Bürgermeisterwahl Berne: Wird es doch noch spannend?
23 Aug
Zuerst schien es so, als würde die Bürgermeisterwahl in Berne recht langweilig werden. Ein Kandidat, der von SPD, CDU und Grünen unterstützt wird. Ein Kandidat von den Linken, der genauso chancenlos erscheint, wie der freie Kandidat. Doch man hatte es schon geahnt, man munkelte es wäre was im Busch. Und so ist es auch. Bernd Bremermann, der abgewählte Bürgermeister gründete zuerst das Bürgerforum Berne. Und jetzt hat er auch noch einen Bürgermeisterkandidaten.
Bernd Bremermann genießt in der Berner Bevölkerung, trotz seiner Verfehlungen in der Amtsführung, immernoch ein recht hohes Ansehen. Und genau dies macht die Wahl plötzlich doch spannend. Bremermann ist ein erfahrener Wahlkämpfer und kennt die Berner und ihre Bedürfnisse.
Die Parteien im Gemeinderat waren sich nach Bremermanns Abwahl schnell einig: sie wollten einen parteilosen Kandidaten. Was jedoch dann kam, ist alles andere als parteilos. Es kam Franz Bittner. 38 Jahre war er SPD-Mitglied, sogar schon einmal Bürgermeisterkandidat der SPD in Brake – dort verlor er mit Pauken und Trompeten gegen die partei- und farblose Uta Maron. Und urplötzlich, kurz bevor er nominiert wurde von den drei Parteien, tritt dieser Parteisoldat aus seiner SPD aus. Ohne Gründe zu nennen! Die hätte es zuhauf gegeben. Die Bundespolitik, Hartz IV oder oder oder. Aber nein, der Austritt erfolgte ohne großartige Begründung.
Und da hatten die Parteien ihren “parteilosen” Bürgermeisterkandidaten. Verwaltungserfahren ist er ja – schließlich leitet er schon jetzt die Amtsgeschäfte im Berner Rathaus. Im Auftrag von Michael Höbrink, dem Landrat und SPD-Mitglied. Aber die CDU und die GRÜNEN in Berne haben sich dieses Kuckuks-Ei bereitwillig ins Nest legen lassen. Vielleicht glaubt man auch, die Berner riechen die Lunte nicht. Man versucht Franz Bittner als parteilos zu verkaufen. Rein formal ist er das ja auch. Aber wie parteilos kann jemand sein, der kurz vor seiner Nominierung ohne Begründung, nach 38 Jahren aus der SPD austritt? Von parteilos kann doch keine Rede sein.
Doch sowohl SPD, als auch CDU und GRÜNE glaubten an ein sicheres Ding in Berne. Und jetzt kommt Bremermann – mit voller Wucht zieht er einen wirklich parteilosen Kandidaten aus dem Hut.Und der ist auch noch Verwaltungserfahren.
Schon bei der Gründung des “Bürgerforum Berne” verkündete Bremermann
„Wir suchen noch nach einem geeigneten Kandidaten. Wir würden uns freuen, wenn sich jemand melden würde“
Gefunden hat man diesen Kandidaten in Person von Ralf Schulze aus Elsfleth. Aufgewachsen ist der 48jährige in Berne, hat dort Fußball gespielt und arbeitet derzeit bei einer Landesbehörde. Seine Themen sind die Jugendarbeit in Berne, Kindergärten und die Gestaltung der Langen Straße.
“Da muss man auf die Immobilienbesitzer zugehen. Der jetzige Zustand ist nicht tragbar.”
erklärt Schulze. Kritik übt der neueste Kandidat um das Bürgermeisteramt in Berne an der Art und Weise, wie die Parteien ihren Kandidaten gesucht haben:
“Die Stelle war nur fünf Tage lang im Internet zu finden. Das kenne ich aus dem öffentlichen Dienst eigentlich anders. Sie war klar auf den Wunschkandidaten ausgerichtet.”
Bremermann ist wieder in Kampflaune. Das könnte das sichere Ding “Berner Rathaus” für die Parteien und Franz Bittner etwas unsicherer machen. Bezeichnend ist auch, dass man auf den Internetseiten der SPD und CDU Berne keinerlei Hinweise auf die Bürgermeisterwahl findet. Informationen für die Bürger scheinen nicht so wichtig zu sein.
Es bleibt spannend in Berne.
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Das ist ja mal wieder ein ganz toller Artikel…
Als CDU Ratsherr sollte man wohl nicht einen anderen CDU Gemeindeverband oder Fraktion schlecht machen und dem dortigen Vorstand unterstellen, dass er zu blöd wäre um zu erkennen, dass Herr Bittner früher mal Mitglied der SPD gewesen ist…
Außerdem sollte man es unterlassen Herrn Bittner schlecht zu reden und den Kandidaten von Herrn Bremermanns Wahlforum groß zu machen! Herr Bittner ist wohl das Beste was der Gemeinde Berne jetzt passieren kann!
Ich würde mir wünschen, dass Sie Ihre Bewertungen aus der Ferne unterlassen oder zu Herrn Bremermanns Lager wechseln, wenn Ihnen Herr Schulz so viel besser gefällt! Verlassen Sie bitte die CDU!!!
In meinen Augen ist es ist wichtig, die Frage nach der Parteilosigkeit zu stellen. In dem Artikel ist nicht erkennbar, dass Bittner schlecht gemacht wird und Schulze sonderlich gelobt.
Aufforderung die CDU zu verlassen entbehrt an sich jeglicher Grundlage. Ist doch normal, dass man auch innerhalb einer Partei kontrovers diskutiert wird. So sollte es sein!
Da mangelt es dem Berner Bürger wohl ein wenig an Demokratieverständnis…
Ich würde den Fehler nicht bei Herrn Zeimke, sondern – wenn überhaupt – bei den Kollegen von der SPD suchen. Immerhin ist es ein kurioser Schachzug, aus der SPD auszutreten und sich die fadenscheinende Marke “Unabhängigkeit” aufzudrucken. Das ist nämlich eine wichtige Frage für die Wähler. Man sollte offen und so auftreten, wie man auch ist. Mir sind solche Schritt sonst nur von Grünen bekannt. Hat die SPD, hat der Wahlkampf das nun nötig? Wie auch immer: Der obige Artikel ist mehr eine Analyse als das “schlecht zu reden” von Herrn Bittner.
Sehr interessanter Artikel, wie ich finde.
Ich denke, die Frage nach der Parteilosigkeit Bittners ist sehr wohl berechtigt. Nach so einer langen Zeit der Parteizugehörigkeit kann man nicht einfach von einem Tag auf den anderen alles über Bord werfen und plötzlich unabhängig sein. Da glaube ich nicht recht dran, aber gut.
Des Weiteren kann ich in dem Artikel nicht erkennen, dass Bittner schlecht gemacht oder Schulze sonderlich gelobt wird und finde die Aufforderung, die CDU zu verlassen, entbehrt sich jeglicher Grundlage. Vielleicht sollten Sie, sehr geehrter Berner Bürger, diesen Artikel nochmals aufmerksam lesen um zu erkennen, worum es eigentlich geht.
typisch und bezeichnend, der Kommentar des Berner Bürgers.
“Du kritisierst das Handeln der Partei?… Du stellst Entscheidungen der Partei in Frage?…..Dann hast Du in der Partei nichts mehr zu suchen!”
Leider ist es eben diese Einstellung und dieses Bild, dass viele Leute in der heutigen Zeit vor Parteien zurückschrecken lässt.
Ich bin selbst Parteimitglied (NICHT CDU). Und ich kämpfe täglich mit dem Vorurteil, man müsse nach Eintritt in eine Partei deren Überzeugung zu 100% übernehmen und zeitgleich eigene, abweichende Meinungen beerdigen!
Diese Zwänge gibt es in jeder Partei! Aber die CDU scheint damit offenbar kein Problem zu haben! Sonst würde man ja nicht öffentlich zum Austritt aufgrund abweichender Meinungen aufrufen!
Was ich viel interessanter finde:
Warum stellt “Berner Bürger” Herrn Zeimke als Partei- und Ratsmitglied in Frage, nicht aber die Partei- und Ratsmitglieder aus der eigenen Gemeinde, die die Eskapaden des Herrn Bremermann jahrelang mitgetragen haben? Bei den Ratsherren und -damen besteht meiner Meinungn nach genau der gleiche Handlungsbedart, wie beim Verwaltungschef: Austauschen weil inkompetent! Wie diese Leute im Nachhinein über Herrn Bremermann reden und so tun, als wären sie völlig unbeteiligt, spottet jeder Beschreibung. Bleibt in Hinblick auf die nächste Kommunalwahl nur zu hoffen, dass andere “Berner Bürger” nicht nach Brake schauen, sondern auf den eigenen Rat.
Wer ist denn “Berner Bürger”?? Herr Bittner selber?
aus Herrn Schulze wird nur noch Herr Schulz, und der Spruch “Herr B. ist das…” war auch schon einmal
in der Zeitung zu lesen.
Die Hilflosigkeit und die Schulden 8 Jahre bis zur Rente zu verwalten und danach dem Nachfolger den Posten zu übergeben. Hmmm….., Berne hat das größere Bedürfnis in seiner Entwicklung und damit auch verbunden den geschickten Umgang mit Investoren. Hoffentlich hat er die Zeit schon genutzt und einiges getan (den die Personalakten brauchte er nicht überarbeiten, dies hat der Landkreis übernommen).
Wir sind gespannt.
Als Nicht-Wesermarscherin muss ich mal ein bisschen Gwitter machen. Bekanntlich reinigt sich dadurch ja Einiges und vielleicht kann ich ja tatsächlich mal zum Nachdenken anregen. Kommentare dazu – egal welcher Coleur – würden mich sehr freuen!!
Unglaublich, welcher Morast sich in dieser kleinen Gemeinde offenbart:
Da gibt es diesen Ex-Herrscher Bernd Bremermann, der einst selbstverliebt “seinen” Bürgern die Welt sin den schönschten Farben malt, obwohl in Wirklichkeit der Tornado bereits tobt.
Als dieser unerträgliche Mensch endlich abgewählt wird, tun alle anderen – gleichfalls an der Misere Beteiligten – so, als ob sich nun die Probleme gelöst hätten. Dass ich nicht lache! Diese Tanten und Heinis in der Ratsverwaltung strotzen offensichtlich vor Kurzsichtig- und Unfähigkeit.
Die Sache mit dem “unparteiischen” SPD-Langzeitmitglied ist dann der nächste Witz. Aber leider sind die Bremer Bürger tatsächlich so schlicht, wie die Rats- und Parteimitglieder hoffen …
Leute, Leute! Ihr lebt da auf einem so schönen Fleckchen Erde. Warum macht Ihr nichts draus?
Wenn man nach Berne reinkommt, trifft einen – vorsichtig ausgedrückt – der Schlag: Häuser zerfallen nett vor sich hin, die Infrastruktur (und damit meine ich mal ausnahmsweise nicht die Hauptstrasse, denn da tut sich ja was) ist mehr als nur bescheiden. Ich rede ja nicht von einer Beteiligung bei “unser Dorf soll schöner werden”, aber ein wenig mehr Engagement eines jeden Bürgers für die Außenwirkung dieser Gemeinde könnte Quantensprünge hinsichtlich Optik und Lebensqualität mit sich bringen!
Schaut Euch doch mal selbstkritisch den Ortsmittelpunkt an:
Die Kirche ist ein Traum und überregional für die stattfindenden Konzerte bekannt. Die Herrn Kirchendiener machen es eben richtig und setzen Ihr Kapital nutzbringend ein! Chapeau!
Die daneben angesiedelte Kneipe allerdings riecht bereits im Vorbeigehen nach dem Muff der vergangenen Jahrhunderte. Auf welche Art Kundschaft wartet dieser Wirt??? Sciherlich nicht auf die Konzertbesucher, die vielleicht gerne vor dem Konzert noch ein Häppchen essen würden oder gerne danach noch einen Wein / Absacker trinken würden. Nein! Die essen lieber zuhause oder irgendwo sonst, denn: “…. da kannste ja nicht hingehen ….”
Mein Tipp: Räumt die Bude leer, macht alles mal wieder frisch und neu, bringt die Karte auf Vordermann, macht in den lokalen Medien mal ein bisschen Wind und …. schwuppdiwupp werdet Ihr plötzlich (zahlende) Gäste haben, von denen Ihr vorher nicht mal geträumt hättet!
Aber was liest man in der Presse über Berne:
- Super-Schwätzer Bernd Bremermann hat mal wieder in den Töpfen anderer Gemeinden rumgerührt oder nervt mit irgendwelchen Anträgen und Forderungen. Warum hat er es in seiner Dienstzeit als Bürgermeister nicht einfach selbst gleich richtig gemacht?? Ansage meines Sohnes an solche Menschen: Einfach mal die FR…E halten!
- Ein durchgeknallter Hut-und Knopf-Messi ist seiner eigenen Sonderheit zum Opfer gefallen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: ich bin entsetzt von dieser Tat und hoffe, dass der/die Täter bald gefasst und verurteilt werden! Doch die Bilder von Laden / Haus und Tatumfeld, die in Internet und Printmedien zu sehen sind, machen nicht gerade Lust auf einen Trip nach Berne!
- Ein Storch ist gelandet. Wow!
Aber das ist es eben, was man außerhalb der Wesermarsch über Berne hört. Das ist vernichtend! Vernichtend wenig und vernichtend “negativ”. Warum liest man so wenig über den hohen touristischen Wert dieser Gegend? Über die perfekten Anbindungen an die Mittel- und Oberzentren Oldenburg, Delmenhorst und Bremen? Warum initiieren die örtlichen Landwirte nicht z.B. eine “Bauernhof-Route”, wo man zu Fuß oder mit dem Rad eine Tour von Hof zu Hof machen kann, in Bauerncafés essen und abends im Heu übernachten kann? Warum gibt es in Berne nicht einmal einen Mini-Wochenmarkt? Zuviel Arbeit? Wurde es schlechtgeredet, bevor es ausprobiert wurde? Oder besteht einfach nur “kein Bock”, mal was Neues auszuprobieren?
Ihr habt dort so viel Potential aber lasst es leider brach liegen. Schade!
Liege ich so verkehrt? Lasst es mich wissen – würde mich wirklich freuen!