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Guttenbergs weiße Weste…

13 Aug

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090805 pl guttenberg 300x213 Die weiße Weste von Guttenberg hat nach Auffassung der Sozialdemokraten ein paar Flecken bekommen. Viele dachten schon der Wirtschaftsminister müsste ein Rehkitz überfahren, um überhaupt etwas falsch zu machen. Und nun sehen die Genossen den Skandal. Das Wirtschaftsministerium hat eine Anwaltskanzlei zur Beratung für ein Gesetzesvorhaben eingeschaltet.

Es geht um einen Gesetzentwurf zur Zwangsverwaltung angeschlagener Banken. Hierbei hat die Kanzlei Linklaters das Wirtschaftsministerium beraten. Justizministerin Zypries (SPD) wirft deshalb Guttenberg die

“Verschwendung von Steuergeldern”

vor. Das Finanzmisterium von Peer Steinbrück (SPD) arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Verstaatlichung von Banken. Guttenberg hatte bereits im Februar das Justizministerium gebeten, in dieser Sache ein marktwirtschaftliches Gesetz vorzulegen. Beziehungsweise bei dessen Erarbeitung zu unterstützen. Doch scheint Frau Zypries nicht gewillt gewesen zu sein, die marktwirtschaftlichen Grunzüge einer Lösung – die das Wirtschaftsministerium erarbeitet hat – umzusetzen.

Es ist für die SPD die Chance den allseits beliebten Wirtschaftsminister eins auszuwischen. So ist es nicht verwunderlich, dass Zypries weiter poltert und erklärt, es sei

“unverantwortlich eine große Wirtschaftskanzlei zu beauftragen, statt den vorhandenen Sachverstand innerhalb der Bundesregierung zu nutzen.”

Die Verweigerungshaltung ihres Ministerium in der Sache verschweigt sie natürlich. Die SPD und Frau Zypries wittern Oberwasser gegen den Senkrechtstarter. Natürlich muss man sich dann auch gehörig aufregen. CDU-Haushaltsexperte Steffen Kampeter weißt jedoch zu recht die Kritik aus den Reihen der SPD zurück:

“Es geht darum, ein sehr kompliziertes Verfahren in Gang zu setzen, um die Verstaatlichung von Banken zu verhindern”

Aber ist es nicht gängige Praxis sich externen Sachverstand zu holen? Das Finanzministerium von Steinbrück (SPD) ist dabei sogar einsamer Spitzenreiter. Im vergangenen Jahr hat das Ministerium insgesamt 14,28 Millionen Euro für Sachverständige ausgegeben. Und damit das vorgesehene Budget mit 9,2 Millionen Euro überzogen. Ob in anderen Ressorts noch versteckte Ausgaben für externe Berater verbucht wurden, kann nicht geklärt werden – gilt aber als wahrscheinlich. Das Außenministerium von SPD-Kanzlerkandidat Frank Steinmeier hat 1,3 Millionen für Berater und Sachverständige ausgegeben (200.000 mehr als vorgesehen). Auch andere Ministerien haben externe Beratungsleistungen eingekauft: Das Innenministerium (CDU) für 1,26 Millionen Euro, das Verkehrsministerium für 380.700€ und das Arbeitsministerium (SPD) immerhin noch für 250.000€.

Und hinzu kommt, dass Peer Steinbrücks (SPD) seine Gesetze zur Rettung des Bankensektors von der Wirtschaftskanzlei Freshfield Bruckhaus Deringer ausarbeiten ließ.

Nun kann man diese Praxis insgesamt befürworten oder ablehnen. Der Vorsitzende des Verbandes der Beschäftigten der obersten und oberen Bundesbehörden, Hans-Ulrich Benra, sieht mir Sorge auf die Entwicklung und befürchtet, dass die Kanzleien eigene Interessen in den Vorlagen vertreten würden. Der Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim kritisiert diese Praxis ebenso:

“Es besteht die Gefahr, dass der Gesetzgeber immer mehr zum Gesetznehmer wird”

Doch sind Ministerien die Gesetzgeber? Mitnichten. Das ist immernoch das Parlament. Die Ministerien bereiten die Gesetzesvorlagen und Anträge lediglich vor. Sowohl die der Regierung, als auch der Opposition! Der Knackpunkt ist doch am  Ende der Inhalt, der im Gesetz steht und nicht wer es erarbeitet hat. Jan schreibt dazu im Filterblog sehr treffend:

“Wenn die Ergebnisse okay sind, dann können ja teure Methoden durchaus kostengünstige Lösungen nach sich ziehen.”

Aber was soll man von der Aussage vom grünen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland halten:

“Eine Kanzlei zu beauftragen, die ansonsten mit maroden Banken ihr Geld verdient, ist ungefähr so, als ob man zum Trockenlegen des Sumpfes die Frösche beauftragt.”

Sagt sie doch viel über die Arbeitsauffassung des Herrn Wieland aus. Es ist doch schließlich der Job von Parlamentariern sich mit den Vorlagen zu beschäftigen, über den Inhalt zu diskutieren und diesen auf Richtigkeit zu prüfen. Dabei ist  es doch egal, aus wessen Feder der Entwurf stammt. Parlamentarier sollten dazu in der Lage sein. Nein, sie müssen dazu in der Lage sein, den Inhalt eines Gesetzentwurfs bewerten zu können. Aber anscheinend traut Wieland das weder sich, noch den Parlamentskollegen zu.  Im Filterblog schreibt Jan dazu sehr treffend:

“Ich wähle doch nicht, damit die Herrschaften einfach blind abnicken, was ihnen vorgesetzt wird. Wäre dass der Sinn eines Parlamentes, dann könnten wir sämtliche Abgeordneten auch durch dressierte Schimpansen ersetzen – die sind wenigstens in den meisten Fällen lustiger anzuschauen.”

Am Ende entscheiden über den Inhalt von Gesetzen keine Kanzleien, keine Beamten, keine Lobbygruppen und auch keine Ministerien oder auch nur die Bundesregierung, sondern das Parlament. Die Abgeordneten, die nicht in der Lage sind Gesetze auf inhaltliche Richtigkeit hin zu untersuchen, haben womöglich ihren Job verfehlt.

RCDS Bremen – Eine Gegendarstellung?

27 Jun

RCDS Bremen – Eine Gegendarstellung?

logo180x90blau Ich habe vor zwei Tagen meine Eindrücke der Mitgliederversammlung des RCDS Bremen vom Dienstag niedergeschrieben. Und zwar habe ich es so geschrieben, wie ich es erlebt und bewertet habe. Tja und das hat den ehemaligen Vorstand des RCDS Bremen zu einer “Gegendarstellung” berufen. Diese möchte ich hier auch veröffentlichen, aber natürlich nicht unkommentiert lassen.

Gegendarstellung

Vor ungefähr zwei Jahren, im Herbst 2007, wurden wir als Landesvorstand des „Rings Christlich-Demokratischer Studenten“ Bremen gewählt. Dieser war zu diesem Zeitpunkt nach den Jahren zuvor extrem „heruntergewirtschaftet“, hatte kaum noch Mitglieder und wurde weder in der Hochschulöffentlichkeit noch in den Medien als existent wahrgenommen. Wir drei Freunde verschrieben uns damals der Aufgabe dies zu ändern und den RCDS in Bremen wieder aufzubauen.

Heute, zwei Jahre später, haben wir viele, neue aktive Mitglieder gewonnen, den RCDS bei den Wahlen zum Studentenparlament an der Uni Bremen wieder auf einen erfolgreichen Weg gebracht und viele Kontakte mit der lokalen und regionalen Wirtschaft geknüpft, um demnächst eine Praxisbörse für die Bremer Studenten anbieten zu können. Dabei waren wir immer wieder massiven Anfeindungen und Problemen ausgesetzt, welche durch das Image des RCDS in den Jahren zuvor hervorgerufen wurden. „Da kann ich ja gleich Hitler wählen!“, war eine Aussage, die wir uns beispielsweise im vergangen Wahlkampf anhören mussten.

Damit dieser Eindruck / dieses Image nicht mehr flächendeckend in den Köpfen der Studenten vorherrscht, arbeiteten wir während unserer Amtszeit neben dem Studium ausschließlich für die Studenten. Wir boten Informationen und Service an Info-Ständen, veranstalteten Hochschulinformationstage für Schüler und zogen mit für Studierende relevanten Themen in die Wahlkämpfe.

Zum einen kann ich als Student der Uni Bremen nicht sagen, dass mir der RCDS Bremen nun sonderlich oft begegnet ist in den letzten zwei Jahren. Es sei denn es war Wahl oder es ging um die Makakenforschung an der Uni. Das eigentlich jede Hochschulgruppe oder Initiative, die zur SR-Wahl antritt und ganz offensichtlich nicht zum Spektrum der Linken, Linksradikalen, Sozialisten und Kommunisten gehört, als “Nazis” und “Rechtsradikale” tituliert wird ist nichts neues. Selbst der Gruppe “WiWi und Freunde” (später “Uni Aktiv”) ist das so ergangen, obwohl diese aus Sozialdemokraten, Grünen, Christdemokraten und Parteilosen bestand. Es ist also kein spezielles RCDS-Problem. Aber gerne akzeptiere ich die Bewertung des ehemaligen Landesvorstandes – auch wenn ich sie nicht ganz nachvollziehen kann.

Studiengebühren sind sicherlich für die Studierenden ein relevantes Thema, aber eine Forderung von Studiengebühren kann ich in der Form nicht mittragen. Das war unter anderem ein Grund dem RCDS beizutreten, um diese Positionierung in der Zukunft zu ändern. Mich also in den Diskussionsprozess einzubringen.

Aufgrund der negativen und teils diffamierenden Erfahrungen während unserer Amtszeit, hervorgerufen durch das Image ehemaliger Mitglieder, mussten wir aber stets für folgendes Sorge tragen: Der Landesvorstand sollte sich – als Mitglieder aufnehmendes Gremium – vor der Aufnahme einen genauen Eindruck von der Satzungs- und Grundsatztreue der potentiellen Neumitglieder machen.

So ist dies auch in §3 Abs. 1 und Abs. 2 der Satzung geregelt. Hier heißt es: „Die ordentliche Mitgliedschaft im RCDS können alle Angehörigen der Hoch- und Fachhochschulen im Land Bremen in akademischer Ausbildung, die die Satzung des RCDS Bremen und das Grundsatzprogramm des RCDS anerkennen, erwerben.“ / „Über die Aufnahme sowie einen möglichen Ausschluss entscheidet der Landesvorstand.“

Und aus diesem Grund haben wir, nachdem wir zwei Werktage vor unserer Landesmitgliederversammlung mehrere ausgefüllte Mitgliedsanträge erhalten haben, uns entschlossen, diese Bewerber noch nicht aufzunehmen. Unser Anliegen war, dem neuen Vorstand (wir wechseln den Studienort) die Gelegenheit und Zeit zu geben, die potentiellen neuen Mitglieder genau kennen zu lernen, um dann gewissenhaft entscheiden zu können, ob diese aufgenommen werden sollen oder nicht! Diese Zeit hatten wir vor der Wahl nicht mehr – sowie wir ebenfalls keine Mitgliedsanträge mehr unterschreiben wollten, wenn wir hinterher nicht mit den neuen Mitgliedern zu arbeiten haben.

Diese Entscheidung sollte dem neuen Vorstand übergeben werden, der den RCDS auf seinem erfolgreichen Weg weiterführen sollte. Weder unsere Satzung noch das deutsche Vereinsrecht schreiben dem Vorstand vor, in welchem Zeitraum Mitgliedsanträgen entsprochen werden muss!

Ohne dass wir die potentiellen Mitglieder bspw. durch Einzelgespräche kennen lernen konnten, wollten und konnten wir in der Vergangenheit sowie auch für die Zukunft nicht die Verantwortung für die Neuaufnahme von Mitgliedern übernehmen!

Also es ist doch eigentlich in allen Parteien so, dass wenn ich  einen Mitgliedsantrag unterschreibe, ich mich auch gleichzeitig zum Grundsatzprogramm bekenne.

Der RCDS ist eine Vereinigung der CDU:

“Der RCDS ist eine Sonderorganisation der CDU Deutschlands und zugleich der größte deutsche Studentenverband.” cdu.de

Warum gelten dann hier andere Regeln? Für mich bestätigt sich der Eindruck, dass der alte Landesvorstand nicht jeden zum Mitglied haben wollte, sondern nach der Nase der potentiellen Neumitglieder entschieden hat. Wer mir persönlich unsympathisch ist, den nehme ich nicht auf? Oder wollte man eine vorab ausgeklüngelte Mehrheit für den Vorstand nicht riskieren durch Neu-Mitglieder?

Und ich dachte immer, die Demokratie und auch Parteien leben vom Austausch unterschiedlicher Meinungen auf sachlicher Ebene und nicht davon, ob man sein Gegenüber persönlich leiden kann. Wo kämen wir denn hin, wenn politische Vereinigungen nur die Leute aufnehmen, die ihnen genehm sind? Wer uns nicht treu ergeben ist, der darf kein Mitglied werden? Ein anderer Grund kann es meiner Meinung nach nicht sein, denn alle Mitgliedsanträge kamen von Mitgliedern der JU und CDU. Darunter z.b. JU- Stadtbezirksvorsitzende, stellv. JU-Kreisvorsitzende und auch der Landesgeschäftsführer der JU. Diese sind den Herren Siewert und Voelcker also unbekannt? Unglaubwürdig! Und ich bin mir sicher, die genannten dürften die zitierte Passage aus der Satzung wohl allemal erfüllen:

„Die ordentliche Mitgliedschaft im RCDS können alle Angehörigen der Hoch- und Fachhochschulen im Land Bremen in akademischer Ausbildung, die die Satzung des RCDS Bremen und das Grundsatzprogramm des RCDS anerkennen, erwerben.“ 

Sie sind allesamt mit dem Grundsatzprogramm der CDU, der JU und damit wohl auch des RCDS einverstanden. Ich halte das nachwievor für ein falsches Demokratieverständnis und eine Frechheit. Grundlos wird hier unterstellt, man wolle sich nicht an das Grundsatzprogramm oder die Satzung halten. Vorverurteilung könnte man auch sagen.

Das es keine zeitliche Vorgabe für die Aufnahme von Mitgliedern gibt ist mir bekannt. Doch ist es wohl gelebte Praxis, auf der nächsten Vorstandssitzung nach Eingang eines Mitgliedsantrages über diesen zu befinden. Jedenfalls kenne ich es aus verschiedenen Organisationen nicht anders. Diese böswillige Verzögerung  der Aufnahme ist für mich nicht akzeptabel.

Die vom Autor des Blogs erhobenen Anschuldigungen, Vorwürfe und Beleidigungen weisen wir entschieden zurück und distanzieren uns davon.

Tobias Siewert, ehemaliger Landesvorsitzender / Philip Voelcker, ehemaliger stv. Landesvorsitzender und Landesschatzmeister / Mitja Roman Kuhl ehemaliger stv. Landesvorsitzender

Keinen der Herren habe ich beleidigt. Sie haben mich auch nicht für den RCDS werben wollen, sondern lediglich zur Wahl aufgefordert. Sollte hier dieser Eindruck entstanden sein, entschuldige ich mich dafür.

Die Begründung für die Nicht-Aufnahme der potentiellen Mitglieder zeugt für mich immernoch von einem verqueren Demokratieverständnis und Verständnis über die Grundsätze von poltisich aktiven Organisationen. Bei keinem Antragssteller lagen eklatante Gründe für eine Ablehnung der Mitgliedschaft oder die böswillige Verzögerung der Aufnahme vor. Hätte es eklatante Ablehnungsgründe gegeben, hätte der Landesvorstand diese sofort abgelehnt. Die Begründung ist für mich fadenscheinig.

Was aber für mich persönlich noch interessant ist:  Der ehemalige Landesvorstand sagt kein Wort zum Thema Beisitzerwahlen. Auf der Tagesordnung stand die Wahl von “bis zu drei Beisitzern”. Die Tagesordnung wurde von den anwesenden Mitgliedern so beschlossen und hatte somit Gültigkeit. Mir ist es schleierhaft warum dann der Antrag vom Landesvorstand gestellt wird, keine Beisitzer zu wählen. Hätte es keine Interessenten gegeben, ok. Aber es gab mindestens zwei, die sich um dieses Amt bewerben wollten. Ein Vorgang, den ich in dieser Art noch nie erlebt habe. 

Da sind Mitglieder, die sich engagieren wollen und denen stößt man vor den Kopf. Begründung auf der Sitzung war sinngemäß: weil man sich sein Vorstandsteam ausgeguckt hat. Befürchtet der neue Landesvorsitzende etwa, dass die Harmonie gestört werden könnte? Oder fürchtet der neue Landesvorstand eine sachliche, inhaltliche Diskussion? Warum hat man nicht wählen lassen? Entweder die beiden Interessenten wären in den Landesvorstand gewählt worden oder eben nicht. Kann es sein, dass man auch hier aus persönlichen Befindlichkeiten eine Wahl abgelehnt hat? 

Ich halte es immernoch für ein starkes Stück, dass sich der alte und neue Landesvorstand hier geleistet hat. Für mich sind alle Anzeichen eines Klüngelhaufens erfüllt. Schade für die Wähler des RCDS.

Und ich bleibe dabei: Das Verhalten, dass der ehemalige Landesvorstand hier gezeigt hat ist für einen echten Demokraten untragbar!

Dies und Das #1 – ein kleiner Nachrichtenüberblick

15 Jan

Was mich so interessiert hat, was ich gelesen  hab und was ich überflogen habe: