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Der Alte ist der Neue und ein Geburtstag

23 Mai

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Heute trat die 13. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten zusammen. 1224 Wahlmänner und -frauen hatten die Ehre unser Staatsoberhaupt zu wählen. Unter ihnen nicht nur Politiker, sondern auch Promis wie Regina Halmich Zur Wahl standen vier Bewerber: der Amtsinhaber Horst Köhler, Gesine Schwan von der SPD, Peter Sodann von der SED Linken und Frank Rennicke für die NPD.

koehler Mit einer Punktlandung hat es Horst Köhler gleich im ersten Wahlgang geschafft: 613 Wahlmänner und -frauen stimmten für den Amtsinhaber. Das ist der alte Bundespräsident auch der Neue. Glückwunsch!

Die Abgeordneten der CDU, FDP und den freien Wählern haben also geschlossen für Köhler gestimmt, lediglich eine Stimme fehlte. Warum? Das weiß man nicht.

Guido Westerwelle kommentierte das Ergebnis schlicht, aber durchaus treffend mit

“Ein vorzüglicher Tag für Deutschland.”

Der Herausforderin Gesine Schwan hingegen fehlten ganze 11 Stimmen. Neben der SPD war sie auf die Stimmen der Grünen angewiesen, um überhaupt  eine Chance zu haben. Aber für eine Mehrheit hätte sie, neben Abweichlern aus dem bürgerlichen Lager, auch die Stimmen der LINKEN benötigt. Doch die hatte einen eigenen Kandidaten – der sogar 2 Stimmen mehr bekommen hat, als die Linke Wahlmänner und -frauen hatte. 

Die Stimmen der Linken hat Schwan sicherlich bereits kurz nach ihrer Nominierung verspielt, als sie über Oscar Lafontaine sagte

“Er ist ein Demagoge”

Damit hat sie zwar vollkommen recht, aber bei der Linken kam dies nicht gut an. Dieser direkte Angriff war wohl auch ein Ausschlaggeber für die Nominierung von Peter Sodann, dem ehemaligen Tatort-Kommissar. Natürlich, so erklärte die Kandidatin später gegenüber der Linksfraktion, habe sie das so nicht gesagt, sonder nur das Lafontaine sich wie ein Demagoge verhalte. Und dann war da natürlich noch ihre Warnung vor “sozialen Unruhen”. Sie wirkte dabei nicht wie eine Mahnerin, sondern eher wie eine, die diese heraufbeschwören möchte. Der Spiegel schreibt zurecht, dass sie auf den letzten Metern schwächelte und zunehmend nervös wurde.

Die Wahl von Köhler durch das bürgerliche Lager wurde natürlich von CDU, FDP und CSU als Richtungsweisend gedeutet. Es sei ein Signal für schwarz-gelb im Bund sagte Horst Seehofer, der bayrische Ministerpräsident. Angela Merkel erklärte nach der Wahl im Foyer des Bundestags dazu

“Jede Wahl hat ihre eigene Dynamik. Aber dass wir auch daran arbeiten, gemeinsam eine Mehrheit zu erreichen, ist ja kein Geheimnis. Und insoweit zeigt sich jedenfalls heute, dass wir das, was wir wollten, geschafft haben, gemeinsam und nicht alleine.”

Das sehen die SPD und die Grünen natürlich ganz anders. Die Bundestagswahl sei noch vollkommen offen erklärt Renate Künast. Franz Müntefering sieht keinen Einfluss auf die Bundestagswahl. 

Ist nun heute was besonderes passiert in der Bundesversammlung? Sicherlich nicht. Spiegel Online schreibt treffend dazu

“Damit ist der Normalfall eingetreten. Der im Volk beliebte Amtsinhaber hat gegen eine Kandidatin gewonnen, die manchen in den eigenen Reihen auf die Nerven gegangen ist.”

Bei einer Direktwahl hätten sich wohl zwei-drittel der Wählerinnen und Wähler für Horst Köhler entschieden. Er ist eben der beliebteste Politiker in Deutschland. Das ist nicht verwunderlich – hält sich ein Bundespräsident doch aus den kleinen und großen Kämpfen der Tagespolitik raus. Die schärfste Waffe des Bundespräsidenten ist das gesprochene Wort und mit guten Reden kann man nicht viel falsch machen. Hinzu kommt, dass Köhler kein Politiker im Rahmen der Parteistruktur war. Er kam im Grunde als “Quereinsteiger” ins Schloss Bellevue. Als Zugpferd sollte man ihn schon deshalb nicht vor den Wahlkampfkarren spannen. 

Über den Schmalspurnazi von der NPD möchte ich hier kein Wort verlieren – dazu hat Xtra3 sicherlich schon alles gesagt. 

kelber twitter 150x150 Noch eine kleine Anekdote zu dieser Wahl des Bundespräsidenten. Das Web 2.0 hielt Einzug in die Bundesversammlung. Neben vielen politisch mehr oder weniger interessierten Twitter-Usern außerhalb der Bundesversammlung haben auch viele Politiker von der Versammlung direkt getwittert. Das hat dazu geführt, dass nicht Norbert Lammert, der Bundestagspräsident und als zweiter Mann im Staat Leiter der Bundesversammlung, das Ergebnis der Öffentlichkeit präsentierte. Es war Ulrich Kelber, der über twitter das Abstimmungsergebnis 15 Minuten vor Lammert verkündete. Neben ihm hat aber auch die CDU Abgeordnete Julia Klöckner den gespannt wartenden Köhler-Anhängern das Ergebnis vorab verraten. Die Berliner Morgenpost sieht darin eine Verletzung des Wahlgeheimnisses. Wie auch immer: Twitter hat mal wieder als erstes informiert icon smile

Happy Birthday

Doch neben der Bundesversammlung und der erneuten Wahl von Horst Köhler gab es noch etwas zu feiern: Heute vor 60 Jahren war die Geburtsstunde der Bundesrepublik – das Grundgesetz wurde am 23. Mai 1949 verkündet. Leider wird dieses Ereignis, das so richtungsweisend für unsere Demokratie war nicht immer mit dem gebührenden Respekt gefeiert und gerät deshalb oft in Vergessenheit.

Dabei haben die Mütter und Väter des Grundgesetzes im Parlamentarischen Rat gute Arbeit geleistet. Das Grundgesetz legt einen Rahmen um unsere Demokratie und ist allgemein vom Volk anerkannt. Es gilt nicht umsonst als eine der besten demokratischen Verfassungen.

Man sollte diesen 23. Mai in jedem Jahr feiern. Feiern, dass wir seit 60 Jahren auf Grundlage des Grundgesetzes in Frieden und Freiheit leben können. Danke Grundgesetz!

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cc  photo credit: Roosewelt Pinheiro

Politcamp 09: Ein paar Gedanken

5 Mai

Politcamp 09: Ein paar Gedanken

logo Jede Idee muss erst einmal gedacht werden. Doch wenn man diese Idee für sich behält, wird es immer nur ein Gedanke bleiben. Gut das Valtentin Tomaschek (@tomaschek) so kommunikativ ist und seine Idee mit anderen geteilt hat.  Und so kam es, dass das Politcamp Wirklichkeit wurde und nicht nur eine Spinnerei blieb.

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Die Halle im Radialsystem

Was soll ich sagen: Es war ein guter Gedanke und eine super Umsetzung der Idee! Aus ganz Deutschland und sogar der Schweiz und Österreich kamen politisch Interessierte, Blogger und Politiker nach Berlin. Endlich konnte man mal die Gesichter hinter  den Blogs und Twitter-Accounts sehen und ins Gespräch kommen. Natürlich wurde nicht nur über Web 2.0 oder Politik (davon vllt. sogar ein bisschen zu wenig) gesprochen. Neben den Sessions konnte auf der Terasse vom Radialsystem, bei herrlichem Sonnenschein, auch über wichtige Themen wie “Analog Käse” oder die Besonderheiten des McDonalds Frühstück philosophiert werden.

Ich will hier gar nicht großartig auf die Inhalte eingehen, denn die Sessionplanung kann man im Pottblog (Sessionplanung Samstag, Sessionplanung Sonntag) nochmal nachlesen und einige Sessions auf make.tv auch noch ansehen. Hinzu kommen die Zahlreichen Beiträge auf Blogs, Flickr (meine Bilder), YoutTube, Vimeo und co.! Gesammelt wird das ganze auf politcamp.mixxt.de. Hier werden auch die Infos und Präsentationen zu den Sessions gesammelt.

Hinzu kommt, dass teilweise spannende Sessions parallel liefen – so das man nur eine besuchen konnte. Doch dank Twitter (Tweets zum PC09) und der Twitterwall in der Halle und der Lounge war man fast immer in allen Sessions dabei. Dazu natürlich noch die BigShaker-Auswertung von Wahl.de (Danke Klas und compuccino, tolles Portal!). 

