
  • Digital Literacy beschreibt die digitale Medienkompetenz. Es geht um den richtigen Umgang mit digitalen und sozialen Medien aber auch um den Umgang mit dem Rechner selbst. Es geht vor allem darum, bestimmte Fähigkeiten zu vermitteln und nicht nur trockenes Wissen zu verteilen.
  • Information Technology soll vermitteln wo und für welche Zwecke Computer und Informationstechnologie heute eingesetzt wird: Verwaltung, Wirtschaft, Kultur. Bestandteil ist die Architektur großer Computersysteme, sowie Aspekte des „menschlichen Faktors“ und des Projektmanagements.

Dabei geht es nicht darum Nachwuchs für die digitale Branche oder massenhaft Programmierer heranzuziehen. Es geht darum, Kindern das Rüstzeug für den Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. England hat ein klares Zeichen für die Digitale Bildung gesetzt. Das Schulfach Computing ist verpflichtend in allen Schulen ab Klasse 1. In Deutschland ist man davon leider noch weit entfernt.

Digitale Bildung: Schule muss digital werden

Lesen, schreiben, rechnen sind wichtige Pfleiler in unserem Bildungssystem. Doch in Zukunft müssen Gesellschaftliche Trends und technologische Entwicklungen schneller als bisher Einzug in den Unterricht halten. Dazu müssen in den Schulen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, aber auch die Lehrer weiter ausgebildet werden. Es muss ein Konzept „Schule 2025 – Agenda Digitale Bildung“ erstellt werden, damit die Bremer Schulen für die Zukunft gerüstet sind.

Ich setze mich für eine Modernisierung der Lehrpläne und die Einführung des Schulfachs „Computing“ ein.

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