Porsche: Einigung im Übernahmepoker
18 Jul
Vor ein paar Monaten dachte man noch “Huch, da wedelt der Schwanz mit dem Hund”. Der kleine Sportwagenhersteller wollte den größten Automobilhersteller übernehmen. Durch die Porsche-Sekulationen mit den VW Aktien stiegen diese zeitweise auf einen Rekordwert von über 1000 Euro, somit war VW kurzzeitig das teuerste Unternehmen der Welt.
Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Die Aktien stiegen ins Unermessliche und Porsche bekam Probleme damit seine Aktienoptionen zu ziehen. Schulden wurden aufgetürmt.
Über einen Einstieg Katars bei Porsche wurde gemutmaßt. Doch dieser Einstieg wurde von vielen Seitten in Zweifel gezogen. Mittlerweile scheint sich jedoch eine Lösung abzuzeichnen. Der Spiegel berichtet, dass Porsche wohl als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden soll. Dies soll in zwei Schritten passieren. In einem ersten Schritt übernimmt VW 49,9 Prozent der Porsche Anteile. Dies könnte der Porsche Holding 8 Milliarden Euro einbringen – der größte Teil des Schuldenbergs könnte abgetragen werden. Laut FTD belaufen sich die Porsche-Verbindlichkeiten auf über 10 Milliarden Euro.
An einem vereinten VW-Porsche Konzern würden die Familien Piech und Porsche 50 Prozent halten, das Land Niedersachsen weiterhin 20 Prozent. Und auch das Emirat Katar spielt in diesem Szenario eine Rolle. Es würde zwischen 14,9 und 19,9 Prozent der Anteile halten. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff steht hinter diesem Plan. Sollte Katar 20% des Aktien halten, hätte es auf Grund des VW-Gesetzes ebenso eine Sperrminorität wie VW. Probleme damit hat Wulff nicht:
“Das VW-Gesetz ist keines ausschließlich für Niedersachsen. Wer 20% hat, hat eine Sperrminorität.”
Die Zukunft von Porsche-Chef Wiedeking ist derweil noch ungewiss. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass dieser das Unternehmen verlassen wird. Ihm könnte dann eine Rekord-Abfindung von bis zu 100 Millionen Euro gezahlt werden. Die Spekulationen um Wiedeking wies der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche zurück. Auch der stellvertrende Aufsichtsratsvorsitzende und Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück dementierte die Berichte:
“Wiedeking ist Vorstandschef, und er wird es bleiben.”
Nachfolger von Wiedeking könnte der bisherige Produktionsvorstand Michael Macht werden – berichtet die Wirtschaftswoche.
photo credit: ChrisMRichards
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