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Randnotiz: Wenn Plakatmotiv und Aussage nicht zusammen passen

27 Aug

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Wahlplakate sollen für eine Partei werben. Besonders viel Wert legt man auf die Gestaltung, insbesondere der Großflächenplakate. Da findet sich dann ein schönes Motiv und eine knackige Aussage. So ist es in jedem  Wahlkampf. Das soll die Wähler dazu bringen, an der richtigen Stelle das Kreuz zu machen.

Doch was ist, wenn Plakatmotiv und Aussage nicht zusammen passen? Dann wird es irgendwie schwierig, der Aussage glauben zu schenken. Zum Beispiel das Plakat “Bildung darf nicht vom Konto der Eltern abhängen. Und darum wähle ich SPD.” aus der aktuellen Kampagne.

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Zu sehen ist ein hübsches, blondes Model – ja, Model? Nein, SPD-Mitglied. Die Dame, Jennifer heißt sie, ist sogar Kandidatin zur Kommunalwahl in Duisburg. Also eine echte Sozialdemokratin. Und natürlich steht sie dann auch gerne für die Kampagne zur Verfügung. Und natürlich auch gerne gegen Studiengebühren. Weil Bildung ja eben nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein darf. So ist das, als Sozialdemokratin.

Doch wenn man mal nach Jennifer im Internet sucht, findet man interessantes. Das Parteimitglied, das so stark dafür plädiert, dass gute Bildung nicht vom Konto der Eltern abhängig sein darf, studiert an einer Privat-Uni in Düsseldorf und auch ein Semester in Dublin. Und zahlt Studiengebühren! Bewusst und freiwillig!

In Dublin fielen Studiengebühren in Höhe von 2.000€ an. Aber das ist üblich bei Auslandssemestern. Viel interessanter ist, dass sie auch am European Business College Düsseldorf (EBC) Studiengebühren zahlt. Die Hauptamtlichen Wahlkämpfer aus der SPD versuchen das ganze auf die Landesregierung von NRW zu schieben. Nur hat das reichlich wenig mit der EBC und dem Studium an dieser Privat-Uni zu tun. Während an den Universitäten in NRW 500€ Studiengebühren im Semester gezahlt werden, redet man an dem European Business College Düsseldorf von ganz anderen Summen. Im Studiengang “Tourism & Event-Management” müssen glatte 590,- € gezahlt werden. Und diese nicht im Semester, auch nicht im Jahr. Nein, 590,-€ im Monat –  wären also 3.540,-€ im Semester.  Und das hat Jennifer sich selbst ausgesucht. Sie hat sich ganz bewusst für das European Business College Düsseldorf entschieden und damit auch für die Studiengebühren.

Es mutet schon komisch an, wenn jemand sich bewusst für Studiengebühren entscheidet und gleichzeitig für die SPD in den Wahlkampf zieht und gegen Studiengebühren sogar auf Plakaten wirbt. Wäre auf dem Plakat ein Model irgendeiner Agentur, dann könnte man sagen: “Hey es ist ihr Job – sonst nix” Aber hier hat man anscheinend bewusst attraktive Parteimitglieder für die Plakate gesucht. Und genau deshalb ist das ganze so widersprüchlich! Die Parteimitglieder scheinen nicht hintern den Wahlkampfsprüchen für die sie werben zu stehen. Es ist halt wie so oft: “Wasser predigen, aber Wein trinken!”

Nächstes mal sollten die Strategen aus der Nordkurve einfach mal schauen, wen sie auf welches Plakat drucken.

Bildquelle: spd.de

Wahlplakate der CDU vorgestellt

10 Aug

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Heute hat die CDU die Wahlkplakate und Großflächenplakate der ersten Welle vorgestellt. Die CDU startet mit den zentralen Botschaft

“Wir haben die Kraft”

in den Wahlkampf. Dazu wird Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15.08. auf über 60 Großveranstaltungen in ganz Deutschland ihre Wahlkampftour durchführen.

Ronald Pofalla stellte die Kampagne im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin vor. Ich persönlich finde die Großflächen (siehe oben mit Guttenberg) besonders gelungen. Schöne Motive und gute Aussagen. Ronald Pofalla erklärte bei der  Vorstellung:

“Wir haben die richtigen Köpfe und die richtigen Themen!”

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Galerie der Wahlplakate:

Geh nicht hin! Die Auflösung

29 Jul

Geh nicht hin! Die Auflösung

nicht waehlen Vor einer Woche habe ich mich mit einem Video auf Youtube bechäftigt, dass stark verkürzt war. Prominente erklärten, dass sie nicht wählen gehen werden und das Video endete mitten in einem Satz. Erst vermutete ich, dass hier mutwillig verkürzt wurde, um den Sinn zu verfälschen.

Mutwillig wurde verkürzt, klar. Aber um eine “virale” Kampagne zu starten. Die Diskussion sollte angeheizt werden. Das ist mehr oder minder gelungen. Aus dem Netz ist die Diskussion nie gekommen.

Doch nun gibt es das ganze “Geh nicht hin!“-Video und die passende Internetseite. Das Video ist eine  Kopie der “Don´t Vote”-Kampagne, die aus dem Umfeld von Obama 2008 gestartet wurde. In dem deutschen Video sprechen sich unter anderem Detlev Buck, Manuel Cortez, Jan Hofer, Alexandra Kamp, Markus Kavka, Mike Krüger, Sarah Kuttner, Peter Nottmeier, Buddy Ogün, Patrice, Ralph Richter, Claude-Oliver Rudolph, Ralf Zacherl und natürlich auch Sascha Lobo fürs Wählen-gehen aus.

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Hoffentlich bringt die Kampagne was!

Prominente gehen nicht wählen – aber irgendwas fehlt

17 Jul

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nicht waehlen Seit heute geistert ein Video auf Youtube durch das Internet. Es trägt den Titel “Nicht Wählen” und viele Prominente rufen dazu auf, nicht wählen zu gehen. Soweit nichts neues. Das Video erinnert stark an die “Don´t Vote” Kampagne während der Präsidentschaftswahl 2008 in den USA. Vor weißem Hintergrund haben unter anderem Will I. Am, Leonardo diCaprio und Tobey Maguire erklärt, warum man nicht wählen gehen soll. Zumindest, wenn man sich nicht für die wichtigen Themen wie Gesundheitsvorsorge, Kinderbetreuung und Menschenrechte interessiert.

Und genau das ist der unterschied zu dem Video, das jetzt im Netz herumgeistert.

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Hier erklären viele deutsche Prominente, dass man nicht wählen gehen soll. Claude-Oliver Rudolph erklärt alle Politiker zu Versagern, die es auf dem freien Markt, in der Wirtschaft oder Kunst nicht schaffen würden.  Manuel Cortez spricht sich mit diesem Satz für das “nicht wählen” aus:

“Haste da irgendwelche Leute, die dir Schwachsinn erzählen, ja und dann sollst du den Scheiß auch noch glauben und für sie wählen gehen”

Und auch Jan Hofer erklärt, auch wenn man es nicht glaube würde, dass er nicht wählen geht. Ebenso erklären dies z.B. Ralf Zacherl, Mike Krüger, Sarah Kuttner, Alexandra Kamp, Massiv, JoeRilla, Bernhard Brink, Franziska Knuppe und Susanne Hoppe.

Das Video erinnert stark an die amerikanische Kampagne. Ja, bis auf die Kernaussage. Die war in den USA: Wenn dich die wichtigen Themen nicht interessieren – dann geh nicht wählen. Doch solltest du dich auch nur ein wenig für das interessieren, was passiert – dann geh hin!

Das aktuelle Video endet ziemlich plötzlich, dem letzten Redner wird quasi das Wort abgeschnitten. Das amerikansiche Vorbild ist fast 5 Minuten lang, die deutsche Version etwas über eine Minute. Veröffentlich wurde das Video von eine User mit dem sehr anonymen Namen: MrsCheckitall. Es ist auch das einzige Video des Users. Deshalb wirft das Video, nicht nur bei mir, einige Fragen auf.

Wahl.de fragt sich zum Beispiel, ob da jemand die Pointe geklaut hat. Und Christian von HomoPoliticus fragt sich:

“Aber wie um alles in der Welt kommt jetzt Jan Hofer auf die Idee, er als  Tagesschausprecher müsste zusammen mit weiteren Prominenten dazu aufrufen, nicht zu wählen.”

Und ich frage mich noch:

  • Wer hat dieses Video initiiert, wer ist der Urheber?
  • Warum kommt das Ende so plötzlich?
  • Würde Jan Hofer, Chefsprecher der Tagesschau, sich wirklich zu einer solchen Anti-Kampagne hinreißen lassen?
  • Ist es vielleicht der schlechte Beginn einer viralen Kampagne?
  • Oder ist es der Versuch die Aussage dieser Kampagne, durch weglassen des positiven Endes, ins Gegenteil zu verkehren?

Mich würde das ganze Video brennend interessieren – ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Promis ihrer gesellschaftlichen Verantwortung so wenig gerecht würden.

Hat jemand einen Link zum vollständigen Video?