Mühle Oberneuland mit Mühlenfeld

Überall in Oberneuland wird gebaut. Das ist gut, schließlich wird Wohnraum in der Stadt dringend benötigt. Deshalb wundert es nicht, dass jeder Fleck Bauland genutzt werden soll – schon 2015 wurde daher aus dem “Büropark Oberneuland” der “Wohnpark Oberneuland“. Jetzt, knapp drei Jahre später, sind die ersten 75 Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser fertiggestellt und es ist eine neue Nachbarschaft in Oberneuland entstanden.

Pläne für Oberneuländer Mühlenfeld

Weil Stillstand bekanntlich Rückschritt ist, hört der Bauboom natürlich nicht auf. Es geht munter weiter – zumindest soll es das nach Wünschen des Senats und der Investoren. Diesmal soll das Mühlenfeld vor der Oberneuländer Mühle herhalten. Im April wurden die Pläne für die 70.000 Quadratmeter große Fläche im Beirat vorgestellt. Insgesamt planen die Investoren mit ungefähr 250 Wohneinheiten:

  • 74 Reihenhhäuser
  • 14 Einzelhäuser
  • 4 Doppelhäuser
  • 11 Mehrfamiliemhäuser

Dazu kommen noch Carporthöfe. Die Sichtachse auf die Mühle soll freibleiben. Die Zahlen zeigen es schon: Das ist ein massiges Baugebiet, mitten in Oberneuland.  Und das gefällt natürlich nicht jedem. Das wurde spätestens auf der Einwohnerversammlung im Juni deutlich. Das größte Problem für die meisten Anwohner: Die Dichte des Baugebietes – viel zu voll und damit überhaupt nicht passend für den Kern Oberneulands.

Schwierige Diskussion ums Mühlenfeld

Die Diskussion ist natürlich schwierig und ich kann die Argumente auf beiden eiten verstehen: Auf der einen Seite eine gewachsene Struktur mit Einzelhäusern auf weitläufigen Grundstücken mit 500 und mehr Quadratmetern. Auf der anderen Seite wesentlich kleiner Grundstücke, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Der Senat ist unter Druck: Will er doch schnell viel Wohnraum schaffen. Die Oberneuländer möchten gerne im Kern weiterhin die Wohnbebauung sehen, wie bisher. Am Ende werden sich beide Seiten bewegen müssen. Aber die Diskussion wird nicht einfacher, solange die Stadtplaner mit Sätzen glänzen wie „Es ist schwer, mit Leuten zu sprechen, die immer gleich jaulen“. Das ist einer Diskussion wirklich nicht zuträglich.

Beiratsfraktionen sind sich einig: so nicht.

Die Fraktionen im Beirat Oberneuland sind auf der Seite der Bürger, wie sie in einem Brief an die Bauverwaltung aufzeigen. Vor allem sei man irritiert, “dass sich die Baudichte von ursprünglich geplanten 70 Wohneinheiten auf nunmehr mindestens 260 Einheiten fast vervierfacht” habe. Die Fraktionen stellen sich auch klar gegen eine Bebauung mit Reihenhäusern auf dem Areal. Beiratssprecherin Tamina Kreyenhop sagt dazu: „Eine Bebauung mit Reihenhäusern ist untypisch für Oberneuland, gerade in dieser exponierten Lage wollen wir das nicht haben“. Die Mühle und das Gebiet drumherum sind für Oberneuland eben ein Identifikationspunkt. Die Verwaltung sieht das natürlich anders – wie sollte es auch sein. Behördensprecher Jens Tittmann bringt es auf einen einfachen Nenner: “Es bleibt dabei”. Das ist typisch für Bremer Behörden. Und der politische Einfluss einer der Investoren wird sicherlich auch zuträglich gewesen sein.

Wie es jetzt weiter geht? Gute Frage. Vielleicht besser die Baubehörde noch einmal nach. Aber ich befürchte, dass man sich am Ende nicht einig wird. Was sagt ihr zu den Plänen auf dem Mühlenfeld?

Gefallen euch die Pläne für das Mühlenfeld Oberneuland?

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2 Kommentare
  1. Claus Knupfer sagte:

    Typische Bremer Planung: Für viel Geld wird ein Baudenkmal (Mühle) renoviert, dann wird es durch chaotisch geplante Bebauung unsichtbar gemacht. Billiger hätte man die Mühle abgerissen! Nach der maximalen Bebauung werden die Objekte dann so teuer werden, dass sie mit Steuermitteln subventioniert werden müssen. Rot-grüne Politik ist schon etwas tolles!

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  2. Michael Pflüger sagte:

    Eine Bebauung ist komplett abzulehnen, also Hände weg vom Mühlenfeld!
    Sozialer Wohnungsbau passt nicht nach Oberneuland und schon gar nicht aufs Mühlenfeld.
    Angeblich dringend benötigter sozialer Wohnungsbau ist nicht notwendig.
    Der Stadtteil verliert zusehends seinen Charakter durch zu viel und vor allem zu dichter Bebauung und damit verbundener Umweltschädigung. (hier auch unzumutbare erhöhte Verkehrsbelastung)
    Der Wohlfühlfaktor durch verdichteten sozialen Wohnungsbau wird massiv beeinträchtigt.
    Also freie Sicht auf eine freistehende Mühle!
    Es dürfte jedem klar sein, dass vorhandenes Grün gerade in heutiger Zeit des Klimawandels unbedingt erhalten werden muss und nicht versiegelt werden darf.
    Im Gegenteil, das Mühlenfeld eignet sich für eine Erweiterung des Parks am Ikensdamm über die Rockwinkeler Landstraße hinweg.
    Hier sind keine Wohnungsbau-Architekten gefragt, sondern Landschafts-Architekten zur Gestaltung einer Parklandschaft oder eines Lehrgartens für nachhaltigen Naturschutz.

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