Tag Archives: Konjunkturpaket

Wesermarsch profitiert vom Konjunkturpaket II

28 Aug

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grundschule Die Wesermarsch profitiert weiterhin vom Konjunkturpaket II der Bundesregierung und der zusätzlichen Mittel der Landesregierung Niedersachsen. Insbesondere werden Mittel für die energetische Sanierung zu Verfügung gestellt. Zusätzliche Mittel erhalten die Grundschulen in Jade, Berne, Brake und Butjadingen.

Wie der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler in Hannover erfahren hat, erhält die Gemeinde Jade 22.500 Euro für energetische Sanierungsarbeiten an der Grundschule Schweiburg – hier sollen die Außenwandhohlschicht gedämmt und neue Fenster eingebaut werden. Außerdem stehen 5.800 Euro für neue Spielgeräte auf dem Pausenhof zur Verfügung, die sich die Grundschule Schweiburg allerdings mit der Grundschule in Mentzhausen teilen muss. Die Gesamtinvestitionen liegen sogar noch höher, da die Gemeinde die Fördersummen mit 2.500 bzw. 700 Euro gegenfinanzieren muss.

In Berne erhält die Gemeinde 20.900 Euro, um in der Comenius-Grundschule einen Sonnenschutz für die Klassenzimmer einzubauen. Inklusive der 2.400 Euro Gegenfinanzierung werden 23.300 Euro investiert. Weitere 10.800 Euro (plus 1.200 Euro Gegenfinanzierung) stehen für die Erneuerung der Heizungssteuerung in der Grundschule Ganspe zur Verfügung. Außerdem erhält die Gemeinde 10.700 Euro, um in den beiden Grundschulen die Medienausstattung zu verbessern. Aus eigenen Mitteln muss sie weitere 1.200 Euro beisteuern.

Bessere Medienausstattung

Geld für eine bessere Medienausstattung erhalten außerdem die Gemeinde Butjadingen (9.500 Euro für zwei Grundschulen, plus 1.100 Euro Gegenfinanzierung), die Stadt Brake (20.800 Euro für fünf Grundschulen, plus 2.510 Euro Gegenfinanzierung) sowie der Schulverein Jade-Gymnasium (31.400 Euro, plus 4.200 Euro Gegenfinanzierung).

Arbeitsminister in Bremen – aber ohne Arbeiter

26 Aug

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IMG 2243 300x199 Olaf Scholz, der Bundesarbeitsminister und Sozialdemokrat hatte einen Wahlkampfauftritt in Bremen Vegesack. Für Dienstag 14:30 war der SPD-Minister angekündigt. Eine schöne Uhrzeit für Kaffee und Kuchen. Beides gab es auf der Veranstaltung. Und vor wem könnte der Arbeitsminister besser sprechen als vor Arbeitern? Ja, wenn die denn mal da gewesen wären. Aber um 14:30 arbeitet der normale Arbeiter aus der Arbeiterpartei wohl noch. Das wird wohl der Grund gewesen sein, warum fast ausschließlich Rentner und Gewerkschafter unter den knapp 70 Zuhörern waren. Ach so, es gab auch Leute unter 30 auf der Veranstaltung. Doch das waren eigentlich nur Jusos und Wahlkämpfer.

Die Veranstaltung an sich war eine nette, aber recht unspektakuläre. Scholz hat seine Wahlkampfrede abgearbeitet. Leider mit einer sehr monotonen Stimmlage – hohe Kunst war es nicht. Viele Sätze der Rede wiederholte er noch am selben Abend im Wahlforum des ZDF. Was sie, trotz häufiger Wiederholung, nicht wahrer machen.

Fehlen durfte natürlich nicht die typische Schelte von Managern, insbesondere denen aus der Finanzbranche. Dort habe man “hemmungslos spekuliert”. Steinbrück wäre der Verfechter von stärkerer Regulierung. Sein Satz “Kapitalismus ohne Regeln funktioniert nicht” ist durchaus wahr. Schade nur, dass die meisten Regulierungsinstrumente und Regeln in der Ära Schröder gefallen sind. Aber solange die Manager Cash-Cows waren, hat man sie halt gerne hofiert. Grade im sozialdemokratischen Milieu.

Stolz war er nicht nur auf die Konjunkturpakete der Bundesregierung in Höhe von 80 Milliarden Euro. Er rühmte sich, die Rücklage der Bundesagentur für Arbeit eingesetzt zu haben. Quasi als indirekte Konjunkturspritze. 16 Milliarden Euro, die eigentlich nicht dem Staat gehören, sondern dem Bürger. Es sind eben keine Steuern,  sondern Beiträge zu einer Versicherung. Aber das schert den Minister herzlich wenig. Fremdes Geld gibt sich eben viel leichter aus, als das eigene.

Ach und noch jemand ist natürlich am ganzen Dilemma unserer Republik schuld: die Reichen. Die bekamen natürlich auch ihr Fett weg. Es hat sich ja auch schon immer als besonders vorteilhaft erwiesen, die Leistungsträger an den Pranger zu stellen.

Er vermied es tunlichst die Union beim Namen zu nennen. Ein Rest Koalitionsdisziplin könnte man meinen. Aber seine Spitzen konnte er dennoch nicht lassen. Und  die meist sozialdemokratischen Zuhörer dankten es ihm mit Applaus.

Auch die Rentengarantie gehörte zum Strauß der sozialdemokratischen Wohlfühlthemen. Es wäre eine richtige Entscheidung, da ansonsten die Renten gesunken wären. Scholz sprach von den “Panikmachern in diesem Land”. Ok, das es keine Anzeichen für Rentenkürzungen gab und diese wahrscheinlich nie gekommen wären, dass verschwieg der Minister natürlich. Aber es wurde brav applaudiert.

Besonders stolz war er auf die Verlängerung der Altersteilzeit. Scholz glaubt immernoch daran, dass mehr junge Menschen eingestellt werden, wenn die älteren früher in Rente gehen können. Anscheinend hat er in den letzten Jahren nichts gelernt, oder auf einem anderen Planeten gelebt. Aber auch der Gastgeber und Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer war stolz auf das Gesetz “aus der Feder des Ministers”. Mit Wunschdenken lässt sich keine Politik machen.

Und der Mindestlohn durfte auch nicht fehlen. Natürlich nicht. Hier gehe es nicht nur ums Geld, sondern auch um die Würde, beschwor Scholz. Wie viel Würde wohl den Wahlkampfhelfern der SPD in Hamburg bleibt, wenn sie für 2€ in der Stunde Plakate kleben und Wahlkampf machen? Das beantwortete der Minister natürlich nicht.

Dass den Menschen schon geholfen wäre, wenn sie mehr Netto vom Brutto in der Tasche haben am Ende des Monats, das kam dem Minister nicht in den Sinn. Scholz nannte auch keine konkrete Zahl – was sehr verwunderlich ist. Nennt die SPD doch sogar bei den zu schaffenden Arbeitsplätzen sehr konkret die Zahl von 4 Millionen.

“Steinmeier hat 4 Millionen Arbeitsplätze versprochen”

sagte Beckmeyer in diesem Zusammenhang. Also nun doch ein Versprechen? Naja. Die SPD will einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, dass ist nun nicht neu. Doch verschweigt sie, dass damit die Tarifautonomie ausgehelbt wird und damit die Gewerkschaften massiv geschwächt werden.

Hinzu kommt, dass Steinmeier mit seinem Deutschland-Plan nur bestimmte Branchen fördern will. Das kommt schon einer Plan-Wirtschaft gleich. Die Union hingegen will die industrielle Vielfalt in Deutschland erhalten und in allen Bereichen die Rahmenbedingungen für neue Arbeitsplätze verbessern. “Arbeit für Alle” ist und bleibt das Credo der Union. Dafür will die Union eine Bildungs- und Qualifizierungsoffensive starten. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Senkung von Bürokratiekosten. In den letzten Jahren konnten die Unternehmen dadurch bereits  um 7 Milliarden Euro entlastet werden. Hinzu kommt eine steuerliche Forschungsförderung. Die unterstützt die Innovationsanstrengungen  der Unternehmen. Durch Innovationen entsteht Wachstum und neue Arbeitsplätze

Die SPD will einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Dies hebelt die
Tarifautonomie aus und führt zu zusätzlicher Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig
will die SPD die Minijobs einschränken.

Spaßig war es, als Beckmeyer in der anschließenden Diskussionsrunde davon sprach, dass die Mindestlöhne gescheitert wären. Dem widersprach Scholz und erklärte dem werten Kollegen, dass man ja einige  Mindestlöhne durchgesetzt habe. Da fragt man sich: was macht der Beckmeyer in Berlin, wenn er nicht einmal weiß welche Mindestlöhne durchgesetzt wurden?

Auch General Motors und Opel waren ein Thema. Aber der Bundesarbeitsminister sieht die Strategie und Hinhaltetaktik vom GM recht locker:

“Wenn das schief geht, gehört Opel der Bundesrepublik Deutschland”

Hegt der Minister und die SPD verstaatlichungsfantasien? VEB Opel, oder wie? Für Scholz schien das eine schöne Lösung gewesen zu sein. Das Opel immer noch im Besitz von GM und damit ein privatwirtschaftliches Problem ist, dass blendete der Sozialdemokrat aus.

Scholz stellte sich auch selbst eine Frage: “Was kann man in Zukunft noch tun?” Schön, dass er die selbst gestellte Frage einfach mal nicht beantwortete, sondern diese dazu nutzte in die Vergangenheit zu blicken. Von einem Blick in die Zukunft war nichts zu spüren.

Insgesamt war es eine charmante Veranstaltung, ohne große Höhepunkte. Die SPD badete im eigenen Saft, man beweihräucherte sich selbst. So ist das im Wahlkampf.

Merkel in Bremerhaven

26 Mai

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merkel Super Wetter, tolle Stimmung, 2500 Menschen am Auswandererhaus in Bremerhaven. Eine tolle Kulisse für den Europawahlkampf mit Angela Merkel, Hans-Gert Pöttering und Carl Kau, dem Spitzenkandidaten der CDU Bremen für die Europawahl.

Gespannt warteten die Bremerhavener auf den Auftritt der Bundeskanzlerin. Gegen 17 Uhr war es soweit. Der Hubschrauber der Luftwaffe landete nicht weit vom Auswandererhaus. Doch bevor Merkel zur Bühne ging hatte sie noch etwas Zeit sich über die Entwicklung der Havenwelten in Bremerhaven zu informieren. Sie besichtigte das noch nicht fertiggestellte Klimahaus und auch das Auswandererhaus selbst. Die Entwicklung in Bremerhaven sei ohne Europa nicht möglich gewesen, stelle sie begeistert fest. Man könne erkennen, dass Deutschland nicht nur viel in die EU einbezahle, sondern das Beispiel Bremerhaven zeige, dass Deutschland auch viel zurück bekomme erklärte die Kanzlerin.

Aber auch die innerdeutsche Politik fand ihren Platz in ihrer Rede, in einigen klaren Worten zur Finanzkrise:

„Wir haben nicht den Banken geholfen, sondern den Zusammenbruch der gesamten Wirtschaft verhindert“

img 0811 150x150 ruft sie auch den wenigen Demonstranten zu, die mit Plakaten und Transparenten gegen die Konjunkturpakete und Finanzhilfen demonstrierten. Viel Protest gab es jedoch nicht. Die IG Metall  hatte ihren Demonstrations-Trupp geschickt, Bauern demonstrierten für einen fairen Milchpreis und die Zipfelschule in Bremerhaven demonstrierte gegen die geplante Schließung. Die Bundeskanzlerin plädierte für klare Regelungen für die internationalen Finanzmärkte

 „Der Staat muss der Hüter der Ordnung sein. Eine Wirtschaft kann ohne Regeln nicht existieren.“

img 0766 150x150 Weitere Redner waren Thomas Röwekamp und Carl Kau von der CDU Bremen, sowie der Präsident des Europäischen Parlaments und Spitzenkandidat der CDU zur Europawahl Hans-Gert Pöttering. Alle Redner hoben die Wichtigkeit der Europawahl hervor, schließlich habe das Europäische Parlament seit seiner Gründung viele Kompetenzen hinzu gewonnen. Es sei deshalb wichtig mit zu entscheiden, wer dort die Weichen für Europa stellt. 

Gegen 18 Uhr war die Kundgebung beendet. Angela Merkel schien es sehr gefallen zu haben, so gab sie nach der Veranstaltung noch fleißig Autogramme.

Unterstützt wurde Angela Merkel durch viele Helfer vom “teAM Deutschland“, der Unterstützerorganisation für Angela Merkel. Jeder kann Unterstützer werden, es kostet nichts und man muss kein Parteimitglied sein. Mitglied werden kann jeder ganz einfach unter www.team2009.de werden.

Mehr Bilder gibt es auf Flickr (oder Facebook)

Düstere Zeiten erwartet

5 Mrz

Düstere Zeiten erwartet

3288942594 c2c4c6c697 m Der Sachverständigenrat gibt keinen guten Ausblick auf das Jahr 2009. Die Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz und Christoph Schmidt erwarten mehr Arbeitslose und weniger Wirtschaftswachstum für dieses Jahr.

“Die optimistischsten Prognosen gehen von einer Schrumpfung der Wirtschaft um etwas über zwei Prozent aus”,

zeichnet Wolfgang Franz,  Experte vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), ein düsteres Bild. Der neue Vorsitzende der Wirtschaftsweisen will in Zukunft stärker darauf hinwirken, dass die Vorschläge des Rates mehr in der Politik beachtet werden. 

Franz rät auch von staatlichen Hilfen bei Opel ab:

“Ich habe volles Verständnis für die Nöte der Beschäftigten, aber wenn wir die weltweiten Überkapazitäten im Automobilbereich ansehen, dann wird man an schmerzlichen Einschnitten nicht vorbeikommen.”

Der Ökonom Christoph Schmidt löst Bert Rürup als Wirtschaftsweisen ab. Er erwartet ab Sommer stark steigende Arbeitslosenzahlen. Schmidt ist Konjunkturexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI Essen).

“Noch fängt die Kurzarbeit Entlassungen ab. Aber spätestens ab Sommer ist mit einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen.”

Erst wird erst 2010 wieder anziehen, erwartet der Ökonom. Nach seiner Einschätzung wird die Arbeitslosenzahl 2009 um 600.000 und auch 2010 weiter steigen. Spielraum für weitere Konjunkturspritzen sieht Schmidt nicht:

“Mit den Konjunkturpaketen hat die Regierung ihren Spielraum weitestgehend ausgeschöpft. Sie sollte sich daher vor weiteren Ausgaben hüten”

Haushaltsexperte Otto Fricke von der FDP rechnet mit einem Haushaltsdefizit von 5 bis 8 Milliarden Euro. Er Begründet dies mit dem Konjunktureinbruch, der in den Berechnung bisher nicht berücksichtigt wird. Insgesamt könne so die Neuverschuldung 2009 auf ca 58 Milliarden Euro steigen.

cc photo credit: alles-schlumpf

Verbalausfall: Wir konstruieren einen Kontext

20 Feb

Verbalausfall: Wir konstruieren einen Kontext

2484155139 2af081f8dc m “Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.”

Zitat von Philipp Mißfelder, MdB und Vorsitzender der Jungen Union und Mitglied im Präsidium der CDU. Am Montag wurde die Nachricht in der Online Ausgabe der Ruhr Nachrichten kaum beachtet. Auch am Dienstag in der Print-Ausgabe sorgte der Bericht nicht für große Aufregung. 

Die Ruhr Nachrichten schickten am Freitag dann doch die Nachricht über den Ticker und das Zitat erregt die Gemüter.

Es ist nicht der erste verbale Ausfall in Mißfeldes Karriere. 2003 erregte er Aufmerksamkeit mit der Aussage, dass er nichts davon halte 

“wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.”

Damals hatte der Jungpolitiker noch so etwas wie Welpenschutz und tourte aus Demut danach mit dem Vorsitzenden der Senioren Union durch die Lande. Doch heute sitzt er im Bundestag, ist nicht nur Vorsitzender der JU sondern auch Mitglied im Präsidium der CDU. Als Jungpolitiker kann man da nicht mehr gelten und sollte sich seiner Worte bewusst sein.

Mißfelders erneuter Verbalausfall entstand beim Frühschoppen des CDU-Ortsverbandes Haltern in Nordrhein-Westfalen. Er hielt dort eine längere Rede, in der eben auch der Satz fiel:

“Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.”

Es war einer von vielen, so wurde während der Veranstaltung auch nicht darüber diskutiert. Schließlich sollte Mißfelder über “Wege aus der Konjunkturkrise” sprechen. Daher kann seine Aussage nur auf die Erhöhung des Regelsatzes für Kinder zum 1. Juli gemünzt sein. Im Rahmen des Konjunkturpakets II hatte man sich darauf geeinigt, die Sätze für sechs- bis 13-jährige Kinder um rund 35 Euro pro Monat anzuheben.

Mißfeldet schert mit seiner Aussage alle über einen Kamm und schürt damit Vorurteile, die sicherlich auf einen Teil der Bezieher zutreffen mögen. Aber bei weitem nicht auf alle.

Man kann zu Hartz IV stehen wie man will, aber solch pauschalisierten Urteile kann man nicht dulden. Über Hartz IV diskutieren ist gewünscht, auch darüber wie grade Kinder aus Hartz IV Familien gefördert werden können. Aber bitte nicht auf diesem Niveau.

Ein Bundespolitiker der Vorurteile auf Stammtischniveau schürt muss auch zu dem stehen was er sagt. Wenn er sich in seiner Wortwahl vergriffen hat, muss er dies klarstellen und sich entschuldigen.

Sogleich hagelt es Kritik aus allen Ecken. Der Bundesvorstand der Arbeiterwohlfahrt Rainer Brückers bescheinigt Mißfelder

“eine völlige soziale Inkompetenz”

Der Landesverband NRW des Sozialverbands Deutschland erklärte, die Politik sei

“dringend gefordert, die Ursachen von Armut und Ausgrenzung zu bekämpfen, anstatt sozial benachteiligte Menschen zu diffamieren”.

Natürlich darf im Reigen der Kritiker die JUSO-Chefin Franziska Drohsel nicht fehlen:

„Alle ‘Hartz-IV’-Empfänger zu Alkoholikern und Nikotinsüchtigen zu erklären, zeigt deutlich Mißfelders fehlende soziale Kompetenz und sein mangelndes Verständnis für die Probleme der Menschen“

Doch anstatt sich für seine Wortwahl zu entschuldigen und diese zurückzunehmen, versucht Mißfelder das Thema zu relativieren und in einen Kontext zu bringen. 

„Viele ‘Hartz-IV’-Empfänger sind unverschuldet in Not gekommen. Ich will keine ‘Hartz-IV’-Empfänger diffamieren, sondern auf Missstände hinweisen“

Mißfelder würde den Satz auch nicht ständig wiederholen wollen.

„Es geht um den richtigen Zusammenhang und nicht um einen einzelnen Satz. Wir brauchen aber eine Diskussion über die Frage, wie mit sozialen Leistungen der Allgemeinheit von den Betroffenen umgegangen wird. Leider kommen sie häufig nicht zielgenau an“

Da scheint es doch sehr konstruiert, dass grade heute die Junge Union sich diesem Thema annimmt und eine Pressemitteilung mit dem Titel “Wohl der Kinder muss im Mittelpunkt der Debatte stehen!” veröffentlicht. Darin heißt es:

“Wir müssen dafür sorgen, dass insbesondere Kinder und Jugendliche in Hartz-IV-Familien wirksame Hilfe erfahren.”

Und weiter relativiert die Junge Union Deutschlands den Ausfall ihres Chefs in der Pressemitteilung:

“Diese Diskussion mag manchem unbequem sein, muss aber dringend geführt werden. 
 
Gutscheine für die Schulspeisung, Mitgliedschaften in Sportvereinen oder für Bildungsmaterial stellen eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Hartz-IV-Regelsätzen dar. Dies würde ganz klar einem Missbrauch von Transferleistungen vorbeugen und gleichzeitig dem Wohl der Kinder und Jugendlichen dienen. ”

Auch der Vrsitzende der JU Brandenburg springt seinem Parteifreund zur Seite und erklärt

“Philipp Mißfelder hat mit seiner überspritzten Äußerung eine wichtige Debatte angestoßen. Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass eine Reihe von Eltern die ihnen vom Staat für die Versorgung ihrer Kinder zur Verfügung gestellten Mittel nicht sachgerecht verwenden.”

Und die JU NRW, der Landesverband von Mißfelder lässt verlautbaren

“Diskussion über Missbrauch von Sozialleistungen zu Lasten von Kindern muss geführt werden”

Mit seiner Aussage hat Mißfelder diese Diskussion jedoch unnötigt angeheizt. Man könnte nun der JU bescheinigen, dass sie diese Diskussion auf die Tagesordnung bringen wollte. Doch scheint dieser Zusammenhang eher konstruiert und ein Schnellschuss zu sein.

Das über die Wirkungsweise von Hartz IV diskutiert werden muss ist klar. So gibt es viele Probleme, wie z.B. das erst einmal die eigenen Sparguthaben aufgelöst werden müssen – obwohl diese vielleicht für den  Ruhestand gespart wurden. Oder eben auch darüber diskutiert werden, ob Hartz IV ein Anreiz ist einfach nicht arbeiten zu gehen – auch in einem gering bezahlten Job.

Aber diese Diskussion darf nicht auf dem Stammtischniveau eines Mißfelders geführt werden, sondern sachlich fundiert.

Es fehlt einigen Politikern an Rückgrat. Mißfelder hat seine Worte nicht zurückgenommen, sondern sie lediglich hinterher in einen Kontext eingeordnet. Die Pauschalisierung bleibt bestehen. Schade! 

cc  photo credit: derteo.berlin

Berne: Ortsumgehung kommt nach 71 Jahren endlich

20 Feb

Berne: Ortsumgehung kommt nach 71 Jahren endlich

3285397121 1a119d07b3 m Heute wurde im Bundestag und Bundesrat das Konjunkturpaket II der Bundesregierung beraten.

Die erfreulichste Nachricht für alle Berner ist wohl der Bau der Ortsumgehung. Gab es doch in der letzten Zeit nicht viel schönes aus der Berner Politik zu berichten.

Im letzten Jahr feierte die Planung für die Ortsumgehung ihren 70. Geburtstag und jetzt nach 71 Jahren soll sie endlich kommen. Björn Thümler, MdL konnte heute erfreuliches berichte:

“Nach der Entscheidung des Bundestages ist es amtlich, die Ortsumgehung Berne kommt”

Nach dem bereits zur Jahreswende der Bau der neuen Huntequerung in trockenen Tüchern war, ist nun auch der Bau der Ortsumgehung Berne sicher,

“nach 71 Jahren, soll Berne nun endlich seine dringend benötigte Ortsumgehung erhalten, ein großer Tag der Freude,” so der CDU Politiker Thümler, “darauf haben bereits mehrere Generationen gewartet, nun wird es Realität”,

betonte Thümler.

Nach Angeben des Straßenbauamtes in Oldenburg  ist es nunmehr möglich, dass Bücken- und Querungsmaßnahmen in diesem Jahr noch ausgeschrieben werden können und bereits mit dem Bau dieser Bauwerke begonnen werden kann.

Projektliste zum Konjunkturpaket II des Verkehrsministeriums

cc  photo credit: ka.nico

Obama unterzeichnet größtes Konjunkturpaket

17 Feb

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Knapp vier Wochen ist Obama im Amt und hat jetzt seinen ersten großen Erfolg erzielt. Er unterzeichnete das größte Konjunkturpaket in der Geschichte der USA und setzte es damit in Kraft.

Das Paket umfasst 789 Milliarden Dollar und ist laut Obama

“ein ausgewogenes Paket aus Steuererleichterungen und Investitionen”

Er sieht es als einen Teil einer breiten Strategie, mit der die USA der Wirtschaftskrise entgegentreten. Obama sprach von einem nicht leichten Weg aus der Krise.

Zuvor wurde das Milliarden-Paket vom Repräsentantenhaus und vom Senat in Washington abgesegnet. Im Repräsentanten haus stimmten 246 Abgeordnete dafür und 183 dagegen. Kein einziger Republikaner stimmte für das Paket von Obama – ein Rückschlag, wollte dieser doch stärker überparteilich Politik machen.

Das Programm ist ein Mix aus Investitionen und Steuererleichterungen und soll insgesamt 3,5 Millionen Arbeitsplätze sichern und neu schaffen. Mit knapp 507 Milliarden Dollar stehen gut 2/3 des Programms für Investitionen in die Infrastruktur zur Verfügung. Ungefähr 202 Milliarden Dollar sind für Steuererleichterungen vorgesehen.

Wichtige Eckpunkte sind 150 Milliarden Dollar für Projekte in den Bereichen Transport, Energie, Technologie, 87 Milliarden für die staatliche Krankenversicherung, 70 Milliarden Steuererleichterungen für die Mittelschicht, 54 Milliarden Dollar Förderung für Schulen, 50 Milliarden Dollar für erneuerbare und effiziente Energien und 40 Milliarden Dollar zusätzliche Unterstützung für Arbeitslose.

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Obamas Unterschrift

Den nächsten Schritt will Präsident Obama am Mittwoch erläutern: ein Programm für zahlungsunfähige Hausbesitzer. Angesichts von derzeit 10.000 Hausbesitzern die täglich ihren Besitz verlieren, soll das neue Programm diese vor der Zwangsversteigerung schützen. Das Programm könnte ein Volumen von 50 bis 100 Milliarden Dollar haben. In Bedrängnis geratene Hauseigentümer müssten demnach in einem standartisierten Verfahren ihre finanzielle Situation prüfen lassen. Gelder sollen gezahlt werden, wenn mehr als 38% des Bruttoeinkommens für Hypotheken gezahlt werden müssen.  Offizielle Stellen in den USA wollten zu diesen Vermutungen keine Stellung nehmen.

Das Konjunkturpaket hat Obama in Denver, Colorado unterzeichnet – weit weg von Washington. Das Paket für Hausbesitzer wird er ebenfalls weit weg von Washington erläutern, in Phoenix (Arizona)

Auch in seiner “Weekly Adress” vom 14.02.2009 spricht Präsident Obama über das Konjunkturpaket und dessen Inhalt:

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Sehr spannend ist die Ankündigung der Internetseite www.recovery.gov – dort kann sich jeder über die Verwendung der Gelder des Konjunkturpakets informieren und dieses auch kommentieren. 

“Once the plan is put into action, a new website – Recovery DOT gov – will allow any American to watch where the money goes and weigh in with comments and questions – and I encourage every American to do so. Ultimately, this is your money, and you deserve to know where it’s going and how it’s spent.”

Meiner Meinung nach sollte sich die Bundesregierung daran ein Beispiel nehmen – würde für mehr Transparenz sorgen!

Foto:  SEIU Walk a Day in My Shoes 2008, edit by Matthias.kötter Lizenz:  Creative Commons Attribution 2.0

Wirtschaftsminister verbreitet Optimismus

15 Feb

Wirtschaftsminister verbreitet Optimismus
Derzeit erleben wir den wohl größten Konjunktureinbruch seit 1949, der Gründung der Bundesrepublik. Im vierten Quartal 2008 ist das Bruttoinlandsprodukt um 2,1% gegenüber dem dritten Quartel gesunken. Der stärkste Einburch im wiedervereinigten Deutschland.

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„Das war der größte Rückgang gegenüber einem Vorquartal im wiedervereinigten Deutschland“,

so das Statistische Bundesamt. Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, rechnet mit einer länger anhaltenden Wirtschaftskrise in Deutschland.

„Die Leute, die da sagen, im Sommer geht es wieder aufwärts, das ist Blödsinn”,

ist sein Kommentar zum Einbruch des BIP und der Wirtschaftskrise. Er rechnet bis zur Bundestagswahl mit 500.000 bis 700.000 Arbeitslosen mehr. Insgesamt wird für 2009 ein Minus von 2,25% erwartet beim BIP – einige Ökonomen rechnen sogar mit bis zu Minus 4%.

Der neue Wirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg versucht wohl das einzig richtige: Optimismuss verbreiten. Gehen doch viele Ökonomen davon aus, dass auch psychologische Effekte eine große Rolle spielen in der Wirtschaft. Guttenberg wird in der Montagsausgabe der Bild so zitiert:

“Machen wir uns nichts vor, wir stecken mitten in einer sehr harten Krise. Aber wir haben ein sehr gutes Konjunkturpaket geschnürt. Nicht zuletzt deshalb erwarten wir, dass es spätestens ab Herbst wieder aufwärts geht“

Guttenberg denkt schon weiter, nämlich an eine Steuerreform. Er sei der Meinung, man brauche ab 2010 eine große Steuerreform. Ansetzen will er unter anderem bei der kalten Progression. Hierdurch steigt die Steuerlast schneller als die Löhne.

“Dadurch fallen dem Staat ohne jede Berechtigung Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen in den Schoß”

In seinem Ministerium lässt er derzeit einige Modelle durchrechnen.

Eine Steuerreform ist zentrales Them der CSU. Parteichef Horst Seehofer hattevor einigen Wochen noch, mit seinem damaligen Generalsekretär Guttenberg, die Bundeskanzlerin mit dieser Forderung vor sich hergetrieben. Sie hatten der CDU-Chefin sogar damit gedroht, dass die CSU mit einem eigenen Wahlprogramm in den Wahlkampf zieht. Merkel gab schließlich in diesem Punkt nach und Seehofer triumphierte:

“Es beginnt jetzt die Epoche der Gemeinsamkeit.”

Bis Ostern soll ein Konzept der Union für eine Steuerreform stehen, dass auch Kernpunkt des Wahlprogramms sein soll. Dieses soll bis Juni festgezurrt werden zwischen CDU und CSU.

Steuersenkungen wären besser als Konjunkturpaket

15 Feb

Steuersenkungen wären besser als Konjunkturpaket

2177612939 4488c9a686 m Rede des FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Guido Westerwelle am 13.02.2009 in der Schlußdebatte zur Verabschiedung des Konjunkturpakets II.

Unter anderem spricht er auch kurz von einer Reform der Bankenaufsicht. Dazu hat Peter Bofinger und die anderen Wirtschaftsweisen bereits vorschläge unterbreitet. Vielleicht sollte die Politik ausnahmsweise mal das Gutachten des Sachverständigenrates lesen!

In Kürze empfiehlt der Sachverständigenrat folgendes:

  1. Internationales Frühwarnsystem mit makro- und mikroökonomischen Indikatoren
  2. Evaluierung der nationalen Bankenaufsichten, als Aufsicht der Aufsicht
  3. Kontrolle und Überwachung der großen internationalen, systemischen Finanzinstitute
  4. Höhere Eigenkapitalquote, ein variabler, antizyklischer Hebel für die Eigenkapitalquote
  5. Fair-value-Ansatz, an der Realität gemessene Bewertung der  Aktiva

Nachzulesen im aktuellen Jahresgutachten, Kapitel 3. Sehr lesenswert, da nochmal der Weg in die Krise aufgezeichnet wird,  die aktuellen Bemühungen in verschiedenen Staaten en details dargelegt werden und auch ein Ausblick gegeben wird, was für die Zukunft wichtig ist.

Hier die Rede von Guido Westerwelle im Deutschen Bundestag:

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cc  photo credit: bjoern

Dies und Das #8 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

15 Feb

Was mich so interessiert hat, was ich gelesen und was ich überflogen habe: