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Commerzbank wird teilverstaatlicht

8 Jan

Die Wirtschaftskrise hat noch nicht ganz begonnen, da rumort es wegen der Finanzkrise immernoch kräftig in der Bankenlandschaft.

Die Top-Nachricht von heute ist, dass die zweitgrößte deutsche Bank, die Commerzbank, teilverstaatlicht wird. Unter anderem sollen 295 Millionen Stammaktien zu je sechs Euro an den Staat verkauft werden. Das wären 25% plus 1 Aktie und der Staat damit Großaktionär. Nebenbei gesagt auch größter Einzelaktionär. Damit verfügt der Staat auch über eine Sperrminorität und kann Unternehmsentscheidungen blockieren. Weiterhin bekommt die Bank, wie bereits im Dezember 2008, eine stille Einlage von 8,2 Milliarden Euro. Somit hat die neue Kapitalspritze der Commerzbank ein Gesamtvolumen von 10 Milliarden Euro. Insgesamt hat damit die Commerzbank 18,2 Milliarden Euro erhalten. Die Deutsche Bank bisher 0 Euro – da stellt sich die Frage wer hier gute Arbeit geleistet hat.

Im Rahmen des Rettungsschirms der Bundesregierung, der im Dezember 2008 aufgespannt wurde, hatte die Commerzbank bereits eine staatliche Garantie zur Ausgabe von Schuldverschreibungen in Höhe von 15 Milliarden Euro erhalten.

Damit stärkt der Staat die Commerzbank bei der Übernahme der Dresdner Bank und erhöht die Kernkapitalquote der Bank auf knapp 10%. Die Deutsche Bank hatte bereits vor der Finanzkrise diese Kernkapitalquote und stand damit im internationalen Wettbewerb gut da. In den letzten Tagen war bekannt geworden, dass sowohl bei der Commerzbank, als auch bei der Dresdner Bank noch Risiken in den Risikoaktiva (Commerzbank 200 Mrd Euro, Dresdner Bank 104 Mrd. Euro Risikoaktiva). Abschreibungen in diesen Bereichen belasten das Eigenkapital der Banken.

An der Börse kam der Deal nicht ganz so gut an. Der Kurs der Commerzbank sank zwischenzeitlich um 15% und damit unter 5 Euro pro Aktie.

Was macht der Staat nun mit dieser Beteiligung? Sicherlich ist es richtig und wichtig die zweitgrößte Bank durch staatliche Hilfen auf solide Beine zu stellen. Doch darf der Staat langfristig kein Eigentümer bleiben. Der Einstieg bei der Commerzbank wird sicherlich helfen, den Kreditfluss zwischen den Banken und auch den Kapitalfluss an Unternehmen die in der Kreditklemme stecken wieder in Schwung zu bringen.

Langfristig darf der Staat kein Eigentümer bleiben. Wenn sich die Lage auf den Finanzmärkten wieder erholt, muss er sein Aktienpaket wieder veräußern. Bei steigenden Kursen bringt es dem Staat auch noch zusätzliche Einnahmen – doch vorrangig sollte das Ziel die Rettung der Bank sein. Der Staat ist schließlich kein Spekulant.

Unter anderem Berichten die FAZ und das Handelsblatt über die Verstaatlichung.

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3 Responses to “Commerzbank wird teilverstaatlicht”

  1. Matthias Pleye 11. Januar 2009 at 14:13 #

    Bei den Banken bleibt’s ja nicht. Stellt Euch mal vor, wie man Euch, sagen wir: im Jahr 2007 angeschaut hätte, würdet Ihr damals prophezeit haben: In zwei Jahren schließt die CDU/CSU über den Bankensektor hinaus auch Teilverstaatlichungen von Unternehmen nicht länger aus. Ich versuche mir das in einem meiner Blog-Artikel vorzustellen. Wen’s interessiert: http://www.gedankenpflug.com/article-26653635.html

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