Nicht an der Grünpflege sparen

Bremen ist eine grüne Stadt. Bitte nicht falsch verstehen, ich meine das nicht politisch. In Bremen gibt es mit den Wallanlagen, dem Bürgerpark und Rhododendronpark schöne Anlagen, die diese Stadt zu liebenswert machen. Doch auch das Straßengrün ist allgegenwärtig, genau wie die Bäume in den Seitenstraßen. Das macht den Charme von Bremen und insbesondere Schwachhausen aus.

Kostendruck gefährdet Verkehrssicherheit

visual-fb-gruenpflegeDoch grade die Grünanlagen an den Straßen sind oft ein Ärgernis für die Bürger, denn gepflegt wirken sie manchmal nicht. Vor allem die Baumpflege bereitet dem Umweltbetrieb Sorgen. Bürger äußern die Vermutung, insbesondere in der Fällsaison immer wieder, dass aus Kostengründen nicht nur kranke Bäume gefällt werden, sondern auch gesunde. Der Umweltbetrieb bestreitet dies. Doch es gibt einen enormen Kostendruck, wie Heiner Baumgarten vom Umweltbetrieb dem Weser Kurier bestätigt.

Etatkürzungen führen zwangläufig auch zu Personaleinsparungen. Und das wirkt sich unmittelbar auf die Baumpflege aus. Waren in den 80er Jahren noch bis zu 400 Mitarbeiter für die Baumpflege tätig, sind es mittlerweile nicht mal mehr 200. Der Baumbestand ist jedoch gleich geblieben – ca. 70.000 Straßen- und 220.000 Parkbäume auf öffentlichem Grund. Es reicht grade noch zur Verkehrssicherung und teilweise nicht mal mehr dazu. Mittlerweile geht der Umweltbetrieb sogar „kalkulierte Risiken“ ein, da er mit der Baumpflege nicht hinterher kommt.

Geringe Investitionen in Grünpflege in Bremen

Das Problem ist hausgemacht vom rot-grünen Senat. Der Etat für die Grünpflege ist von der grün-geführten Umweltbehörde in den letzten Jahren immer weiter heruntergefahren worden. Im Vergleich mit elf anderen Städten belegt Bremen auch in diesem Ranking die letzten Plätze. Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement zeigt in ihrem neuesten Bericht auf, dass Bremen pro Quadratmeter grade mal 67 Cent für die Pflege von Parks und Grünanlagen ausgibt. Der Durchschnitt der Vergleichskommunen ist 1,23 Euro, der Spitzenreiter Stuttgart investiert sogar 2,21 Euro. Die Zahlen sind bereits zwei Jahre alt.

Die Umweltbehörde hält von dem Ranking nicht viel, denn laut ihrem Behördensprecher seien die verglichenen Kommunen zu unterschiedlich. Klingt für mich nach einer billigen Ausrede. Der rot-grüne Senat muss für die bedarfsgerechte Ausstattung für die Grünpflege sorgen. Das grade eine rot-grüne Koalition an dieser Stelle spart ist schon ein Witz. Die Grünanlagen sind schließlich auch ein Aushängeschild, dass gepflegt werden muss.

Wohnortnahe Kinderbetreuung

Wohnortnahe Kinderbetreuung sichern!

Laut Sozialressort gibt es in Bremen ausreichend Plätze in Kindergärten, um den Bedarf zu decken. Doch das ist nur Schönrederei, denn das gilt nur, wenn man Bremen als Ganzes betrachtet. Schaut man sich die wohnortnahe Versorgung an, dann tun sich Lücken auf. Nicht alle Wünsche der Eltern können derzeit erfüllt werden.

Kindergärten: Keine wohnortnahe Versorgung

Wohnortnahe KinderbetreuungVor allem in Bremen-Gröpelingen, Blumenthal, Findorff und Osterholz gibt es zu wenig Kindergartenplätze für die drei- bis sechsjährigen. Dort fehlen insgesamt 125 Plätze. In der Östlichen Vorstadt, in Burglesum oder Obervieland hingegen gibt es freie Plätze. Doch grade für Eltern von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren ist es wohl keine echte Option jeden morgen bis zu 30 Minuten zum Kindergarten zu fahren. Das Sozialressort beteuert zwar, eine Lösung zusammen mit den Eltern finden zu wollen, doch kommt dies wohl etwas spät. Schließlich dürften die Bedarfzahlen bereits länger bekannt gewesen sein – die Kinder wurden ja nicht erst gestern geboren.

Auch Hortplätze bereiten Probleme

Ein weiteren Mangel gibt es bei der Betreuung von Hortkindern. Hier übersteigen laut Sozialressort die Anmeldungen die zur Verfügung stehenden Plätze. Als Alternative prüft das Ressort, die Betreuung von Hortkindern in Ganztagsschulen. Sicher keine adäquate Alternative für die Eltern und die Kinder gleichermaßen. Deutlich wird, dass das Sozialressort bei seinen Planungen gepennt hat.

Wohnortnahe Kinderbetreuung sicherstellen

Klar ist, dass bei der Kinderbetreuung massiver Nachholbedarf besteht. Das Argument von Sozialsenatorin Stahmann, dass in Bremen insgesamt genügend Kindergartenplätze vorhanden seien, ist scheinheilig. Getreu dem Motto „Kurze Wege für kurze Beine“ muss der Senat für eine wohnortnahe Versorgung mit Kindergartenplätzen sorgen. Das Bedeutet, dass flexibel auf Anmeldezahlen reagiert werden muss. Der rot-grüne Senat hat hier mal wieder geschlafen. Zum Leidwesen der Eltern!

