Tag Archives: Wirtschaft

Verdi ohne Augenmaß

24 Sep

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250verdi Farbe mitSchriftzug Die Unternehmer lassen mal wieder jedes Augenmaß vermissen. So so. Sagt zumindest der hiesige Gewerkschaftsfunktionär und SPD-Ratsherr Ingo Logemann. Hintergrund sind die angekündigten Entlassungen bei J. Müller Breakbulk Terminal. Augenmaß also – das hat Ver.di auch so manches mal vermissen lassen.

Nun kritisiert Ingo Logemann, dass im Braker Hafen Mitarbeiter entlassen werden. Für den Einzelnen ein großes Schicksal – keine Frage. Doch geht es hier um die Sicherung der anderen Arbeitsplätze und des Unternehmens. Ökonomen Land auf, Land ab – nein, sogar weltweit – sind sich sicher, dass wir die Talsohle grade einmal erreicht haben.  Wie lange das Tal dauert weiß keiner. Doch eines ist klar: Unsere konjunkturelle Entwicklung läuft der amerikanischen mit ein bis 1,5 Jahren Verzögerung hinterher. Wo die USA Ende 2008 waren, stehen wir heute. Die Zeiten werden besser, keine Frage. Doch erst einmal müssen wir mit der Krise leben. Und da heißt es: Arbeitsplätze und Unternehmen sichern.

Die Geschäftsführung von J. Müller Breakbulk Terminal handelt bedacht. Herr Logemann glaubt doch nicht wirklich, dass hier einfach so ins blaue geraten wird was die zukünftige Entwicklung betrifft. Oder will Herr Logemann neue Aufträge ranholen? Ich glaube nicht!

“Die soziale Verpflichtung von Arbeitgebern gilt nicht mehr” sagt der Herr Logemann.

Wenn Unternehmer soziale Verpflichtung ernst nehmen, dann sind es mittelständische, familiengeführte Betriebe wie die J. Müller Gruppe. Aber der Gewerkschaftsfunktionär erkennt das nicht an. In guter alter sozialistischer Denke: Der Unternehmer ist Böse. Jan Müller hat einen Sozialplan angekündigt. Die Mitarbeiter werden also nicht im Regen stehen gelassen. Müller steht zum Standort Brake und das auch in Zukunft. Und in besseren Zeiten werden auch wieder Mitarbeiter eingestellt. Angebot und Nachfrage. So funktioniert Marktwirtschaft.

In guten Zeiten wurden von Gewerkschaftsbossen wie Logemann Lohnforderungen noch und nöcher gestellt. Egal welche Branche, egal welcher Betrieb. Die Gewerkschaftsfunktionäre konnten den Hals nicht voll genug kriegen. Und in konjunkturell schlechten Zeiten? Kein Wort von Lohnsenkungen, damit Betriebe weiter wirtschaftlich arbeiten können und überlebensfähig im internationalen Wettbewerb bleiben. Schauen wir doch nur mal auf Opel, mit Staatsgeld vorübergehend gerettet. 3500 – 5000 Stellen sollen abgebaut werden. Aber hat einer der Betriebsräte mal gesagt: “Wir verzichten vorübergehend auf X% Lohn, damit unsere Kollegen ihre Jobs behalten!” Mitnichten! Da ist sich jeder selbst der Nächste. Und die viel beschworene Solidarität ein Fremdwort.

Gewerkschaften sind sehr einfach gestrickt: Am Gewinn sollen die Mitarbeiter beteiligt werden – den Verlust sollen die Unternehmer bitte selbst tragen.

Herr Logemann, bitte nehmen sie die Fakten ernst und hören auf mit ihrem Populismus.

Merkel auf dem Marktplatz in Bremen

19 Aug

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teAM2009 Am Montag war Angela Merkel zu besuch in Bremen. Der Marktplatz vor dem Rathaus wurde mit einer Bühne ausgestattet, eine Großleinwand wurde aufgestellt und auch das teAM Deutschland  bereitete sich auf den Besuch der Kanzlerin vor.

Und mit dem teAM warteten gut und gerne 3500 – 4500 Menschen auf die Ankunft von Angela Merkel. Doch damit das Warten nicht langweilig wurde, gab es ein Vorprogramm, das teAM Deutschland wurde vorgestellt, die Kandidaten für die Bundestagswahl beantworteten Fragen auf der Bühne und der teAM Deutschland Song wurde vorgestellt. Premiere auf Deutschlands Wahlkampfbühnen – und das in Bremen.

