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Bildungsstreik in Bremen: Was steht da eigentlich drauf?

17 Jun

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streik Heute war Bildungsstreik in Bremen und auch bundesweit. In Bremen waren wohl ca. 2000 Schüler, Studenten, Lehrer, Erzieher und alle die sonst nichts besseres zu tun hatten auf der Straße. Um 11 Uhr ging es am Bahnhof los.

Nun, ich war einer der sonst nichts besseres zu tun hatte. Da wollte ich doch glatt ein paar Fotos machen. Es dauerte nicht lange und die ersten – meist schulschwänzenden – Demonstranten kamen auf mich zu:

“Ey, was fotografierst du hier rum, bist du Presse oder was?” oder auch “Du darfst mich gar nicht fotografieren…”

Hat mich nicht weiter gestört – war schließlich eine öffentliche Demonstration. Und da ich keine Einzelfotos gemacht habe, sondern lediglich die Demonstration im allgemeinen – so what?  ”Transpi”-Träger wollen schließlich, dass ihr Argument in die Welt getragen wird – oder?

img 1725 150x150 Da wären wir auch schon gleich bei einem Punkt der mir auf Demonstrationen immer wieder auffällt: die Sprache! Zum einen harte Reden, die durchaus aufstacheln und gegen-gegen-gegen sind und zum anderen das Verniedlichende: “Transpis” oder auch “Lauti-Wagen”. Sehr spaßig.

Man demonstrierte so vor sich hin. Es muss ungefähr nach einer Stunde Demo gewesen sein, als ich neben mir ein paar Jugendliche bemerkte, die ein solches Transpi hochhielten. Ein schön großes, dass man  ihnen vom “Lauti-Wagen” gegeben hatte. Die Kiddies dürften ungefähr 11, 12, 13 Jahre alt gewesen sein. Nun liefen die schon eine stunde mit dem “Transpi” rum und irgendwann wurden sie dann doch neugierig:

“Was steht da eigentlich drauf?”

Ja, was steht da eigentlich drauf? Meine Güte – eine Stunde rennt man mit so einem Ding rum, ohne zu wissen was drauf steht!  

Hier und da flogen mal ein paar Eier – meist geworfen von zwei gelangweilten Punks, die ihr Bier schon geleert hatten. Nun traf man nicht den Klassenfeind oder die böse Polizei – sondern die Mitdemonstranten. Naja hauptsache, man hat was gemacht.

img 1735 150x150 Der “schwarze Block” war übrigens auch da – aber diesmal in der Anfänger Version – quasi der “schwarze Juniorblock”. Aber vermummt wie die großen, so standen sie vor dem Bildungssenat. Wo 2003 noch zig Studenten reingestürmt waren und den Laden mal auseinander genommen hatten – ja da standen die Vermummten und wussten nich mehr weiter. Da war das Etablishment so böse und hatte einfach die Schiebetür verschlossen. Gemeinheit sowas. Aber man hatte noch eine Geheimwaffe! Man spielte den  fiesen Mitarbeitern des Bildungssenats einfach einen Klingelstreich *hihi* Das haben die davon!

Die Polizei musste sich interessanterweise Sprüche anhören wie:

“Ohne Bildung wirst du Polizist!”

Warum nun die Polizei hier angegangen wurde, wird mir ein Rätsel bleiben. Die hat sich nämlich sehr zurück genommen und weder bei Verstößen gegen das Vermummungsverbot, noch bei Böllern oder Bengalfeuern eingegriffen. Sie hatte alles im Blick und es war eben auch eine sehr ruhige Demo. Natürlich abgesehen von den alten Sprüchen wie

“Wir sind hier, wir sind laut – weil man uns die Bildung klaut” oder “Kostenlose Bildung für alle – sonst gibts Krawalle”

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Immer wieder stiegen Menschen auf den “Lauti-Wagen”, um eine Rede zu halten oder ein Grußwort einer ausländischen Uni vorzulesen und simultan übersetzen zu lassen. Die Reden ähnelten sich vom Inhalt sehr stark. Die Studenten hatten meist den Bologna-Prozess, “abgeschaffte” Mittagspausen, Streichung von Professorenstellen in wichtigen Fachbereichen wie Soziale Arbeit oder die Straffung des Studiums zum Inhalt. Die Schüler und Gewerkschafter hatten dann noch die Lehrerbezahlung, Bezahlung der Erzieher, das Abitur nach 12 Jahren und Lehrmittelfreiheit im Blick. Alle jedoch schimpften auf das dreigliedrige Bildungssystem und lobten die Gesamtschule. Man solle doch nur mal nach Skandinavien blicken – dem PISA-Paradies.

img 1655 150x150 Nun ist es ja so, dass in Deutschland der Bildungsabschluss in besonderer Weise davon abhängt aus welchem Elternhaus man stammt. Wichtiger als in jedem anderen europäischen Land. Das muss man ja leider zugeben. Komisch, wo seit den 70er Jahren das Bildungssystem immer und immer wieder in Hinsicht auf Chancengleichheit refomiert wurde. Den Umbau der Bildung hatten sich die 68er auf die Fahnen geschrieben – als Grundstein für einen Gesellschaftsumbau. Doch Chancengleichheit wurde nicht erreicht.

Das Bildungssystem ist unterfinanziert – darin waren sich auch heute alle einig. Die GEW zum Beispiel fordert, die Bildungsausgaben um 30 Milliarden zu erhöhen. Doch reicht es mehr Geld in ein System zu stecken, dass nicht einmal sicherstellt das die Kinder in einem Schuljahr klüger werden? 2006 kam eine PISA-Befragung zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent der Schüler nach einem Jahr Mathe keine Leistungsfortschritte gemacht haben. Acht Prozent verzeichneten sogar Leistungsabnahmen. Ob da mehr Geld helfen kann ist fraglich. Und das die Deutschen unterdurchschnittlich viel für Bildung ausgeben ist ein Trugschluss. Das Institut der deutschen  Wirtschaft hat errechnet, dass in Deutschland ca. 7000 Euro für einen Lernenden ausgegeben werden. Damit ist Deutschland in der Spitzengruppe – wie auch die OECD bestätigt. Traurig dabei ist, dass wir dieses Geld anscheinend nicht zielgerichtet investieren.

img 1645 150x150 Nun wurde auch heute wieder mit Blick auf die  skandinavischen Länder die Einheitsschule propagiert. Na klar, PISA hatte doch gezeigt, wie erfolgreich dieses Bildungssystem ist. Doch ist die Einheitsschule, die auch gerne Gesamtschule genannt wird, wirklich das Allheilmittel? In Nordrhein-Westfalen gibt es 217 Gesamtschulen, mehr als in anderen Bundesländern – die Reformer waren fleißig. Und doch landet NRW bei nationalen und internationalen Vergleichen immer wieder weit  abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Komisch, so dachte man doch, die Gesamtschule würde allen was bringen. Die stärkeren Schüler ziehen die schwächeren mit und alle bringen bessere Leistungen. Und der Blick nach Schweden und Finnland beweist es doch!? Diese Länder sind nicht grade dicht besiedelt – ein mehrgliedriges Schulsystem wäre deshalb unwirtschaftlich. Ob diese Länder mit einem gegliederten Bildungssystem eventuell noch bessere Leistungen bei PISA gebracht hätten – darüber sagt die Studie nichts aus. Norwegen lag übrigens mit seiner Gesamtschule noch hinter Deutschland. Dagegen haben sich  die Niederländer mit ihrem gegliederten Schulsystem ebenfalls in der PISA-Spitzengruppe positioniert. Komisch, liegt es vielleicht doch nicht daran wie homogen oder heterogen eine Klasse ist? Und selbst die Gesamtschulen müssen eine Auslese betreiben – es gibt an das Leistungsniveau angepasste Kurse für die Schüler. Dazu sagt Jürgen Baumert, Präsident des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung relativ nüchtern:

“Die Deutschen haben die falsche Diskussion geführt. Sie haben Glaubenskriege über die richtige Schulform geführt, statt sich darum zu kümmern, wie man Kinder klüger macht.”

Die Schlussfolgerung: Schule muss sich ändern, nicht die Schulform. Es ist nicht so wichtig, ob Kinder früh oder spät aufs Gymnasium gehen. Wie Schule funktionieren soll, muss die eigentliche Frage sein. Wie kann unser Bildungssystem Kinder klüger machen!?

img 1869 150x150 Zum Abschluss vor der Bremischen Bürgerschaft gegen 14 Uhrwar hat sich Demonstrationsfeld schon ziemlich gelichtet. Das dürfte daran liegen, dass um 13 Uhr viele Schüler die Demo verließen – schließlich war ja Schulschluss und danach interessiert man sich dann doch nicht so sehr für bessere Bildung. 

Interessant war übrigens noch, dass der Kapitalismus natürlich an allem Schuld war und ist – man muss ihn bekämpfen. Tja, gegen Kapitalismus skandieren lässt es sich eben ziemlich einfach mit einem Top von Dolce&Gabbana, einem T-Shirt von Ed Hardy oder Schuhen von Converse. 

Ein paar Eindrücke vom Bildungsstreik im bewegten Bild:

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Bildungsstreik in Bremen… das üben wir nochmal!

Wie zum Henker kommt man darauf, zur CDU zu gehen?

9 Jun

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928878675 11080ec78a m Puh, das Stöckchen* liegt nun schon eine Weile bei mir rum. Netterweise hab ich es von Jan Filter vom Filterblog bekommen. Wie nett! Ich kann  mich nichtmal dran erinnern, was ich gestern im Fernsehen gesehen habe – aber ich soll noch wissen wie ich zur CDU gekommen bin? Na super! Danke nochmal!

Ja also, wie zum Henker kommt man zur CDU? Also erstmal bin ich nicht zur CDU gekommen, sondern zur Jungen Union (JU). Das “Übel” nahm eigentlich seinen Lauf, als ich in den ComputerClub Brake (CCB) eingetreten bin, damals war ich wohl so 11 oder 12. Ja, ungefähr das Alter muss ich gehabt haben – ich bin grade erst aufs Gymnasium gegangen. Dort lernte ich Claus kennen. Er war, neben mir, mit Abstand der Jüngste im CCB. Auch wenn er 7 Jahre älter ist als ich. 

Politisch interessiert war ich wohl schon immer – wenn ich das auch nicht bewusst wahrgenommen habe. Die Chefin meines Kindergartens, Inge – die auch meine Nachbarin war – hat mir mal erzählt, dass ich im Kindergarten schon einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hatte. Ich selbst kann mich da gar nicht so recht dran erinnern, aber wenn Inge das sagt, stimmt das! In der Grundschule ging es dann auch so ähnlich weiter – ich war dort Klassensprecher. Gut, das hatte nun nicht viel zu sagen – aber ich war es. In der Orientierungsstufe war ich wieder Klassensprecher. So war das halt. Auch meine alten Lehrerinnen aus der Grundschule sagen immernoch, dass ich dort schon sehr interessiert daran war, dass die Gemeinschaft gut zusammen lebt. Im übrigen empfehle ich jedem, mal seine alte Grundschule zu besuchen und mit seinen alten Lehrern zu sprechen – das sind sehr interessante Gespräche, für beide Seiten!

Und auf dem Gymnasium bin ich dann das erste Mal bewusst mit Politik konfrontiert worden. Damals drohte die Unterrichtsversorgung von 103% auf 94% abzurutschen. Ok, eigentlich freut man sich als Schüler über jede Stunde die ausfällt. Aber da war ja unsere Schülervertretung – allen voran Johannes. Wir waren uns eigentlich alle einig, dass das nicht tragbar ist. So haben wir protestiert! Und der kleine Simon, damals in der 8. Klasse, hat sich im “Protestkommitee” engagiert. Klar war, das wir nicht streiken wollten – deshalb haben wir einen Bildungsmarathon gemacht: 24 Stunden Unterricht. Und der kleine Simon hat sich um die PR gekümmert. Als Folge standen neben der NWZ und Kreiszeitung auch einige Überregionale Zeitungen, die Bildzeitung, Radio Bremen und der NDR vor der Schultür. Danach haben wir noch einen Versuch gestartet die damalige Bildungsministerin, Renate Jürgens-Pieper, zu verklagen… Chancengerechtigkeit und so. Das scheiterte aber am Geld – soweit ich mich erinnere. Jedenfalls dürfte diese kleine Episode der erste Kontakt zur Politik gewesen sein.

Nun also zurück zum CCB und Claus, der nun auch Mitglied der Jungen Union war. Und da ich von meinem Elternhaus, obwohl nie wirklich über Politik geredet wurde, eine konservative, christdemokratische Grundeinstellung geerbt hatte, waren wir schnell auf einer Wellenlänge. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich nicht in Richtung CDU beeinflusst wurde – wäre ich heute in der SPD oder FDP oder bei den Grünen, würden meine Eltern das auch OK finden. Nur die Linke, ich glaube da würde ich definitiv enterbt werden icon wink

Naja, nun wurde ich von Claus zu den ersten Veranstaltungen mitgenommen, hab nette Leute kennen gelernt und bin schließlich recht schnell eingetreten. So, nun bin ich schonmal in der JU. Klingt komisch, ist aber so!

Dann waren Kommunalwahlen und die CDU hatte eine unabhängige Bürgermeisterkandidatin aufgestellt. Man half im Wahlkampf, organisierte Diskussionen im Gymnasium und schlussendlich wartete man gespannt auf das Wahlergebnis. Als unsere Kandidatin (mittlerweile leider) gewählt war, habe ich mich überreden lassen in die CDU einzutreten. Das war 2001, auf dem Höhepunkt des Spendenskandals. Dieser begegnete mir übrigens auch nochmal in meinem mündlichen Abitur. Aber das ist eine Geschichte, die man besser bei einem Bier erzählen kann.

Also im Grunde habe ich mich durchaus bewusst entschieden für die CDU. Aber es war nun kein Großereignis, dass mich dazu bewogen hat zur Geschäftsstelle zu gehen und nach einem Mitgliedsantrag zu fragen. Ob ich, auch über einen anderen Weg in eine Partei eingetreten wäre? Ich weiß es nicht.

Bereut habe ich die Entscheidung bisher nicht. Zumal ich durch mein politisches Engagement viele tolle, spannende,  interessante, komische, lustige, verrückte Leute kennen lernen durfte. In der CDU, SPD, FDP und bei den Grünen habe ich mittlerweile Freunde gefunden. 

So bin ich, zum Henker nochmal, zur CDU gekommen.

* “Stöckchen” bedeutet, dass bestimmte Fragen / Themen gestellt werden und ausgewählten Leuten sozusagen “zugeworfen” werden, die sich dann, sofern sie es möchten, damit beschäftigen und ihrerseits das Stöckchen weiterreichen. Es handelt sich also um so eine Art Bloggerspiel. Normalerweise beteilige ich mich an sowas ja nicht mehr aber da ich das Thema in diesem Fall recht spannend finde und gleichzeitig als tollen Beitrag dazu sehe, anderen ein paar Anhaltspunkte zu geben, wie politisches Engagement beginnen kann.

Und nun würde mich mal interessieren, wie Maxi in die SPD gekommen ist. Aber auch die Geschichte von Valentin interessiert mich, genauso brennend wie die Geschichte von Ralph. Ach ja und Frederic und Alexander nicht zu vergessen. Vielleicht schreibt ja auch Kristina Köhler etwas. Anka hat das Stöckchen als erste geworfen und genau wie sie und Jan, freue ich mich über jeden, der es aufnimmt!

 

cc  photo credit: colina-foto

Die Woche neigt sich dem Ende zu…

9 Jan

… irgendwie eine herrlich unproduktive Woche. Naja was solls, aber Montag wird durchgestartet.

Gleich noch zuhause zwei Webcams für Mama und Papa installieren, damit die beiden mit ihren Kindern Skypen können – das wird ein Spaß! Freu mich schon drauf es den beiden zu erklären icon smile

Ja und morgen geht es erst ins Gymnasium zum ökumenischen Neujahrsempfang im Gymnasium. 11 Uhr geht es los und ich freu mich  schon auf den sarkastischen Jahresrückblick 2008. Und danach fahr ich mit der Bahn wieder nach Bremen. Mal sehen was mich da so erwartet…..

Ökumenischer Neujahrsempfang

7 Jan

Ich möchte auch noch auf den ökumenischen Neujahrsempfang der Kirchengemeinden in Brake hinweisen.

Am Samstag, 10.01.2009 findet dieser ab 11:00 Uhr in der Agora des Gymnasiums, Philosophenweg statt.

Alle Brakerinnen und Braker sind dazu herzlich eingeladen und es erwartet uns wieder einmal ein buntes Programm und ein lustiger Rückblick auf das Jahr 2008 und auch ein Ausblick auf 2009.