Politdate: Online Projekt zur Bürgerschaftswahl

Vor ein paar Tagen bin ich auf Facebook über das Politdate gestolpert. Ein Projekt von Radio Bremen, dass Bremerinnen und Bremer mit Politikern zusammenbringt. Klingt ziemlich spannend. Mittlerweile hat es auch schon die ersten Dates zwischen Bremern und Politikern gegeben.

Worum geht es aber genau? Dazu findet man auf der Facebook Seite diese Beschreibung:

„Politdate – Triff deine Wahl“ ist ein Onlineprojekt von Radio Bremen, das Bremer Bürger und Politiker zusammenbringt. Wir arrangieren ein Date, das Politdate. Bremerinnen und Bremer entscheiden selbst, wo das Treffen mit dem Politiker stattfindet und worüber gequatscht werden soll. Es gibt keine Tabu-Themen. Wir berichten hier über unsere Recherchen, Vorbereitungen und wie auch ihr mitmachen könnt.

Die Website zum Politdate ist leider noch nicht online.. Dort sollen am Ende die Dates auch zu sehen sein. Bis dahin gibt es Informationen auf Twitter und Teaser auf der Facebook Seite:

Ich finde das Format echt spannend, da der Kontakt zwischen Politik und Wähler immens wichtig ist. Insbesondere das hier die Themen mal nicht von Redakteuren oder Politikern vorgegeben werden, sondern von den Bremerinnen und Bremern. Ich persönlich würde so eine Einladung zu einem Date nicht abschlagen. Insbesondere zum Theme Digitalisierung würden mich die Ideen und Anregungen der Bremerinnen und Bremer interessieren.

Wie findet ihr das Projekt?

Bike- und CarSharing in Bremen ausbauen

Mobilität hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Wer keinen PKW anschaffen will, aber nicht gänzlich auf ein Auto verzichten will, der hat mit CarSharing eine gute Alternative. So auch in Bremen. Doch sieht es so aus, als gäbe es in Bremen nur einen Anbieter: Cambio mit 200 Autos. Dabei gibt es noch drei weitere Anbieter von CarSharing in Bremen: Flinkster, Move About und PMC eG.

Voraussetzungen für Anbieter überprüfen

Doch diese drei Anbieter haben es schwer, denn nur Cambio darf seine PKW auf öffentlichen Flächen abstellen. Laut Verkehrsenator erfüllt nur Cambio die Umweltauflagen, die sich aus dem Siegel „Blauer Engel“ ergeben. So ersetzt jedes der 200 Cambio Fahrzeuge 11 normale PKW. Andere Anbieter haben das Nachsehen, obwohl sie z.B. auf Elektro-Autos setzen, statt auf herkömmliche PKW, wie Cambio. Andere Anbieter haben Probleme, die Voraussetzungen nachzuweisen. Das führt zwangsläufig zu einem eingeschränkten Angebot in Bremen.

Dabei gibt es durchaus Bedarf an umweltschonenden Alternativen. Und auch flexible CarSharing-Modelle, ohne feste Stellplätze, sind in anderen Städten äußerst beliebt. In Hamburg stehen in der ganzen Stadt die kleinen Flitzer von Car2go. In Bremen nicht.

Shared Mobility in Bremen sinnvoll ausbauen

visual-fb-sharedmobilityDabei kann die geteilte Mobilität – Shared Mobility – viel für den Verkehr leisten. Wer CarSharing nutzt, hat im Normalfall keinen eigenen PKW. Das Auto wird nur im Bedarfsfall genutzt. Parkflächen werden entlastet und auch der innerstädtische Verkehr. Durch die restriktive Politik des rot-grünen Senats wird die Weiterentwicklung dieser neuen Form der Mobilität behindert.

CarSharing ist eine sinnvolle Alternative zum eigenen PKW. Auch für die Nutzer, sparen sie doch die Anschaffungs- und Fixkosten. Gleichzeitig haben sie aber trotzdem Zugriff auf einen PKW. Sei es für den Großeinkauf, den Besuch von Verwandten oder den Ausflug ins Grüne. Moderne und flexible Sharing-Konzepte müssen in Bremen besser gefördert und ausgebaut werden. Die aktuellen Regelungen müssen kritisch überprüft werden, damit auf diesem Markt eine Angebotsvielfalt entstehen kann. Der rot-grüne Senat war dazu bislang nicht in der Lage.

BikeSharing als sinnvolle Ergänzung

Neben CarSharing ist auch das BikeSharing interessant für Bremen. Das auch für Fahrräder ein Bedarf besteht, zeigt Hamburg. Dort gibt es mit dem Stadtrad Hamburg ein flächendeckendes Netz von BikeSharing Stationen. In Bremen gibt es kein solches Angebot. Schade eigentlich, denn Bremen lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Und auch ein BikeSharing Konzept entlastet den Verkehr in der Innenstadt. Der Senat verpasst auch an dieser Stelle Chancen für ein modernes Verkehrskonzept.

Bremen muss ein Konzept für den flächendeckenden Ausbau von Car- und BikeSharing entwickeln. Dazu müssen öffentliche Flächen bereitgestellt und die Auflagen für Anbieter überprüft werden. Ebenso müssen Partnerschaften mit Unternehmen in Betracht gezogen werden. Und es müssen Anreize geschaffen werden, die den Umstieg auf Car- und BikeSharing erleichtern. So könnte man darüber nachdenken, die Nutzung solcher Angebote mit kostenlosen Monatskarten des ÖPNV zu versüßen. Der rot-grüne Senat verschläft eine sinnvolle Entwicklung. Es wird Zeit für einen Regierungswechsel in Bremen.

Wie denkst du über Shared Mobility? Ich freue mich auf deine Kommentare!