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Oh nein! Facebook macht Mitgliederprofile zu Geld!

25 Aug

Danke! Wirklich vielen Dank für diese Information! Ich bin froh, dass unsere Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) mir die Augen geöffnet hat.

Bisher war ich ja immer der Meinung, dass Facebook, StudiVZ, MySpace und Co. Wohltätigkeitsorganisationen sind. Aber Jetzt habe ich natürlich eine vollkommen andere Sichtweise auf die Geschehnisse. Ilse Aigner hat mir die Augen geöffnet. Im Interview mit der heißgeliebten Nordwest Zeitung hat sie die Wahrheit endlich offenbart:

“Facebook ist 2004 als heimeliges Studentennetzwerk gestartet, das die Interessen seiner Mitglieder achtete und deren Profile schützte. Heute verfolgt Facebook das Geschäftsmodell, die Profile seiner Mitglieder durch immer neue Verknüpfungen zu Geld zu machen.”

Ich bin schockiert! Oder doch nicht?

Ich glaube wirklich, dass Zuckerberg sein Netzwerk als “heimeliges Studentennetzwerk” gestartet hat. Doch bin ich der festen Überzeugung, dass Zuckerberg sehr schnell das Potential erkannt hat und seit dem alles andere “heimelig” agiert, sondern durchaus profitorientiert. Aber diese Erkenntnis dürfte bei Zuckerberg schon lange vor dem Markteintritt in Deutschland gekommen sein.

Soziale  Netzwerke leben von den Daten, die Nutzer freiwillig bereitstellen. Ob diese Nutzer das nun aus Unwissenheit machen oder nicht ist egal. “Selber denken” kann einem niemand abnehmen – auch nicht der Staat. Dass die Daten, die wir den sozialen Netzwerken anvertrauen, zur Monetarisierung genutzt werden war doch immer klar. Wer anderes dachte, der muss sich seiner eigenen Dummheit schämen. Zumal man in Social Networks selbst darüber entscheidet, welche man preis gibt. Man ist nur so gläsern, wie man es will.

Aber Frau Aigner hat es auch endlich erkannt. Und deshalb bläst sie zum Kampf gegen Facebook. Ihr eigenes Profil hat sie schon gelöscht. Im übrigen macht nicht nur Facebook die Mitgliederprofile zu Geld. Auch StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Twitter, MySpace und alle anderen machen dies. Und warum? Weil eben der Betrieb auch finanziert werden muss. Ganz ehrlich: ein wenig bin ich froh darüber. So werde ich nicht mehr mit uninteressanter Werbung bombadiert, wie zu Anfangszeiten des Internets. Jetzt bekomme ich Werbung, die mich auch interessiert. Oder eben interessieren könnte.

Was ich spannend finde ist, dass Frau Aigner immer nur gegen Google, Facebook und Co poltert. Die etablierten Datensammler ignoriert sie völlig. Und das sind einige. Fangen wir bei der GEZ an und gehen weiter über die SCHUFA, Rabattkarten bis hin zu den staatlichen Geodiensten. Bei diesen wissen wir nicht mal, was über uns gespeichert ist – geschweige denn in welches “Cluster” wir eingeordnet sind. Eine Auskunft bei der SCHUFA kostet Geld – zumindest für das PostIdent Verfahren. Was speichern Rabattkarten alles über uns? Auch diese können detaillierte Bewegungsprofile erstellen und wissen dann auch noch was man im nächsten Sexshop gekauft hat. Oder das Telefonbuch: Ich könnte mich nicht daran erinnern, dass meine Eltern informiert wurden, das ihre Daten nun im Internet einzusehen sind. Aber nein, da sollten wir besser nicht drüber reden.  Die Frau Ministerin macht es ja auch nicht. Das bringt auch keinen “Buzz”, mehr Aufmerksamkeit bekommt man mit Google und Facebook.

Und das unsere Frau Ministerin nicht gegen die zuletzt genannten poltert ist vollkommen in Ordnung. Das sind ja keine Großkonzerne aus dem bösen, bösen Ausland.

Huppala, StudiVZ ist ja gar nicht aus dem Ausland. Auch hier werden die Nutzerprofile für die Monetarisierung genutzt. Frau Aigner, handeln sie SOFORT!

P.S. Wer Sarkasmus findet, der darf ihn gerne behalten!

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13 Responses to “Oh nein! Facebook macht Mitgliederprofile zu Geld!”

  1. Christian 25. August 2010 at 08:14 #

    Gut, dass das endlich raus ist. Auch ich dachte in meiner Naivität bisher immer, dass Facebook ohne jede Gewinnabsicht betrieben wird, und im Prinzip nur dem Allgemeinwohl sowie der besseren Verständigung der Menschen untereinander dient. Wieder eine Illusion geplatzt. Gut, dass wir die CSU haben.

  2. Brüsseler 25. August 2010 at 08:58 #

    Rabattmarken und staatliche Geodaten sind ein interessantes Thema, denn die daraus gewonnen Informationen werden schon seit Jahren ausgewertet. Deshalb hat die Lobby der Werbe-Industrie auch das Opt-in-Prinzip, welches während der letzten Regierungskoalition im Gespräch war, so vehement und letztlich erfolgreich bekämpft. Unsere Daten werden Dank HappyDigit, PAYBACK, Lufthansa Miles & More, Shell ClubSmart, Bahncard oder dem ADAC gesammelt, ver- und ausgewertet, mit den vom Staat erworbenen Geodaten verknüpft und für Werbemaßnahmen, Direktmarketing und Scoring verwendet. Unternehmen, wie Versicherungen oder Banken, können diese Daten kaufen und ggf. mit eigenen Daten verknüpfen und haben somit weit mehr Informationen über ihre Kunden und potentielle Kunden als uns lieb sein kann. Deshalb muss man sich nicht wundern, wenn einem die eigene Bank anruft um ein Angebot für eine “günstigere” Autoversicherung schmackhaft zu machen.

    Jetzt stellt sich nur noch die Frage wieso die Politik gegen diesen Datenhandel nicht vorgehen will…? Ganz einfach, man muss sich nur mal anschauen, wer u.a. in diesem Datenhandel aktiv ist: Metro AG und Roland Berger (Loyalty Partner GmbH), HappyDigits (Joint-Venture der Deutschen Telekom AG und Karstadt) bzw. die DeutschlandCard (arvato AG, Bertelsmann-Konzern). Das man da nur ausländische Wettbewerber wie Google oder Facebook im Visier hat, sollte keinen von uns wundern.

  3. Tobias (Mr.TrailMix) 25. August 2010 at 10:32 #

    Da StudiVZ Facebook bei allem ein paar Jahre hinterher hinkt, erwarte ich den Aufschrei der Politik hier Anfang 2012. Man könnte wirklich meinen, die größte Angst der Deutschen ist, dass sie tatsächlich mit Werbung konfrontiert werden, die sie interessiert.

    Was mich auch ärgert: Jede vernünftige Diskussion über Datenschutz wird durch dises Schüren der Ängste fast schon unmöglich, weil jede Form von Kritik Wasser auf die Mühlen der Ilse Aigners dieser Welt ist.

  4. Ralf Bendel 29. August 2010 at 15:55 #

    waaas, wenn Facebook die Nutzerdaten zu Geld macht….was kommt dann als ächstes? Nciht dass Google auch noch anfangen will Geld zu verdienen und vielleicht sogar mit Streetmap Geld macht :( Das wäre ja die Höhe! Da gehört doch ein Stopp-Schild davor

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  1. Streetview, Facebook, Geodaten: alles Quatsch! Wir wissen wofür das Internet da ist! | Simon Zeimke - 20. September 2010

    [...] wird gegen Google Streetview gestänkert, es würde die Privatsphäre verletzen. Facebook würde die Daten seiner User zu Geld machen, denn Geld verdienen ist ja böse. Und Geodaten (ja, da [...]

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