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Für mich war heute ein ganz wundervoller Abend. Aber vielleicht fange ich von vorne an: Vor einigen Monaten hörte ich von einem Freund, dass er mit anderen Organisationen ein Event plant. Vor Weihnachten. Für Bedürftige. In Bremen. “Dein Festmahl” sollte für 800 Bedürftige in Bremen ein weihnachtlicher Abend werden. Ich sagte sofort und ohne groß zu überlegen: “Was braucht ihr? Ich kümmere mich!”.

100 Schlafsäcke organisieren – Challenge Accepted

Dein-Festmahl_LogoDann kam Mario wenig später mit dem “Was braucht ihr” um die Ecke: 100 Schlafsäcke und Isomatten. Puh, das ist ganz schön viel “brauchen”. Aber ok, Challenge accepted. Ich habe also mit meinem Chef gesprochen, mit ihm verhandelt und die Aktion angepriesen. Als Ergebnis konnte ich so 100 Schlafsäcke und 100 Isomatten zu “Dein Festmahl” mitbringen. Dafür vielen Dank an dbh Logistics IT und Marco Molitor!

Was ich heute erlebt habe, war ein wunderbarer Abend in der Vorweihnachtszeit. Die Halle 4 der ÖVB Arena war festlich geschmückt. Viele Spenden warteten auf die Gäste. Das Team vom Deutschen Roten Kreuz Bremen, von Ranwig Events, dem Geschmackslabor und der ÖVB Arena haben ganze Arbeit geleistet. Es waren viele Helfer vor Ort, die allesamt super motiviert waren.

Unterstützt wurde das Event auch von vielen Prominenten. Michael Thürnau, der Bingo Bär, hat souverän durch den Nachmittag geführt. Jeanette Rauch, Sarah Schiffer, Semino Rossi und viele andere haben ein mega Programm auf die Beine gestellt. Es wurde getanzt und gelacht. Alle konnten vom Alltag abschalten.

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Viele bewegende Geschichten

Ich durfte mich um die Garderobe kümmern. Klingt erstmal nicht sehr spannend. Aber am Ende war es das doch. An der Garderobe sind wir mit vielen Gästen direkt in Kontakt gekommen und konnten viele Gespräche führen. Das hat den Abend für mich so wundervoll gemacht. Zu sehen, wie die Menschen in der Halle angekommen sind und wie glücklich sie am Ende wieder gegangen sind. Die vielfältigen Geschichten haben mich tief bewegt.

Einige Geschichten werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Und einige Menschen haben mich durch ihr Wesen, ihre Offenheit wirklich berührt. So zum Beispiel der Obdachlose, introvertierte, den man erst überreden musste, seine Jacke abzugeben. Er wurde von Radio Bremen interviewt und kam über den Nachmittag immer mehr aus sich heraus. Sogar auf die Bühne hat er es geschafft, wo er ein Gedicht aufgesagt hat. Er war so mächtig stolz auf sich, dass er jedem davon erzählt hat. Jetzt möchte er sogar von seinem Laster, “dem Fusel”, loskommen. Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg und hoffe, dass er es schafft.

Anja und der Friseur

Dann war da noch Anja. Sie kam zu spät. Wegen des Wetters, wie sie sagte. Sie selbst sitzt im Rollstuhl. Ihr Hund wurde erst vor kurzem gebissen. Zum Glück konnten jemand noch den Tierarzt erwischen, der eigentlich auf dem Weg nach Hause war. Die Veranstaltung war schon fast vorbei und alle Vierbeiner versorgt.

Das Essen war bereits abgebaut. Aber wir konnten noch Gulasch, Kaffee und Wasser aus dem Helferbreich besorgen. Alle Helfer waren sich einig: Hier geht keiner hungrig aus der Halle!

Anja hat sich tierisch über jede Hilfe gefreut. Dabei war sie extrem bescheiden. Als ich ihr sagte, dass auch ein Friseur da ist, da leuchteten ihre Augen. Ja, Spitzen schneiden, das müsste mal wieder sein. Aber sie wolle sich nicht aufdrängen. Kurzerhand sprach ich mit dem Friseurteam, ob sie für Anja etwas länger machen würden. Und sie taten es. Und Anja? Die war begeistert und hat mich ganz fest geknuddelt. Sie nutzte die Wartezeit sogar noch, um den Arzt nach einem kurzen Check-Up zu fragen. Auch der hatte eigentlich schon abgebaut, nahm sich aber noch die Zeit. Neben dem Friseurbesuch hat sich Anja aber am meisten über das Hundefutter gefreut, das wir ihr noch mitgegeben haben. Man hat richtig gemerkt, wie wichtig die Beziehung zu ihrem Vierbeinigen Freund ist.

Schlafsäcke sind so wichtig

Und die Schlafsäcke? Die sind weggegangen wie warme Semmel. Wir hätten sicherlich nochmal 100 Schlafsäcke verteilen können. Viele haben auch die Isomatte genommen – nicht für sich, aber für ihren Hund.

Ich freue mich wirklich, dass ich Teil dieses Teams sein durfte. Und ich habe an diesem Abend etwas gelernt: Für viele war heute das wichtigste die Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wurde. Sie waren nicht “die Obdachlosen”, “die Hartzer” oder “die Bedürftigen”. Sie waren unsere Gäste.

Ich werde im nächsten Jahr garantiert wieder bei “Dein Festmahl” dabei sein. Ich hoffe, ihr auch!

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