Festzuhalten bleibt aber: Wahlkampf im Web 2.0 steckt wohl noch in den Kinderschuhen. Politiker müssen sich Land auf, Land ab und quer durch alle Parteien noch an die neuen Medien und neuen Kommunikationsformen gewöhnen. Und auch in den Geeschäftsstellen der Parteien ist die Kommunikation über das Web 2.0 noch nicht gänzlich angekommen. Parteien und Politiker werden in Zukunft nicht mehr nur Sender von Botschaften sein, sondern müssen sich zwangsläufig auch auf den direkten Dialog einstellen. An Kanälen mangelt es sicherlich nicht, sie müssen nur genutzt werden!

Was ganz tolles war natürlich noch: ich konnte meinen Poken endlich mal austesten. Und es funktioniert wunderbar – tolle Technik!

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Ausblick vom Radialsystem

Alles in allem muss ich dann doch sagen, dass es eine tolle Veranstaltung war. Wahrscheinlich die wichtigste Konferenz zum Thema Wahlkampf im Web2.0 in diesem Jahr.

Insbesondere wenn man eher aus der Politik-Ecke kommt und nicht mit Barcamps vertraut ist. Das Politcamp war durchaus auch ein Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Politik und Blogosphäre icon wink . Dennoch muss man anmerken, dass die Bundesparteien den Wert der Veranstaltung nicht erkannt haben, was traurig ist. So waren zwar der ein oder andere Abgeordnete da, aber die erste, zweite oder gar dritte Garde war nicht zu erblicken. Daran änderte auch der Auftritt von Ralf Stegner nichts. Ich hoffe inständig, dass beim nächsten mal ein wenig mehr Politik vertreten sein wird.

Die Location, das Radialsystem, war absolut genial, doch das tolle Wetter hat durchaus dazu verleitet auch mal eine Session zu schwänzen icon smile Denn auf der Terasse konnte man sich direkt an der Spree die Sonne auf den Pelz scheinen lassen.

Nun was bleibt sind viele Eindrücke und neue Ideen und neue Kontakte. Was kommt? Politcamp 10, ich bin dabei! 

Danke an Valentin und das gesamte Orga-Team. Bis zum nächsten Mal!

Biogasanlage: Bauausschuss heute mit Live Tweets

19 Mrz

Biogasanlage: Bauausschuss heute mit Live Tweets

3160303677 4fba50e460 m Heute um 16:30 findet der Bauausschuss im Rathaus Brake statt. Thema ist neben dem Umbau der Grundschule Hammelwarden auch die Biogasanlage.

Die Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes und zur Änderung es Flächennutzungsplans sollen eingeleitet werden. Die CDU-Fraktion hat zu diesem Thema gestern mit Mitgliedern der CDU diskutiert. Die Fraktion wird der Einleitung des Verfahrens nicht zustimmen und bekam von den CDU-Mitgliedern Rückendeckung.

Simon Zeimke:

“Die Ablehnung richtet sich gegen den geplanten Standort, nicht gegen die Anlage an sich, diese ist ökologisch durchaus sinnvoll. Doch zu einer Nachhaltigkeitsbetrachtung gehören auch die ökonomischen und sozialen Aspekte. Aus diesem Grund ist die  Biogasanlage am Standort Käseburg nicht nachhaltig!”

Hans Dieter Beck erklärte auf der Mitgliederverammlung

„Diese Anlage ist nicht notwendigerweise hier zu errichten. Daher werden wir der Einleitung des Verfahrens im Fachauschuss nicht zustimmen“

Denn es gibt alternative Standorte, darüber ist sich die CDU im klaren. Die Wesermarsch ist ein Flächenlandkreis, wo es deutlich geeignetere Standorte gibt. Aber auch eine Alternative auf der anderen Weserseite wurde bereits skizziert.

Auch die WGB wird gegen den Standort stimmen. Die WGB hat einen ähnlichen Standpunkt, wie die CDU. 

„.Sowohl für das Verfahren zur Behandlung und Verwertung von Bioabfällen als auch für den Standort gibt es Alternativen.“

erklärt der Fraktionsvorsitzende Walter Erfmann in einem Positionspapier. Er verweist auf die Planungshoheit der Stadt über ihr Gebiet. Andere haben entschieden, diese Anlage zu bauen und erwarten nun, dass die Ratsmitglieder die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen. Dies wolle die WGB mit sich nicht machen lassen.

Obwohl die Rahmenbedingungen zu keinem Zeitpunkt der bisherigen Planung gegeben waren hat die GIB schon Veträge zum Bau dieser Anlage geschlossen. Eine sehr unprofessionelle Geschäftspraktik, erst recht wenn man von einem Bauvolumen von 5 – 6 Millionen Euro ausgeht.