Zu den über 50 teAM-Mitgliedern gesellten sich zwei Spanierinnen dazu. Die beiden waren grade zu einem Deutschkurs an der Uni Bremen und als sie hörten, dass Angela Merkel kommt wollten sie unbedingt dabei sein. Und sogleich haben sie sich als Unterstützer registriert.

Gegen 19:30 kam Angela Merkel an und ging durch die Menge zur Bühne. Unter großem Applaus betrat sie die Bühne und wurde durch Thomas Röwekamp begrüßt.

Ein Thema in der Rede von Angela Merkel war natürlich die Krise

“Unser Land hat in dieser Krise zusammengehalten, und das wird auch in Zukunft so sein. Und ich bin sehr dankbar dafür.”

Ein weiter wie bisher dürfe es nach ihrer Meinung nicht geben und die Unternehmen müssten umdenken. Auch in Zeiten der Krise muss in Forschung und Entwicklung investiert werden, damit auch in Zukunft Innovationen aus Deutschland kommen. Bremer Unternehmen haben dies bereits verstanden und seien führend in Forschung und Entwicklung. Durch Innovation entsteht Wachstum

“Weil Wachstum aus der Krise rausführt, und weil Wachstum uns Arbeit gibt.”

Deshalb setzte sie auch ein besonderes Augenmerk auf die Bildung. Diese ist das Zentrale Thema, nicht nur in der Wirtschaft sondern auch im Bereich Integration.

“Bildung ist das A und O für unsere Zukunftsfähigkeit.”

Auch auf die Familienpolitik ging die Bundeskanzlerin ein. Man wolle die Familien weiter stärken, die Vereibarkeit von Familie und Beruf fördern und auch den Betreuungsbereich ausbauen.

“Wir wollen den Familien nicht vorschreiben, wie sie leben sollen.”

Ihre Rede wurde immer wieder von Applaus und “Angie, Angie” rufen unterbrochen. Am Ende waren alle begeistert vom Auftritt unserer Kanzlerin in Bremen. Und um es mit den Worten der beiden Spanierinnen zu sagen:

“Team Deutschland go!”

Video der Veranstaltung

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Guttenbergs weiße Weste…

13 Aug

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090805 pl guttenberg 300x213 Die weiße Weste von Guttenberg hat nach Auffassung der Sozialdemokraten ein paar Flecken bekommen. Viele dachten schon der Wirtschaftsminister müsste ein Rehkitz überfahren, um überhaupt etwas falsch zu machen. Und nun sehen die Genossen den Skandal. Das Wirtschaftsministerium hat eine Anwaltskanzlei zur Beratung für ein Gesetzesvorhaben eingeschaltet.

Es geht um einen Gesetzentwurf zur Zwangsverwaltung angeschlagener Banken. Hierbei hat die Kanzlei Linklaters das Wirtschaftsministerium beraten. Justizministerin Zypries (SPD) wirft deshalb Guttenberg die

“Verschwendung von Steuergeldern”

vor. Das Finanzmisterium von Peer Steinbrück (SPD) arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Verstaatlichung von Banken. Guttenberg hatte bereits im Februar das Justizministerium gebeten, in dieser Sache ein marktwirtschaftliches Gesetz vorzulegen. Beziehungsweise bei dessen Erarbeitung zu unterstützen. Doch scheint Frau Zypries nicht gewillt gewesen zu sein, die marktwirtschaftlichen Grunzüge einer Lösung – die das Wirtschaftsministerium erarbeitet hat – umzusetzen.

Es ist für die SPD die Chance den allseits beliebten Wirtschaftsminister eins auszuwischen. So ist es nicht verwunderlich, dass Zypries weiter poltert und erklärt, es sei

“unverantwortlich eine große Wirtschaftskanzlei zu beauftragen, statt den vorhandenen Sachverstand innerhalb der Bundesregierung zu nutzen.”

Die Verweigerungshaltung ihres Ministerium in der Sache verschweigt sie natürlich. Die SPD und Frau Zypries wittern Oberwasser gegen den Senkrechtstarter. Natürlich muss man sich dann auch gehörig aufregen. CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter weißt jedoch zu recht die Kritik aus den Reihen der SPD zurück:

“Es geht darum, ein sehr kompliziertes Verfahren in Gang zu setzen, um die Verstaatlichung von Banken zu verhindern”

Aber ist es nicht gängige Praxis sich externen Sachverstand zu holen? Das Finanzministerium von Steinbrück (SPD) ist dabei sogar einsamer Spitzenreiter. Im vergangenen Jahr hat das Ministerium insgesamt 14,28 Millionen Euro für Sachverständige ausgegeben. Und damit das vorgesehene Budget mit 9,2 Millionen Euro überzogen. Ob in anderen Ressorts noch versteckte Ausgaben für externe Berater verbucht wurden, kann nicht geklärt werden – gilt aber als wahrscheinlich. Das Außenministerium von SPD-Kanzlerkandidat Frank Steinmeier hat 1,3 Millionen für Berater und Sachverständige ausgegeben (200.000 mehr als vorgesehen). Auch andere Ministerien haben externe Beratungsleistungen eingekauft: Das Innenministerium (CDU) für 1,26 Millionen Euro, das Verkehrsministerium für 380.700€ und das Arbeitsministerium (SPD) immerhin noch für 250.000€.

Und hinzu kommt, dass Peer Steinbrücks (SPD) seine Gesetze zur Rettung des Bankensektors von der Wirtschaftskanzlei Freshfield Bruckhaus Deringer ausarbeiten ließ.

Nun kann man diese Praxis insgesamt befürworten oder ablehnen. Der Vorsitzende des Verbandes der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden, Hans-Ulrich Benra, sieht mir Sorge auf die Entwicklung und befürchtet, dass die Kanzleien eigene Interessen in den Vorlagen vertreten würden. Der Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim kritisiert diese Praxis ebenso:

“Es besteht die Gefahr, dass der Gesetzgeber immer mehr zum Gesetznehmer wird”

Doch sind Ministerien die Gesetzgeber? Mitnichten. Das ist immernoch das Parlament. Die Ministerien bereiten die Gesetzesvorlagen und Anträge lediglich vor. Sowohl die der Regierung, als auch der Opposition! Der Knackpunkt ist doch am  Ende der Inhalt, der im Gesetz steht und nicht wer es erarbeitet hat. Jan schreibt dazu im Filterblog sehr treffend:

“Wenn die Ergebnisse okay sind, dann können ja teure Methoden durchaus kostengünstige Lösungen nach sich ziehen.”

Aber was soll man von der Aussage vom grünen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland halten:

“Eine Kanzlei zu beauftragen, die ansonsten mit maroden Banken ihr Geld verdient, ist ungefähr so, als ob man zum Trockenlegen des Sumpfes die Frösche beauftragt.”

Sagt sie doch viel über die Arbeitsauffassung des Herrn Wieland aus. Es ist doch schließlich der Job von Parlamentariern sich mit den Vorlagen zu beschäftigen, über den Inhalt zu diskutieren und diesen auf Richtigkeit zu prüfen. Dabei ist  es doch egal, aus wessen Feder der Entwurf stammt. Parlamentarier sollten dazu in der Lage sein. Nein, sie müssen dazu in der Lage sein, den Inhalt eines Gesetzentwurfs bewerten zu können. Aber anscheinend traut Wieland das weder sich, noch den Parlamentskollegen zu.  Im Filterblog schreibt Jan dazu sehr treffend:

“Ich wähle doch nicht, damit die Herrschaften einfach blind abnicken, was ihnen vorgesetzt wird. Wäre dass der Sinn eines Parlamentes, dann könnten wir sämtliche Abgeordneten auch durch dressierte Schimpansen ersetzen – die sind wenigstens in den meisten Fällen lustiger anzuschauen.”

Am Ende entscheiden über den Inhalt von Gesetzen keine Kanzleien, keine Beamten, keine Lobbygruppen und auch keine Ministerien oder auch nur die Bundesregierung, sondern das Parlament. Die Abgeordneten, die nicht in der Lage sind Gesetze auf inhaltliche Richtigkeit hin zu untersuchen, haben womöglich ihren Job verfehlt.

Wiedeking geht – Porsche kommt…

23 Jul

Wiedeking geht – Porsche kommt…

508173950 6ff5d782e4 m … in den VW Konzern. Am Freitag wurde es noch heftig dementiert – aber auch die Ablösung von Wendelin Wiedeking als Porsche-Chef ist anscheinend beschlossene Sache. Auch wenn der Aufsichtsrat noch nicht abschließend darüber beraten haben, so sind sich wohl die Eigentümer einig.

