Steht und fällt der Wahlsieg mit dem zweiten Vornamen?
14 Feb
Tja, weg war er – der zweite Vorname. Im Personalausweis steht noch Frank-Walter, aber die Wahlkampfstrategen wollen den Walter streichen.
Mein Gott Walter! Auf biegen und brechen soll wohl der Wahlkampf gewonnen werden. Da schreckt die SPD auch nicht davor zurück Namen zu streichen. Ok, Namen sind Schall und Rauch! Aber kann es sich ein Politiker, der Kanzler werden will, erlauben sich in der Art verbiegen zu lassen?
Walter kommt im übrigen aus dem Althochdeutschen und setzt sich zusammen aus “waltan”, für herrschen oder walten und “heri” für Heer oder Truppe. Bedeutungsgleich ist Walter mit Harald.
Harald Steinmeier klingt auch nett oder Frank-Harald Steinmeier. Ach nein, man will ja keine zwei Vornamen.
Ist es nicht eher lächerlich, dass man bei der SPD glaubt der Wahlsieg steht und fällt mit dem zweiten Vornamen des Kandidaten? Das erste mal in der 146jährigen Geschichte streicht die SPD einen Namen.
Das Hamburger Abendblatt fasst es so zusammen:
“Bislang war es in der Sozialdemokratie so: Frauen kriegen Doppelnamen, Männer neue Frauen und bisweilen auch deren Namen hinten angehängt.”
SPD-Chef Müntefering sprach es wie ein Mantra “Frank Steinmeier”, “Frank Steinmeier” und zum dritten “Frank Steinmeier”.
Frank Steinmeier, Walter Steinmeier, Frank-Walter Steinmeier oder wie auch immer hat anscheinend keine Verlustängste:
“Alle Freunde, die mich von früher her noch aus Niedersachsen kennen, rufen mich sowieso nur Frank”
Selbst wenn es darum geht Interviews zu autorisieren geht die SPD rigoros ihren neuen Namens-Weg. Ein Mitarbeiter strich konsequent, der Parteilinie treu, den zweiten Vornamen aus einem Interview raus.
Aber schön zu sehen, dass die SPD derzeit keine größeren Probleme hat, als den zweiten Vornamen des Kanzlerkandidaten hat.
Stopp! Halt! Ein wenig Inhalt gibt es doch noch zu berichten. Laut dem Kanzlerkandidaten will die SPD nicht mit finanziellen Versprechen in den Wahlkampf ziehen - also keine Steuergeschenke für niemanden. Das wäre eine echte Neuerung im SPD-Wahlkampf, hat man doch sonst immer auf die Geschenke-Karte gesetzt. So wie bei der MwSt.-Erhöhung. Versprochen – gebrochen.
Dabei hatte aber schon Finanzminister Steinbrück eine Parole für ein Steuergeschenk in guter, alter Robin Hood manier ausgegeben. “Nehmt den Reichen und gebt es den Armen”. Man kann es den Armen an anderer Stelle ja auch wieder aus der Tasche ziehen, um die Löcher im Haushalt zu stopfen.
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