Neue Mobilität für Bremen

In den letzten Jahren sind neue Mobilitätsformen entstanden, die den Bürgern einen Mehrwert bieten. Doch leider arbeiten Fahrdienstvermittlungs-Apps in einer rechtlichen Grauzone oder wurden mittlerweile verboten. Wir müssen über die künftige Ausgestaltung der bisherigen strengen Regulierung für das Taxiwesen nachdenken. Neue Mobilitätsformen müssen gefördert und nicht behindert werden.

Neben den Fahrdienstvermittlern kommen immer neue Dienste auf den Markt. Seit neuestem wird das Bikesharing-Geschäft in Deutschland durch StartUps aus den USA und China aufgerollt. Dies stellt Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen.

Fahrdienstvermittlung: Regulierung neu gestalten

visual-fb-verkehrInsbesondere das Taxiwesen ist im Zentrum des Konflikts mit neuen Mobilitätsdienstleistern, wie Uber, flinc oder Mitfahrgelegenheiten.de. Die bisherigen, strengen Regularien müssen reformiert werden. So stellt sich die Frage, ob in Zeiten von modernen Navigationssystemen die Ortskenntnisse von Taxifahrern weiterhin so streng geprüft werden müssen, wie bisher. Gleichzeitig ist die Personenbeförderung durch Fahrer ohne Lizenz und Sachkundenachweis, sowie dem entsprechenden Versicherungsschutz ein Risiko für die Nutzer. Die Politik muss hier einen Ausgleich schaffen. Bremen muss zusammen mit der Bundesregierung an sinnvollen Regularien arbeiten.

Gleichberechtigung der Mobilitätsformen

Für mich ist klar, dass für alle Fahrer, die kommerziell Fahrgäste befördern, müssen die selben Regeln gelten. Gemeinsam mit der Bundesregierung müssen die bestehenden Gesetze überprüft und angepasst werden. Im Zentrum muss der Nutzen für den Bürger stehen.

Bikesharing: Neue Anbieter – ohne Regulierung

Bike Sharing in Bremen mit LimeBikeBikeSharing Angebote erfreuen sich immer größterer Beliebtheit. In Bremen gab es bislang kaum solche Angebote. mit LimeBike hat ein erstes StartUp für Leihräder in Bremen mit ihrem Geschäft begonnen. Die knallgrünen Fahrräder stehen an jeder Ecke. Über eine App können diese gefunden und gebucht werden. Nach der Nutzung lässt man diese einfach dort stehen, wo man grade ist. Ein spannender Service für Gelegenheitsnutzer und Touristen.

Für die Stadt Bremen kann dies aber auch zum Problem werden. Noch funktioniert der Service, die Räder stehen an Fahrradstellplätzen und sind im Normalfall nicht kaputt. Das ist gut. Doch in anderen Städten ist es bei anderen Anbietern schon zu Problemen gekommen. Insbesondere Anbieter aus Asien überschwemmen Städte mit ihren Rädern und haben den Service vor Ort eher schlecht organisiert. Wir müssen aufpassen, dass nicht an jeder Ecke kaputte Räder herumstehen und -liegen. Diese Entwicklung müssen wir im Blick behalten und unter Umständen auch eine Regulierung schaffen.

Einen anderen Ansatz verfolgt Swapfiets aus den Niederlanden. Der Anbieter ist seit Mai 2018 in Bremen aktiv. Der Unterschied zum Bikesharing? Bei Swapfiets mietet man ein Fahrrad auf Monatsbasis. Man sucht sich also nicht immer ein neues Rad, sondern hat ein festes für sich zur Verfügung. Ist es einmal kaputt, so wird es durch den Anbieter innerhalb kurzer Zeit ausgetauscht. Die möglichen Probleme durch eine Überschwemmung der Städte mit Rädern ist hier nicht gegeben.