Die Ablösung von Wiedeking hat nun Spekulationen, um die mögliche Abfindung hervorgerufen. Der Manager hat schon in den letzten Jahren mit einem Spitzengehalt von sich reden gemacht. 2007 soll er 60 Millionen Euro kassiert haben, 2008 sollen es gar 100 Millionen gewesen sein. Möglich machte das ein extrem hoher erfolgsabhängiger Vergütungsteil. Nun wird über eine Rekord-Abfindung von bis zu 250 Millionen Euro spekuliert. Die Stuttgarter Nachrichten berichten aus Aufsichtsratskreisen, dass man eine schnelle Trennung wolle und dafür auch bereit sei viel Geld in die Hand zu nehmen. Wiedekings Vertrag läuft noch bis 2012.

Das ruft natürlich direkt auch Neid und Missgunst hervor. Doch wir haben keine Staatswirtschaft, die Eigentümer entscheiden über die Abfindung. Und das ist auch gut so. Wiedeking zählt nicht umsonst zu den Top-Managern in Deutschland und Europa. Wenn er nicht sogar der Top-Manager ist. Und noch redet man über ungelegte Eier – nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten soll erst am Donnerstag endgültig entschieden werden.

Am Mittwoch wurde jedoch eine Kapitalerhöhung über 5 Milliarden Euro beschlossen. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor und gilt damit als sicher. Damit wäre die Vorraussetzung für die Integration in den VW Konzern geschaffen. Der VW-Aufsichtsrat könnte schon am Donnerstag über die Übernahme von Porsche entscheiden. Damit würde der Konzern auf zehn Marken anwachsen und könnte seine Spitzenstellung in Europa und der Welt weiter ausbauen.

Ursprünglich wollte Porsche den wesentlich größeren VW-Konzern schlucken. Doch aufgrund von Finanzproblemen und Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 10 Milliarden Euro hat Porsche sich bei dem Vorhaben regelrecht verschluckt.

Alleine ist Porsche damit nicht, denken wir doch nur zurück an Schaeffler und die Übernahme von Continental

Update: Der Artikel wurde bereits von Mittwoch auf Donnerstag geschrieben und am Donnerstag veröffentlich. Wiedeking lässt durch seinen Anwalt mitteilen, dass er zu keinem Zeitpunkt eine Abfindung von 260 Millionen Euro gefordert habe. Am Ende erhielt er eine Abfindung in Höhe von 50 Millionen Euro, von denen er anscheinend 25 Millionen in eine zu gründende Stiftung für Porsche Mitarbeiter geben will.

cc photo credit: thEOS.

Porsche: Einigung im Übernahmepoker

18 Jul

Porsche: Einigung im Übernahmepoker

1526061784 f35776538f m Vor ein paar Monaten dachte man noch “Huch, da wedelt der Schwanz mit dem Hund”. Der kleine Sportwagenhersteller wollte den größten Automobilhersteller übernehmen. Durch die Porsche-Sekulationen mit den VW Aktien stiegen diese zeitweise auf einen Rekordwert von über 1000 Euro, somit war VW kurzzeitig das teuerste Unternehmen der Welt.

Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Die Aktien stiegen ins Unermessliche und Porsche bekam Probleme damit seine Aktienoptionen zu ziehen. Schulden wurden aufgetürmt.

Über einen Einstieg Katars bei Porsche wurde gemutmaßt. Doch dieser Einstieg wurde von vielen Seitten in Zweifel gezogen. Mittlerweile scheint sich jedoch eine Lösung abzuzeichnen. Der Spiegel berichtet, dass Porsche wohl als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden soll. Dies soll in zwei Schritten passieren. In einem  ersten Schritt übernimmt VW 49,9 Prozent der Porsche Anteile. Dies könnte der Porsche Holding 8 Milliarden Euro einbringen – der größte Teil des Schuldenbergs könnte abgetragen werden.  Laut FTD belaufen sich die Porsche-Verbindlichkeiten auf über 10 Milliarden Euro.

An einem vereinten VW-Porsche Konzern würden die Familien Piech und Porsche 50 Prozent halten, das Land Niedersachsen weiterhin 20 Prozent. Und auch das Emirat Katar spielt in diesem Szenario eine Rolle. Es würde zwischen 14,9 und 19,9 Prozent der Anteile halten. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff steht hinter diesem Plan. Sollte Katar 20% des Aktien halten, hätte es auf Grund des VW-Gesetzes ebenso eine Sperrminorität wie VW. Probleme damit hat Wulff nicht:

“Das VW-Gesetz ist keines ausschließlich für Niedersachsen. Wer 20% hat, hat eine Sperrminorität.”

Die Zukunft von Porsche-Chef Wiedeking ist derweil noch ungewiss. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass dieser das  Unternehmen verlassen wird. Ihm könnte dann eine Rekord-Abfindung von bis zu 100 Millionen Euro gezahlt werden. Die Spekulationen um Wiedeking wies der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche zurück. Auch der stellvertrende Aufsichtsratsvorsitzende und Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück dementierte die Berichte:

“Wiedeking ist Vorstandschef, und er wird es bleiben.”

Nachfolger von Wiedeking könnte der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht werden – berichtet die Wirtschaftswoche.

cc photo credit: ChrisMRichards

Dies und Das #13 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

17 Jul

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75x75 kompass David gegen Goliath oder wie es modern heißt “Porsche vs. VW”, Auflösungserscheinungen in Schleswig-Holstein, gebrochene Handgelenke, tote Musiker, Parteitage und Beitritte. Viel los in der Welt also…

Was mich so interessiert hat, was ich gelesen und was ich überflogen habe:

Kapitalismus ist gut!

5 Jul

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2630539049 37e633c709 m Der Kapitalismus wird immer wieder gescholten. Laut seinen Kritikern ist er schuld an Armut, Klimawandel und natürlich auch sozialer Ungerechtigkeit. Die Kritiker fühlen sich durch die Krisen, wie auch die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise natürlich vollends bestätigt. Und sie verkünden immer wieder das Ende des Kapitalismus.

Aber es gibt auch lobende Worte und Befürworter. Eigentlich müsste es jedem klar sein: Ohne Kapitalismus hätten wir heute nicht den Lebensstandard, den wir haben! Ziel ist es, ganz egoistisch, Gewinn zu erzielen. Produkte möglichst preisgünstig herstellen und dann gewinnbringend verkaufen. Diese egoistischen Motive in ihrer Gesamtheit bringen der Gesellschaft viele Vorteile.  

Einen sehr guten Beitrag hat Michael Miersch in der Welt veröffentlicht. Er versteht den Kapitalismus und die Krisen folgendermaßen:

Es ist die Wirtschaftsweise, die sich ergibt, wenn man die Menschen einfach machen lässt. Krisen gehören zum Kapitalismus wie das Bauchweh zum Festschmaus. 

Zehn Argumente hat er für den Kapitalismus gesammelt und eines dagegen. Sein Kommentar “Warum der Kapitalismus beibehalten werden muss“ erörtert in diesen zehn Punkten die Vorteile des Kapitalismus:

  1. Kapitalismus ist eine Wohlstandsmaschine
  2. Kapitalismus schafft Arbeitsplätze
  3. Kapitalismus ist gesund
  4. Kapitalismus tut viel für Bildung
  5. Kapitalismus fördert den Fortschritt
  6. Im Kapitalismus gedeiht die Gleichberechtigung
  7. Kapitalismus ist der beste Verbündete der Freiheit
  8. Kapitalismus braucht Frieden
  9. Kapitalismus fördert Umweltschutz
  10. Im Kapitalismus florieren die Künste

Und als Argument gegen den Kapitalismus führt Miersch auf:

Kapitalismus macht unglücklich

Ein Kommentar zum Kapitalismus der mir aus der Seele spricht und auf den ich lange gewartet habe. Der Artikel bringt es auf den Punkt und deshalb möchte ich euch diesen sehr ans Herz legen!

cc photo credit: iChaz

Dies und Das #12 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

1 Jun

Dies und Das #12 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

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Abmahnungen, Opel, Arcandor, Milliardenbeträge die in Fäßer ohne Boden gesteckt werden, dazu noch Insolvenz ein wenig Internet und ein Etikettenschwindel. Ach ja und natürlich Basic Sunday von Alper Iseri!

Was mich so interessiert hat, was ich gelesen und was ich überflogen habe:

Wer brauch noch Geld? Bitte melden!

1 Jun

Wer brauch noch Geld? Bitte melden!

3323630328 d435ccbf7d m Ein Damm ist gebrochen! Nein es droht keine Sturmflut, die Deiche sind sicher. In der Wirtschaftspolitik ist ein Damm gebrochen – die Ordnungspolitik wurde zu Grabe getragen.

Opel wird mit einer Bürgschaft für einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gerettet und kann deshalb vom österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna übernommen werden. Die Arbeitsplätze sind also gerettet: JUHU! Damit kostet jeder der 25.000 Arbeitsplätze den Steuerzahler 300.000 Euro.

Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts hatte sich klar für eine Insolvenz ausgesprochen:

“Opel will sich auf Kosten der Allgemeinheit vom Staat retten lassen. Doch den Staat geht das nichts an.”

Und er erklärt weiter:

“Zur Rettung der Banken durch den Staat gab es keine Alternative. Die Geldversorgung ist eine hoheitliche Aufgabe des Staates, bei der die privaten Banken eine wichtige, unverzichtbare Hilfsfunktion ausüben. Mit den Autoherstellern hat der Staat nichts zu schaffen.” 

Und genau das ist der Punkt: Mit unseren Steuern soll die Rettung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens finanziert werden. Befremdlich ist dabei, dass Opel nun nicht zu den erfolgreichsten Automobilherstellern in Deutschland und Europa zählt. Das Unternehmen schwankte immer zwischen Erfolg und Pleite. Mal zahlte man Überschüsse an die GM Zentrale, mal erhielt man Milliarden aus Detroit. Doch die Koalitionäre sind froh – bis auf einen.

Wirtschaftsminister Guttenberg hatte für eine geordnete Insolvenz plädiert. Sicherlich hat er eine Planinsolvenz gemeint. Diese hätte die Chance eröffnet, dass Unternehmen zu sanieren – ohne Steuergelder. Am Ende entscheidet der Konsument, welches Auto er kauft. Wenn der Konsument sich auch in Zukunft eher selten für einen Opel entscheidet, pumpt man dann noch mehr Geld in das System?

Kann sich noch jemand an das Unternehmen Borgward erinnern? Das gibt es schon länger nicht mehr – keiner stört sich dran.

Und noch mehr wollen Geld vom Staat

Doch nun meldet sich noch ein anderes Unternehmen: Arcandor krebst seit langem an der Grenze zur Insolvenz herum. Die Karstadt-Kaufhäuser sind nur bedingt profitabel. Und hier stehen ca. 56.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Werden wir auch hier Steuergelder in ein veraltetes Geschäftsmodell stecken? 

Für die SPD und ihren Vorsitzenden Franz Müntefering scheint hier die Frage schon beantwortet, noch bevor es konkrete Verhandlungen gab:

“Wir müssen da helfen. Die Bürgschaft, um die es da geht, scheint mir notwendig und zukunftsträchtig. Es geht bei Arcandor um viele tausend Arbeitsplätze im wichtigen Dienstleistungssektor – überwiegend von Frauen”

Und auch der Kanzlerkandidat Frank Steinmeier will Punkt bei den Wählern sammeln und das geht am besten mit vollmundigen Versprechen.

Steht es denn wirklich so schlecht um Arcandor? Bei weitem nicht – Geld ist sicherlich genug vorhanden. Ist der Konzern doch im Besitz des Touristikkonzerns Thomas Cook und hat im Hintergrund die Quelle-Erbin Schickedanz (geschätztes Vermögen 3,9 Milliarden $). Nun könnte Arcandor, wenn der Konzern an seine Kaufhauskette glaubt einen Teil der Thomas Cook Beteiligung verkaufen. Oder die Großaktionärin Schickedanz könnte das Eigenkapital aufstocken.

Es mutet schon komisch an, wenn Geld vorhanden ist, aber niemand das Geld in die Hand nehmen will.  Hans Michelbach, Vorsitzender der CSU-Mittelstand-Union findet dafür klare Worte:

“Der Konzern verfügt über sehr vermögende Großaktionäre und sehr werthaltige Aktiva. Die Eigentümer können Arcandor also selbst helfen”

Ob er sich mit dieser Argumentation durchsetzen kann? Ich bezweifle es – denn es ist Wahlkampf. Die Bundesregierung hatte die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC) beauftragt Arcandor unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis ist nicht grade überraschend: Die Bürgschaftsübernahme sei mit erheblichen Risiken behaftet.

Ein weiterer Aspekt ist die Wettbewerbsverzerrung. Metro betreit mit Kaufhof einen direkten Konkurrenten zu Karstadt. Ähnlich ist es ja auch bei Opel. Mercedes, VW, BMW bekommen kein Geld vom Staat. Metro auch nicht.

Aber noch etwas ist hierbei interessant. Sowohl Kaufhof, als auch Karstadt haben massive Probleme mit der profitabilität ihrer Kaufhäuser. Und erinnern wir uns: früher haben die Kaufhäuser kleine Fachgeschäfte, kleine Familienunternehmen verdrängt. Dort gab es spezialisierte Fachhändler, die umfassend beraten konnten. Die gibt es immer seltener. Ist eventuell das Geschäftsmodell der großen Konsumtempel am Ende? Schließlich wird der Arcandor Konzern seit Jahren immer und immer wieder saniert. 

Joseph Schumpeter würde es mit “Schöpferischer Zerstörung” beschreiben. Das eine Geschäftsmodell geht nieder, dafür blüht ein neues auf. Warum nicht? Das ist der Lauf der Dinge. Das bedeutet freie Marktwirtschaft: Leistung wird belohnt. Wer gute Ideen hat und den Nachfrager im Blick behält wird dafür belohnt werden. Wer dies nicht tut oder wessen Geschäftsmodell veraltet ist geht Pleite. 

Doch in Zeiten des Wahlkampfes will sich keiner lumpen lassen und alle versprechen Milliarden. Arbeitsplätze retten ist hoch im Kurs in Wahlkampfzeiten. Doch für wie lange werden die Arbeitsplätze gerettet? Man weiß es nicht. 

Also wer will auch ein paar Milliarden aus dem scheinbar gut gefüllten Staatssäckl? Bitte melden!

cc  photo credit: loop_oh

Werbespots zur Europawahl

28 Mai

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Ja, bald ist Europawahl! Am 07. Juni 2009 ist es soweit, dann wird gewählt. Bis dahin werden wir noch den ein oder anderen Wahlwerbesport im TV sehen. Und weil es nicht mehr so viel Zeit bis zur Europawahl  ist, hier mal ein kleiner Überblick über die mehr oder weniger kreativen Spots der Parteien:

 

Die Grünen legen sehr viel Wert auf Bilder und erzählen eine kleine Geschichte zur Finanzkrise, wie die am Ende zu mehr Arbeitslosen, mehr Atomkraftswerken und zu Giftstoffen in unseren Lebensmitteln führt. Gesprochen wird eher wenig, dafür gibt es am Ende viel WUMS!

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Die SPD hat gleich zwei Werbespots auf den Markt geworfen. Einen mit den Animationen der Plakate. Und eben einen zweiten TV-Spot mit persönlichen Worten des Spitzenkandidaten Martin Schulz und Bundeskanzlerkandidat Frank Steinmeier. Natürlich mit einer Warnung vor den “Marktradikalen”.

“Die Botschaft: Neue Mehrheiten müssen her – für soziale Gerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen, für eine zukunftsfähige Energiepolitik und klare Regeln an den Finanzmärkten.”

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Die CDU setzt ganz auf “Wir in Europa” und zeichnet die Vorzüge auf, die Europa uns gebracht hat. Natürlich ist auch hier die Finanzkrise ein Thema, doch liegt der Focus auf der Lösung der Probleme. So wird für eine soziale, menschliche Marktwirtschaft plädiert, für Märkte mit fairen Regeln und eine Gemeinschaft die Jobs schafft und schützt und gemeinsam schwere Zeiten überwindet. Das Schlusswort spricht die Kanzlerin, schade das der Spitzenkandidat Hans-Gert Pöttering nicht auftaucht.

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Die  FDP setzt ganz unud gar auf das Zugpferd Dr. Silvana Koch-Mehrin, die Vorzeigefrau der FDP. Hübsch anzusehen ist sie für ein Europa, das sich auf das Wesentliche beschränkt. “Für Deutschland in Europa” ist das Leitmotiv, mit dem die FDP für soziale Marktwirtschaft und Bürgerrechte wirbt.

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Ja und meine Freunde von Die.Linke werben gegen Nato, gegen Krieg – die sollen verschwinden. Lafontaines populistische Schelte gegen Unternehmer fehlt natürlich auch nicht. Und Kinder fordern ein warmes, kostenloses Essen für jeden….

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Beim nächsten mal dann die Spots der kleineren Parteien… da gibt es ja auch eine Menge!

Stimmzettel: cc  photo credit: Awaya-Legends