Wiedeking geht – Porsche kommt…

Jul 23rd, 2009 | By Simon Zeimke | Category: | Featured, LeadArticle, Wirtschaft

Eye Of The Porsche… in den VW Konzern. Am Freitag wurde es noch heftig dementiert – aber auch die Ablösung von Wendelin Wiedeking als Porsche-Chef ist anscheinend beschlossene Sache. Auch wenn der Aufsichtsrat noch nicht abschließend darüber beraten haben, so sind sich wohl die Eigentümer einig.

Die Ablösung von Wiedeking hat nun Spekulationen, um die mögliche Abfindung hervorgerufen. Der Manager hat schon in den letzten Jahren mit einem Spitzengehalt von sich reden gemacht. 2007 soll er 60 Millionen Euro kassiert haben, 2008 sollen es gar 100 Millionen gewesen sein. Möglich machte das ein extrem hoher erfolgsabhängiger Vergütungsteil. Nun wird über eine Rekord-Abfindung von bis zu 250 Millionen Euro spekuliert. Die Stuttgarter Nachrichten berichten aus Aufsichtsratskreisen, dass man eine schnelle Trennung wolle und dafür auch bereit sei viel Geld in die Hand zu nehmen. Wiedekings Vertrag läuft noch bis 2012.

Das ruft natürlich direkt auch Neid und Missgunst hervor. Doch wir haben keine Staatswirtschaft, die Eigentümer entscheiden über die Abfindung. Und das ist auch gut so. Wiedeking zählt nicht umsonst zu den Top-Managern in Deutschland und Europa. Wenn er nicht sogar der Top-Manager ist. Und noch redet man über ungelegte Eier – nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten soll erst am Donnerstag endgültig entschieden werden.

Am Mittwoch wurde jedoch eine Kapitalerhöhung über 5 Milliarden Euro beschlossen. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor und gilt damit als sicher. Damit wäre die Vorraussetzung für die Integration in den VW Konzern geschaffen. Der VW-Aufsichtsrat könnte schon am Donnerstag über die Übernahme von Porsche entscheiden. Damit würde der Konzern auf zehn Marken anwachsen und könnte seine Spitzenstellung in Europa und der Welt weiter ausbauen.

Ursprünglich wollte Porsche den wesentlich größeren VW-Konzern schlucken. Doch aufgrund von Finanzproblemen und Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 10 Milliarden Euro hat Porsche sich bei dem Vorhaben regelrecht verschluckt.

Alleine ist Porsche damit nicht, denken wir doch nur zurück an Schaeffler und die Übernahme von Continental

Update: Der Artikel wurde bereits von Mittwoch auf Donnerstag geschrieben und am Donnerstag veröffentlich. Wiedeking lässt durch seinen Anwalt mitteilen, dass er zu keinem Zeitpunkt eine Abfindung von 260 Millionen Euro gefordert habe. Am Ende erhielt er eine Abfindung in Höhe von 50 Millionen Euro, von denen er anscheinend 25 Millionen in eine zu gründende Stiftung für Porsche Mitarbeiter geben will.

Creative Commons License photo credit: thEOS.

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4 comments
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  1. Solche absurd hohen Abfindungen genau so zu bezeichnen, nämlich absurd hoch, hat nichts mit Neid und Missgunst zu tun tun. Als wäre das gut für ein Unternehmen, wenn es solche Gehälter zahlt. Von der Gesellschaft ganz zu schweigen. Rüste mal verbal ab, das stünde Dir gut zu Gesicht.

  2. Die Gesellschaft profitiert doch von Abfundungszahlungen – schließlich kassiert der Fiskus mit. Und ob 250 Millioenen, über die Spekuliert wird, zuviel oder zu wenig sind….. das sollten doch bitte immernoch die Eigentümervertreter und Arbeitsnehmervertreter im Aufsichtsrat entscheiden. Schließlich ist das hier immernoch eine Marktwirtschaft und keine Staatswirtschaft.

  3. Wir haben in Deutschland keine Marktwirtschaft, sondern eine soziale Marktwirtschaft, zumindest dem Anspruch nach. Und mit einer sozialen Marktwirtschaft haben solche Abfindungen für mich nichts zu tun – und ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Bevölkerung das anders sieht. Hinzu kommt: Porsche ist am Ende, Wiedeking hat sich verspekuliert – seine früheren Verdienste um Porsche mögen noch so hoch sein.

  4. [...] Originaltext auf: http://www.simon-zeimke.de [...]

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