Live Tweets von der Sitzung

150px Twitter.svg Wie bereits von der letzten Ratssitzung werde ich heute vom Bauausschuss live auf Twitter berichten. Verfolgen kann man die Tweets auf meinem Twitter-Account @Pillendreher oder über die Twittersuche. Die Tweets werden mit den Hashtags #SRBrake #Biogas gekennzeichnet.

cc  photo credit: Der_Nils

Bin ich ein gläserner Mensch?

3 Mrz

Bin ich ein gläserner Mensch?

54371294 ad79ee1455 m Es gibt so viele Portale, Social Networks, Web-2.0ige Seite und und und. Da kreist mir grade die Frage im Kopf, ob man zum gläsernen Menschen wird. Und wenn ja, ob das nun gut oder schlecht ist.

Ein Blog ist ja noch das kleinste “Übel” der Verführung, sich zum gläsernen Menschen zu machen. Und da ich so oder so in der Kommunalpolitik unterwegs bin,  ist der Blog nur eine andere Art der “Politiker”-Website. Da ist es eine Frage des Systems, dass man gerne nutzt. Früher habe ich ein “traditionelles” CMS genutzt, aber der Blog ist einfach praktischer.

Dann trat irgendwann Twitter in mein Leben. Inspiriert durch Obama – mal gucken was da so passiert. Wesentlich neugieriger dann beim Hessen-Wahlkampf. Und mittlerweile? Eigentlich ganz gerne dort. Dazu kommt natürlich die Web-2.0-typische Verknüpfungsfunktion mit anderen Seiten! Friendfeed, Facebook und Lifestream. Die knüpfen dann wieder Kontakt zu anderen Seiten, die auch interessante Funktionen haben.

MySpace, DopplrTwitter, Lifestream, Flickr, Facebook, DandyID, usw. verbreiten Informationen über mich. Aber was eigentlich? Doch nur das, was ich auch mitteile. Bin ich also  ”Herr der Information“? In gewisser Weise schon. Aber bin ich gläsern? Was erfährt man über mich? 

Über Twitter stelle ich sicherlich die  meisten Informationen zur Verfügung. Kurze Nachrichten über das, was ich grade mache, denke oder sehe. Informationsgehalt? Das mag jeder selbst beurteilen. Aber auch meine Meinungen zu Themen verbreite ich über Twitter. Besonders in Diskussionen mit anderen Nutzern – meist politisch motiviert. Aber als Kommunalpolitiker ist das nichts schlimmes, oder?

Bei Flickr sieht man Bilder von mir, aber auch über TwitPic und demnach auch Twitter. Aber eben nur jene, die ich auch veröffentlichen will. Bei Youtube, Vimeo und co gibt es das ganze dann als bewegtes Bild. Und man sieht welche Videos ich mag. Aber auch da wird nur veröffentlicht, was ich möchte…

Im Blog lasse ich mich dann über die “großen” Themen aus. Für mich ist das im Grunde die Basis, um meinem Selbstverständnis als “offener” Kommunalpolitiker gerecht zu werden. Ich will ja nicht nur im Rat meine Hand heben, sondern auch die Bürger informieren, die gerne “hinter die Kulissen” schauen möchten. 

Das ganze wird dann irgendwie wiederum auf Friendfeed, Lifestream, Facebook und Twitter zusammengeführt – warum auch nicht? Jeder der wollte, könnte mit ein wenig suchen über Google auch diese Infos so finden.

Fühle ich mich nun gläsern? Eigentlich nicht, da ich nur das offenlege, was ich will! Aber dieses ganze Web-2.0-Gedöns führt auch dazu, dass man aufpassen muss was man von sich Preis gibt. Die Verführung ist groß! Man muss überlegen, was man wie schreibt – schließlich ist damit jede Äußerung im Internet. Und das Internet vergisst nichts!

Aber mittlerweile kann ich sagen, dass ich über dieses ganze Web-2.0-Gedöns viele nette und kommunikative Meschen kennengelernt habe. Einige auch in der Kohlenstoff-Welt, andere bisher nur in der digitalen. Aber jeder erweitert meine Horizont ein Stück, eben durch die unterschiedlichen Vorstellungen und Meinungen.

cc  photo credit: transCam

PolitCamp09 – Wahlkampf 2.0 im Superwahljahr?

1 Mrz

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Ja, ich bin angemeldet beim Politcamp in Berlin! Am ersten Mai-Wochenende wird Berlin das Zentrum aller Internet-Wahlkämpfer.

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Obama hat es in Amerika vorgemacht und jetzt im Superwahljahr versuchen sich alle am Internetwahlkampf. Parteien relaunchen ihre Internetseiten – mal besser, mal schlechter. Twitter ist in aller Munde und Social Media ebenso.

Doch lässt sich die Internetstrategie von Obama ohne weiteres auf Deutschland übertragen? Welche Tools können wirklich nützlich sein im Wahlkampf vor Ort? Und viele weitere Fragen sollen und wollen die bisher über 200 angemeldeten Teilnehmer diskutieren. Nicht nur Blogger, Twitterer, Parteimitglieder und PR-Profis haben sich angemeldet, sondern auch Prominenz aus dem Web und der Politik. Der SPD-slobo by jan boelsche 150x150 Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel, Volker Beck von den Grünen und der Leiter Marketing und interne Kommunikation Oliver Rösler von der CDU haben sich angekündigt. Und Sascha Lobo fehlt natürlich auch nicht.

Was ich vom PolitCamp erwarte? Ich freue mich darauf mit vielen unterschiedlichen Leuten über die Einsatzmöglichkeiten der Web 2.0-Tools im Wahlkampf zu diskutieren. Insbesondere wie sich die einzelnen Tools verbinden lassen und damit Wähler mobilisieren können. Ist die Obama-Strategie das Non-plus-ultra oder muss man in Deutschland gänzlich andere Wege gehen? Wie wollen die Parteien in Zukunft mit dem Internet umgehen? Wollen sie weiterhin das Netz nur als “Newsschleuder” nutzen oder auch in den Dialog mit den Bürgern und Wählern eintreten? Ist die Web 2.0-Denke bei den Parteien angekommen oder herrscht noch die alte Denke vor? Das Superwahljahr eignet sich sicherlich bestens, um diese Themen zu erörtern. Aber als Kommunalpolitiker interessiert mich, wie man diese Möglichkeiten auch vor Ort, im Kleinen nutzen kann.

Viele Fragen, auf die es hoffentlich Antworten gibt. Ich freue mich an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können und auch viele Leute aus der Netzwelt mal persönlich zu treffen. Quasi das Gesicht hinter dem Twitter-Account sehen.

Eine interessante Mischung aus Nutzern, Politikern und PR-Profis verspricht eine abwechslungsreiche Veranstaltung.

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Fotoquelle: Jan Bölsche

Bürgerversammlung zur Biogasanlage in Brake

25 Feb

Bürgerversammlung zur Biogasanlage in Brake

76014645 50a071b41f m Die Bürgerinitiative Brake Süd hatte zur Bürgerversammlung ins “Landhaus Hammelwarden” geladen. Bereits vor dem Beginn um 19 Uhr war das Landhaus voll von interessieren Bürgern. Thema war das weitere Vorgehen zur Biogasanlage. Die CDU/Grünen-Gruppe war in voller Gruppenstärke vor Ort, um mit den Bürgern zu diskutieren. Auch Walter Erfmann von der WGB war zur Versammlung gekommen.

Gérard Rünzi berichtete aus den Vergangen Monaten und lies die Aktionen der Bürgerinitiative revue passieren. Man habe einen Anwalt gefunden, der auch über Verwaltungserfahrungen verfügt und konnte bisher knapp 2.400€ Spenden sammeln. Dafür bedankte sich Rünzi ausdrücklich bei den Bürgern.

Besonders hob Rünzi die Präsens bei der Kreistagssitzung, auf der über die eingehauste Nachrotte entschieden wurde hervor. Er kritisierte die mangelnde Gesprächsbereitschaft einer Stadtratsfraktion, die wohl nur von einem Mann geführt würde – Hans-Dieter Lohstroh. Auf Nachfrage zum Verfahren kam die Antwort

“Mann hätte sich ja informieren können”

Doch Informationen seien nicht zu bekommen gewesen. Rünzi kritisierte, dass diese Fraktion alles durchpeitsche was der Vorsitzende sage und nicht auf Argumente hören würde. Enttäuscht ist er darüber, dass nicht im Sinne der Wähler entschieden würde – sondern nur die Interessen eines Einzelnen gelten. Rünzi sprach von fast “diktatorischen Strukturen.

Dies rief Ingo Logemann auf den Plan, der emotional seinen Fraktionsvorsitzenden verteidigte und die Bürgerinitiative scharf angriff. Auch wegen ihres Verhaltens unterschriften nur bis zur Hammelwarder Straße gesammelt zu haben. Applaus erntete er für seinen überzogenen, selbstdarstellerischen Auswurf jedoch nicht.

Kritisiert wurde ebenfalls, dass dieser Fraktionsvorsitzende ebenfalls Mitglied der Gesellschafterversammlung der GIB ist und damit befangen sei im Rat. Als Gesellschafter habe er nur dem Unternehmen zu dienen – das sei nicht tragbar. Rünzi forderte daher, dass dieser Mann sich bei entscheidungen im Stadtrat für befangen erklärt oder sein Mandat niederlegt.

„In Brake gibt es keine Demokratie. Ein Mann hat eine Meinung und setzt sie über Fraktionszwang durch“

Logemann verließ nach seinem Monolog, mit dem Hinweis auf “Anschlusstermine” die Veranstaltung.

Danach wurde sehr sachlich das Thema diskutiert. Hans-Dieter Beck stelle fest, dass der Stadtrat nicht gezwungen ist einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu verabschieden 

“Dann ist die Sache gestorben”

Sollte es doch zu einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan kommen verwies Beck auch auf die Möglichkeit vertraglich zwischen der Stadt und dem Investor klare Regeln festzulegen was die Größe, den Betrieb und das Umfeld der Anlage betrifft.

Die Bürgerinitiative favorisiert eine Lösung an verschiedenen Standorten. Blockheizkraftwerk in Brake und Biogasanlage an einem geeigneteren Standort. 

„Technisch ist das möglich und Mülltourismus haben wir jetzt auch schon“, so Rünzi.

Meine Eindrücke der Versammlung habe ich live auf Twitter geschrieben. Diese können hier angesehen werden: twitter.com

cc  photo credit: doozzle

Gute Debatten zur A22 und zum Energiestandort Wesermarsch

20 Feb

Gute Debatten zur A22 und zum Energiestandort Wesermarsch

Leider wurde die Ratssitzung nicht von TV-Wesermarsch aufgezeichnet, denn es gab wirklich gute und sachliche Debatten ohne Fraktionszwang zu den Resolutionen zur A22 und zum Energie und Wirtschaftsstandort Wesermarsch.

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Wie angekündigt habe ich zwischendurch live aus der Ratssitzung getwittert. Leider ging zum Ende hin mein Handy-Akku zuneige, so dass ich irgendwann abbrechen musste. 

Das “große” Thema der Ratssitzung war, neben den genannten Resolutionen, der Haushaltsentwurf für 2009. Eingebracht wurde dieser traditionell vom Vorsitzenden des Finanzausschusses Ingo Logemann. Dieser kündigte aber vorab an, sich diesmal kürzer zu fassen als sonst, wegen der umfangreichen Tagesordnung. 

Bei der Einbringung des Haushalts wurden von Herrn Logemann einige Punkte aus dem Haushalt herausgegriffen. Besonders gelobt wurde der Vorsitzende des Ausschusses für Schulen und Kultur, Michael Kurz auf dessen Antrag hin eine zweite Grundreinigung für die Grundschulen beschlossen wurde. Die CDU/GRÜNEN-Gruppe hält dies für eine unausgereifte Lösung und hatte beantragt, die Reinigungsstunden in den Schulen grundsätzlich zu erhöhen damit kontinuierlich mehr Zeit für die Reinigung zur Verfügung steht. Auch mit dem Hinweis, dass eine korrekt durchgeführte Grundreinigung nur von Spezialfirmen durchgeführt werden könne. Für diesen Vorschlag konnte keine Mehrheit gefunden werden.

Logemann sprach von “Haushaltslyrik” als er den Fehlbetrag von knapp 2 Millionen Euro im Haushaltsentwurf 2009 lobte. 

Für die CDU/GRÜNEN-Gruppe nahm Lidia Ulrich Stellung zum Haushalt. Sie stellte zu beginn ihrer Rede fest, dass die evangelische Kirche Oldenburg knapp 4,3 Millionen Euro bei der Pleite von Lehman Brothers verspekuliert hat. Brake habe dieses Problem nicht, da kein Geld für spekulationen da war und auch in Zukunft nicht da sein würde.

Sie kritisierte nochmals das SPD-Konzept für die Kinderbetreuung und stellte fest, dass es mit diesem Konzept zu erheblichen Schwierigkeiten gekommen sei und noch kommen wird. Es sei nur ein Kompromiss, die zweite Wahl für die CDU/GRÜNEN-Gruppe gewesen. Diese hatte schon bei der Entscheidung über das SPD-Konzept erhebliche Bedenken angemeldet, da aber einige Projekte sinnvoll waren doch zugestimmt. Die CDU/GRÜNEN-Gruppe hatte das Konzept von Bürgermeister Schiefke favorisiert und dies auch immer vertreten. Dies sorgte bei der SPD-Fraktion für Verwirrung. Frau Ursula Schinski fragte in einem Zwischenruf

“Weiß die überhaupt wovon sie spricht?”

Und Frau Ulrich wusste worüber sie sprach, ebenso wie die gesamte CDU/GRÜNEN-Gruppe. Die Kritik machte Daniel Stellmann in der anschließenden Diskussion klar: Trotz sinkender und dann stagnierender  Kinderzahlen würden mit dem Neubau der Lebenshilfe neue Gebäude geschaffen. Auf diese hätte man verzichten können, wenn die Lebenshilfe ihre Integrative Krippe im Kindergarten Gustav-Heinemann-Straße hätte einrichten dürfen. Dies wurde damals von der SPD abgelehnt, da sie keinen Bedarf für eine integrative Krippe gesehen hat.

Die FDP kritisierte die Relationen bei den freiwilligen Leistungen. Gustav Hellmers nahm als Beispiel die 9.000 Euro für die Städtpartnerschaft Zwiesel, die eigentlich kostenneutral eingerichtet wurde, und dem Zuschuss von 10.000 Euro für den  Förderverein Arbeitslosenzentrum e.V. Dies sei ein Missverhältnis und er appelierte, dass bei der Städtepartnerschaft in Zukunft mehr auf Selbstbeteiligung der Teilnehmer Wert gelegt werden solle.

Für die Wählergemeinschaft (WGB) ergriff Walter Erfmann das Wort und kritisierte das Haushaltssicherungskonzept, ebenso wie es vor ihm Ingo Logemann für die SPD tat. Er beantragte, dass über diesen Punkt gesondert abgestimmt wird.

Bürgermeister Roland Schiefke verteidigte das Haushaltssicherungskonzept hingegen. Es sei eine realistische Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Stadt, auch in Hinblick auf bisher 200 Millionen Euro Investitionen  in die Wirtschaftskraft der Stadt durch das Land Niedersachsen und den Unternehmen vor Ort.

Bei drei Gegenstimmen der WGB wurde das Haushaltssicherungskonzept angenommen. Der restliche Haushalt wurde einstimmig beschlossen.

Der Punkt “Neufassung der Entschädigungssatzung” wurde von der Tagesordnung genommen. Die CDU/GRÜNEN-Gruppe hätte diesem so nicht zugestimmt, durchaus aus unterschiedlichen Gründen bei CDU und GRÜNEN.

Als nächstes Standen die beiden Resolutionen auf der Tagesordnung. Diese hießen nun nicht mehr Resolutionen, sondern Positionspapiere. Das Positionspapier zur A22 machte den Anfang. Hans-Otto Meyer-Ott brachte für die GRÜNEN einen Gegenantrag ein, der Zusammengefasst besagte, dass die A22 nicht gebaut werden solle. 

Ingo Logemann, Gewerkschaftsfunktionär, plädierte für Kirchturmspolitik. Die A22 würde nur Nordenham und der nördlichen Wesermarsch nutzen. Gewerbeansiedlungen durch die A22 sah er kritisch – die dadurch entstehenden Arbeitsplätze auch. Gewerkschaftsfunktionäre sind schließlich nicht dafür bekannt Arbeitsplätze zu schaffen.

Bespielhaft wurde von den Befürwortern der A22 die Entwicklung in Süd Oldenburg durch die Autobahn aufgezeigt. Die durch die A22 enstehenden Impulse könne eine solche Entwicklung auch in der Wesermarsch anstoßen und so könne auch Brake daran partizipieren erläuterte Hans-Dieter Beck für die CDU-Fraktion. Die Wesermarsch müsse als Ganzes gesehen werden, da viele Arbeitnehmer von Brake auch nach Nordenham pendelten – Kirchturmpolitik sei hier Fehl am Platze. Er selbst habe als JU Kreisvorsitzender schon den Bau gefordert. Auch Dr. Ali Baltaji plädierte für den Bau der A22, so sei die Wesermarsch die am wenigsten Entwickelte Region in Niedersachsen und Deutschland. Bürgermeister Schiefke erklärte, dass die A22 für eine Optimierung der Warenströme und des LKW-Verkehrs sorgen würde.

Der Antrag der Grünen wurde bei einer Ja-Stimme, einigen Enthaltung und damit mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Positionspapier wurde bei 4 Gegenstimmen (Meyer-Ott, Grüne; Mohrschladt, Logemann, Schinski, alle SPD) mit großer Mehrheit angenommen.

Befürchtet wurde bei der Diskussion um das Positionspapier zum Energie- und Wirtschaftsstandort Wesermarsch eine ideologische und hitzige Debatte. Dem war nicht so! Es wurde sehr sachlich diskutiert. Die bekannten und überall im Internet abrufbaren Pro und Contra Argumente zur Kernkraft und zur Laufzeitverlängerung wurden ausgetauscht. 

Die CDU/GRÜNEN-Gruppe hatte namentliche Abstimmung beantragt, was Michael Kurz dazu veranlasste  eine geheime Abstimmung zu beantragen. Am Ende wurde geheim abgestimmt. Das Ergebnis: 19 Ja-Stimmen für da Positionspapier, 12 Nein-Stimmen.

Als weiteres Stand die Neufestsetzung der Fahrpreise für die Personenfähre Brake / Harriersand und die Änderung der Gebührenordnung für die Nutzung des Stadtbades auf der Tagesordnung. Ebenso die Ernennung des Ortsbrandmeisters und stellv. Ortsbrandmeisters der Stützpunktfeuerwehr Hammelwarden und drei Bebauungsplanänderungen. Alles wurde ohne Diskussion einstimmig angenommen.

Live-Tweets von der Ratssitzung

19 Feb

Live-Tweets von der Ratssitzung

wappen brake Das Web 2.0 bietet ja so viele Möglichkeiten: man kann bloggen, sein Profil in verschiedene Soziale Netzwerke einstellen und seine Bilder und Videos aller Welt zeigen. Der neueste Trend: microblogging. Kurze Nachrichten mit 140  Zeichen werden live auf eine Plattform gestellt, wie z.B. twitter. Da ich Twitter selbst intensiv nutze werde ich, so wie es die Zeit und die Aufmerksamkeit zulässt, live von der Ratssitzung twittern. Was twitter ist kann man hier nachlesen.

Was ich da dann verbreiten werde kann ich noch nicht sagen – Eindrücke, Zitate oder oder oder. Die Themen sind ja diesmal vielfältig: Atomkraft, Laufzeitverlängerung, Autobahnbau A22, Haushalt, Gebührensatzungen. Also sehr viel Potenzial für hitzige Debatten.

Um die Tweets zu kennzeichnen werde ich wohl den Hashtag #SRBrake für “Stadtrat Brake” nutzen. Somit könnt ihr dann auch alle Tweets über die Twitter Suche finden. Einfach im Suchfeld #SRBrake eingeben. 

Oder noch einfacher: Ihr folgt auf Twitter meinem Account @Pillendreher.

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Fragen, Anregungen und Kritik sind herzlich willkommen. Entweder direkt in die Ratssitzung per twitter oder als Kommentar hier im Blog.

Hier noch eine kleine Anleitung für Twitter (auf englisch)

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Was ist denn das: twitter?

17 Feb

Was ist denn das: twitter?

150px Twitter.svg Viele sprechen drüber, Zeitungen und Nachrichtenmagezine berichten drüber, Politiker aus Bund, Land und Kommunen nutzen es – wie Millionen andere weltweit.

Doch was ist dieses sagenumwobene twitter eigentlich? 

Twitter ist ein Microblogging-Dienst in den Nutzer Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen in die Welt geschickt werden können. Man kann diesen tweets anderer Nutzer folgen (following) und eben auch sich selbst verfolgen (followers) lassen. Das Motto von twitter ist

“What are you doing?” oder eben “What am I doing?”

Was man grade macht ist so nicht ganz richtig, eher was einen grade bewegt und durch den Kopf geht wird gezwitschert.

Wofür twitter genutzt wird hat freschzweinull in einem “Wochenendgezwitscher” mal erfragt. Ergebnis ist: es gibt Fans und Gegner. Wie eben bei jedem Hype.

“Nur arbeitsscheues Gesindel kann diese Dienste überhaupt nutzen. Wenn jemand in meinem Betrieb diese Dienste nutzt oder darüber Interna verbreitet, der kann sofort gehen und braucht nicht wieder zu kommen”,

ist eine Meinung, eine Andere ist diese:

Twitter bietet sich zur Veröffentlichung kleinerer News und Artikel durch Einbindung ins Blog an und stillt die Neugierde”

Ich selbst werde wahrheitsgemäß so zitiert:

“Und ja, ich bekenne mich dazu: Ich nutze twitter intensiv zum prokrastinieren. Es ist einfach herrlich sich damit abzulenken!”

Twitter ist sicherlich nicht für jedermann gemacht, man muss schon eine gewisse Affinität zu den neuen Möglichkeiten haben. Wer es ausprobieren soll, kann es kostenlos hier machen: http://twitter.com

Mich findet man unter: http://twitter.com/Pillendreher

Und damit auch ein WebTipp: freshzweinull, für alle die sich für die Themen Internet, Blogs, Web 2.0 interessieren

Dies und Das #5 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

26 Jan

Was mich so interessiert hat, was ich gelesen und was ich überflogen habe: