Tag Archives: EU

Stellt euch vor, es ist Wahl und keiner geht hin!

7 Jun

Stellt euch vor, es ist Wahl und keiner geht hin!

3563981702 ba7ae4ba44 m Es ist die größte Wahl der Geschichte! 375 Millionenwahlberechtigte dürfen ihre Stimme abgeben in Europa. Doch wird es wohl auch eine Wahl mit niedriger Wahlbeteiligung werden. Stellt euch vor, es ist Wahl und keiner geht hin!

Die ersten Meldungen aus Nordrhein-Westfalen sind wahrlich keine guten. So liegt die Wahlbeteiligung laut Landeswahlleiterin Helga Bock bei grade mal 18% am Vormittag. Das ist weniger als bei der letzten Wahl 2004.

Eine niedrigere Wahlbeteiligung bis zum Sonntagmittag meldeten auch Bayern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Baden-Württemberg, das Saarland und Thüringen.

Schon 2004 war die Wahlbeteiligung in Deutschland auf einem Tiefststand von 43%. Zu jetzigen Wahl sind in Deutschland ca 63 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen ihre Stimme abzugeben, darunter 4,6 Millionen Erstwähler und 2,1 Wähler aus anderen EU-Staaten.

Eine Wahlbeteiligung von unter 50% wird sicherlich auch keine Rückschlüsse auf die Bundestagswahl zulassen – auch wenn einige Politiker am heutigen Abend etwas derartiges in die Ergebnisse reininterpretieren werden.

Mit Hochrechnungen ist sicherlich ab 18 Uhr zu rechnen, das Ergebnis darf jedoch nicht vor 22 Uhr veröffentlicht werden.

Europawahl 2004

Zur Erinnerung das Ergebnis der Europawahl 2004 in Deutschland:

  • CDU/CSU: 44,5% (davon CSU: 8%)
  • SPD: 21,5%
  • GRÜNE:  11,9%
  • FDP: 6,7%
  • PDS (jetzt Die Linke): 5,8%

 

cc photo credit: Awaya-Legends

Europawahl: Wahlaufruf

6 Jun

Europawahl: Wahlaufruf

3564860572 43a9cb17b3 m Morgen ist Europawahl. Die größte Wahl zum Europäischen Parlament, die es je gab. Insgesamt 375 Millionen Bürger sind aufgerufen ihre Stimme abzugeben!

Und die EU versucht mit einem Millionenbudget die Wahlbeteiligung wieder nach oben zu treiben. Es gibt sogar eine Wahlaufruf aus dem All! Astronaut Frank De Winne ist derzeit auf der Raumstation – ob er wohl seine Briefwahlunterlagen rechtzeitig bekommen hat? 

Aus diesem Grund hier jetzt der Wahlaufruf von Frank De Winne aus dem All:

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Aber auch Angela Merkel ruft zur Wahl auf! Dieser Wahlaufruf soll hier nicht fehlen!

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cc photo credit: s_zeimke

Europawahl: Kinder wissen worum es geht!

6 Jun

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3508215668 cc7b270907 m Und weißt du auch worum es geht?

Die Kinder wissen jedenfalls warum man am  Sonntag wählen gehen soll. Die Europäische Union hat uns viele Vorteile gebracht.

Das erste mal in der Geschichte leben wir mit unseren Nachbarn im Frieden zusammen! Also am Sonntag wählen gehen!

Es geht um deine Zukunft! Das Europäische Parlament entscheidet bei den wichtigsten Gesetzesentscheidungen mit! Es geht um 500 Millionen Menschen in der EU, 375 Millionen sind zur Wahl aufgerufen in 27 Ländern! Und DU bist einer davon! Also nutz deine Chance – geh wählen!

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cc  photo credit: mkorsakov

Werbespots zur Europawahl #2

2 Jun

Werbespots zur Europawahl #2

3563981702 ba7ae4ba44 m Nur noch wenige Tage bis zur Europawahl. Sonntag, am 07. Juni ist es soweit! Das Europäische Parlament wird gewählt.

Letzte Woche habe ich schon die Wahlwerbespots der CDU/CSU, SPD, FDP, Der Grünen und der Linken vorgestellt. Nun wollen wir uns hier aber den kleineren Parteien widmen. Mal sehen, was man aus einem kleinen Budget zaubern kann.

Beginnen wir mal mit einem Spot der Tierschutzpartei. Der Tenor erinnert an die Wahlwerbespots von Parteien vom rechten Spektrum: Bankenkrise, Umweltverschmutzung, Kinder- und Rentnerarmut, Tiertransporte und und und – für alles “sind die Regierenden in Berlin und Brüssel” pauschal verantwortlich. So ruft die Tierschutzpartei dazu auf: “Wach endlich auf!”

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Die Partei Bibeltreuer Christen kommt auch nicht um das Thema Finanzkrise herum. Klar! Die Lösung? Rückbesinnung auf Ehrlichkeit, Nächstenliebe, Rücksicht und Gerechtigkeit. Gottesmaßstäbe halt. Ein verdammt langweiliger Spot, als schlecht gezeichneter Comic. Hab ich anderes erwartet? Nicht wirklich.

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Die Piratenpartei setzt auf die Themen Internetzensur, Raubkopien, biometrische Pässe, GEZ-Gebühren und  Studiengebühren. Ein Spot der zum Nachdenken anregen soll. Lohnt sich mal reinzuschauen:

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Spirituelle Politik? Spiritualität als grundsätzliche Dimension des Menschen?Was bitte? Die Violetten haben mich zu beginn ein wenig an amerikanisches BibelTV erinnert und so recht werde ich den Eindruck bis zum schluss auch nicht los.

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Die Freien Wähler setzen auf die Stoiber-Stürzerin Pauli – sie tritt sogar wieder in Leder auf icon wink Joar und dann viele Thesen zur EU. Volksabstimmungen, mehr Mitspracherechte, weniger Bürokratie, Freude und Leidenschaft – obs hilft?

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Aber mein liebstes Video von dieser Europawahl kommt von keiner Partei und will auch nicht für eine Ideologie werben oder jemanden auf die eine oder andere Seite ziehen. Die Jungen Europäischen Föderalisten wollen nur zur Europawahl aufrufen: 5 Friends 4 Europe! Ein tolles Video, das hoffentlich viele zur Wahl bewegen kann.

 

cc  photo credit: Awaya-Legends

Wer brauch noch Geld? Bitte melden!

1 Jun

Wer brauch noch Geld? Bitte melden!

3323630328 d435ccbf7d m Ein Damm ist gebrochen! Nein es droht keine Sturmflut, die Deiche sind sicher. In der Wirtschaftspolitik ist ein Damm gebrochen – die Ordnungspolitik wurde zu Grabe getragen.

Opel wird mit einer Bürgschaft für einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gerettet und kann deshalb vom österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna übernommen werden. Die Arbeitsplätze sind also gerettet: JUHU! Damit kostet jeder der 25.000 Arbeitsplätze den Steuerzahler 300.000 Euro.

Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts hatte sich klar für eine Insolvenz ausgesprochen:

“Opel will sich auf Kosten der Allgemeinheit vom Staat retten lassen. Doch den Staat geht das nichts an.”

Und er erklärt weiter:

“Zur Rettung der Banken durch den Staat gab es keine Alternative. Die Geldversorgung ist eine hoheitliche Aufgabe des Staates, bei der die privaten Banken eine wichtige, unverzichtbare Hilfsfunktion ausüben. Mit den Autoherstellern hat der Staat nichts zu schaffen.” 

Und genau das ist der Punkt: Mit unseren Steuern soll die Rettung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens finanziert werden. Befremdlich ist dabei, dass Opel nun nicht zu den erfolgreichsten Automobilherstellern in Deutschland und Europa zählt. Das Unternehmen schwankte immer zwischen Erfolg und Pleite. Mal zahlte man Überschüsse an die GM Zentrale, mal erhielt man Milliarden aus Detroit. Doch die Koalitionäre sind froh – bis auf einen.

Wirtschaftsminister Guttenberg hatte für eine geordnete Insolvenz plädiert. Sicherlich hat er eine Planinsolvenz gemeint. Diese hätte die Chance eröffnet, dass Unternehmen zu sanieren – ohne Steuergelder. Am Ende entscheidet der Konsument, welches Auto er kauft. Wenn der Konsument sich auch in Zukunft eher selten für einen Opel entscheidet, pumpt man dann noch mehr Geld in das System?

Kann sich noch jemand an das Unternehmen Borgward erinnern? Das gibt es schon länger nicht mehr – keiner stört sich dran.

Und noch mehr wollen Geld vom Staat

Doch nun meldet sich noch ein anderes Unternehmen: Arcandor krebst seit langem an der Grenze zur Insolvenz herum. Die Karstadt-Kaufhäuser sind nur bedingt profitabel. Und hier stehen ca. 56.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Werden wir auch hier Steuergelder in ein veraltetes Geschäftsmodell stecken? 

Für die SPD und ihren Vorsitzenden Franz Müntefering scheint hier die Frage schon beantwortet, noch bevor es konkrete Verhandlungen gab:

“Wir müssen da helfen. Die Bürgschaft, um die es da geht, scheint mir notwendig und zukunftsträchtig. Es geht bei Arcandor um viele tausend Arbeitsplätze im wichtigen Dienstleistungssektor – überwiegend von Frauen”

Und auch der Kanzlerkandidat Frank Steinmeier will Punkt bei den Wählern sammeln und das geht am besten mit vollmundigen Versprechen.

Steht es denn wirklich so schlecht um Arcandor? Bei weitem nicht – Geld ist sicherlich genug vorhanden. Ist der Konzern doch im Besitz des Touristikkonzerns Thomas Cook und hat im Hintergrund die Quelle-Erbin Schickedanz (geschätztes Vermögen 3,9 Milliarden $). Nun könnte Arcandor, wenn der Konzern an seine Kaufhauskette glaubt einen Teil der Thomas Cook Beteiligung verkaufen. Oder die Großaktionärin Schickedanz könnte das Eigenkapital aufstocken.

Es mutet schon komisch an, wenn Geld vorhanden ist, aber niemand das Geld in die Hand nehmen will.  Hans Michelbach, Vorsitzender der CSU-Mittelstand-Union findet dafür klare Worte:

“Der Konzern verfügt über sehr vermögende Großaktionäre und sehr werthaltige Aktiva. Die Eigentümer können Arcandor also selbst helfen”

Ob er sich mit dieser Argumentation durchsetzen kann? Ich bezweifle es – denn es ist Wahlkampf. Die Bundesregierung hatte die Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers (PwC) beauftragt Arcandor unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis ist nicht grade überraschend: Die Bürgschaftsübernahme sei mit erheblichen Risiken behaftet.

Ein weiterer Aspekt ist die Wettbewerbsverzerrung. Metro betreit mit Kaufhof einen direkten Konkurrenten zu Karstadt. Ähnlich ist es ja auch bei Opel. Mercedes, VW, BMW bekommen kein Geld vom Staat. Metro auch nicht.

Aber noch etwas ist hierbei interessant. Sowohl Kaufhof, als auch Karstadt haben massive Probleme mit der profitabilität ihrer Kaufhäuser. Und erinnern wir uns: früher haben die Kaufhäuser kleine Fachgeschäfte, kleine Familienunternehmen verdrängt. Dort gab es spezialisierte Fachhändler, die umfassend beraten konnten. Die gibt es immer seltener. Ist eventuell das Geschäftsmodell der großen Konsumtempel am Ende? Schließlich wird der Arcandor Konzern seit Jahren immer und immer wieder saniert. 

Joseph Schumpeter würde es mit “Schöpferischer Zerstörung” beschreiben. Das eine Geschäftsmodell geht nieder, dafür blüht ein neues auf. Warum nicht? Das ist der Lauf der Dinge. Das bedeutet freie Marktwirtschaft: Leistung wird belohnt. Wer gute Ideen hat und den Nachfrager im Blick behält wird dafür belohnt werden. Wer dies nicht tut oder wessen Geschäftsmodell veraltet ist geht Pleite. 

Doch in Zeiten des Wahlkampfes will sich keiner lumpen lassen und alle versprechen Milliarden. Arbeitsplätze retten ist hoch im Kurs in Wahlkampfzeiten. Doch für wie lange werden die Arbeitsplätze gerettet? Man weiß es nicht. 

Also wer will auch ein paar Milliarden aus dem scheinbar gut gefüllten Staatssäckl? Bitte melden!

cc  photo credit: loop_oh

Eine Frage an… Hans-Gert Pöttering

11 Mai

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2990091836 4c787f819e m Am Wochende war ich auf dem Niedersachsentag der Jungen Union. Dort hatte ich die Gelegenheit Hans-Gert Pöttering zu interviewen. Nun istt das spontan recht schwer. Besonders wenn man die Chance hat, einen der renomiertesten Europa-Politiker zu interviewen.

Nun kam mir spontan die Idee für ein neues Format: “Eine Frage an…” Hans-Gert Pöttering. Eine Frage und eine kurze knackige Antwort. Ich hoffe, dass ich dieses Format mit vielen anderen Persönlichkeiten fortführen kann in  Zukunft. Hans-Gert Pöttering ist zum Start sicherlich ein Highlight!

Also, eine Frage an Hans-Gert Pöttering: Warum sollten junge Menschen zur Europawahl gehen?

Hat es euch gefallen? Ich bin gespannt auf euer Feedback!

cc photo credit: florianmarquart

Zum Europatag der Europäischen Union

9 Mai

Zum Europatag der Europäischen Union
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Happy Birthday Europäische Union!

408666943 bf018d510b m Am 9. Mai jedes Jahres gibt es den “Europatag der Europäischen Union“, in Gedenken an die Schuman-Erklärung. Am 9. Mai 1950 schlug Frankreichs Außenminister ausgehend von einer Idee Jean Monnets vor, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Bekannt wurde der Vorschlaf als Schuman-Erklärung und führte zur Montanunion, der Grundstein der heutigen Europöischen Union

Der 9.Mai wurde beim Mailänder Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs 1985, als Erinnerung an die Schuman-Erklärung zum “Europatag der Europäischen Union”

Daneben gibt es noch den Europatag des Europarates”, der am 5.Mai begangen wird und an die Gründung und Unterzeichnung der Satzung des Europarates am 5.Mai 1949 erinnert.

Und nicht vergessen: Am 07. Juni 2009 ist Europawahl!

Dies und Das #11 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

15 Mrz

Dies und Das #11 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

75x75 notizen Was mich so interessiert hat, was ich gelesen und was ich überflogen habe:

 

Japans Wirtschaft bricht massiv ein

16 Feb

Japans Wirtschaft bricht massiv ein

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Deutschland schreckte auf als das Statistische Bundesamt bekannt gab, dass das BIP im vierten Quartal 2008 um 2,1% gegenüber dem Vorquartal eingebrochen ist.

Doch schlimmer geht immer. Zumindest wenn man sich Japans Wirtschaft betrachtet, liegt die BRD noch gut da. Das BIP in Japan schrumpfte um 3,3% gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sogar um 12,7%!

“Das ist die schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit”,

sagte japanische Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Kaoru Yosano.

In den Vereinigten Staaten ging das BIP lediglich um 1% zurück und im EURO-Raum um 1,5%.

Große japanische Unternehmen wie Toyota, Sony und Hitachi sehen der Zukunft negativ entgegen. Sie erwarten erhebliche Verluste und bauen Stellen ab.

Die japanische Regierung plant zur Stabilisierung ein neues Hilfspaket. Das neue Paket soll sich im Rahmen von umgerechnet 100 Milliarden bis 169 Milliarden Euro bewegen. Die USA hatten erst letzte Woche ein Maßnahmenpaket in Höhe von 614 Milliarden Euro aufgelegt, die Bundesregierung hat 50 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.

Ein neues Bretton Woods als Lösung?

Belastet wird die japanische Wirtschaft zusätzlich durch den Höhenflug des Yen. Obwohl Japan einen Leistungsbilanzüberschuss von rund 4% aufweist wertete die Währung um fast 15% gegenüber dem Dollar ab – die USA haben jedoch ein Leistungsbilanzdeifizit von 6%.

Zu erklären ist das mit den flexiblen Wechselkursen und dem sogenannten “carry trade“. Investoren besorgen sich Spekulationsgeld in Niedrigzinsländern, wie Japan mit Yen-Zinsen von nahezu Null. Mit diesem Geld werden riskante Investitionen in den USA und anderen Hochzinsländern finanziert. Durch den massiven Umtausch von Yen in Dollar wurde der Dollar aufgewertet – ein zusätzliches Schmankerl für die Investoren. Der Ausgleich der Leistungsbilanzen wird durch den “carry Trade” jedoch gestört und verschärft die Lage zusätzlich.

Ins Stocken geriet dieses Spiel, als die US-Notenbank die Zinsen immer weiter sennkte. Für Investoren stellt das jedoch kein Prooblem dar – hohe Zinsen fanden sie beispielsweise in den osteuropäischen Ländern, der Türkei oder auch Neuseeland und Australien.

Die dadurch bedingte Aufwertung des Dollars führte auch zu Fehlanreizen für Kreditnehmer. Häuslebauer verhielten sich wie Spekulanten und finanzierten ihre Häuser mit zinsgünstigen Krediten im Ausland. Das Problem ist, wenn der Fremdwährungskredit in der eigenen Währung immer höher steigt.

Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung sieht deshalb die flexiblen Wechselkurse als gescheitert an. Er plädiert für eine Reform, die das Finanzsystem stabilisieren könnte. Diese Reform könnte eine Art “managed floating” sein.

cc  photo credit: Christopher Chan

Professionelle Piraten aus der Dritten Welt

31 Jan

Professionelle Piraten aus der Dritten Welt

223495258 836680b3fe m Nachrichten über Piraten gab es schon immer. Captain Black Beard und co – früher auch mal von Königen bezahlt, um den elendigen Feind am Handel zu hindern. Berühmtestes Beispiel aus Deutschland ist sicherlich Klaus Störtebecker.

Piraterie ist nie wirklich verschwunden, es gab sie auch in der Neuzeit und jetzt sehr massiv. Eine wirkliche Bedrohung sind die Piraten im Golf von Aden, vor der Küste Somalias. Ein armes Land – für viele Dörfer ist Piraterie mittlerweile die wichtigste Einkommensquelle. Klar, werden doch Millionen $ Lösegeld bezahlt für Tanker, Container-Schiffe und was sonst so gekapert werden konnte.

Bei den Piraten handelt es sich nicht mehr nur um ehemalige Fischer und Bürgerkriegsmilizen – Piraterie ist ein Geschäft. Deshalb wird das “erwirtschaftete” Geld auch investiert und die Piraten immer professioneller. Jüngst haben sich Piraten in den Server des Sicherheitscenters der Europäischen Union (MSCHOA) gehackt und versucht Schiffe auf falsche Routen zu locken.

Eigentlich ist der MSCHOA dafür gedacht, den Schiffen informationen über sicherere Routen in der Region zu liefern. Das CIA hat Erkenntnisse, dass Hacker den Server mit Trojanern verseucht hatten – vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam ist der Vorfall bestätigt worden. Folgen hatte der Vorfall wohl keine.

Nun ist wieder ein Schiff (“Longchamp”) gekapert worden, ein Gastanker. Ein indisches Kriegsschiff kam zur Hilfe – doch da war es schon zu spät und auf einen Gastanker zu schießen wäre eine blöde Idee gewesen. Nun wird wohl auch hier Geld fließen, um die Besatzung, das Schiff und die Ladung frei zu kaufen.

Die Marine bewertet die EU-Mission “Atalanta” bisher als erfolgreich, Kay-Achim Schönbach, Kommandant der Fregatte “Mecklenburg-Vorpommern” sagt zu der aktuelle Situation:

“Es ist zweifelsohne eine erfolgreiche Mission, auch wenn das jetzt mit Blick auf die “Longchamp” scheinbar anders aussieht.”

Während der Entführung der MS Longchamp konnten durch deutsche Kriegsschiffe zwei andere Piratenangriffe verhindert werden. Insgesamt sind ca. 16 Kriegsschiffe verschiedener Nationen in dem Gebiet unterwegs. Aber wenn man die Größe des Gebiets zugrunde legt wird einem klar, dass die Überwachung sehr schwierig ist.

Die Piraten werden weiter hochrüsten, bessere Boote, mehr Personal, mehr Waffen. Das Problem wird uns sicher noch lange beschäftigen.

cc  photo credit: Stuck in Customs